Bedrohte Warenhäuser

Galeria-Kaufhof Kempten und Karstadt Memmingen: Konzern-Chef Fanderl will das Unternehmen verlassen

Galeria Kaufhof

Galeria Kaufhof in Kempten: Mitarbeiter und Kunden bangen um die Zukunft des beliebten Warenhauses in der Kemptener Innenenstadt. In Memmingen scheint derweil das Karstadt-Kaufhaus auf der Kippe zu stehen, auch wenn sich der Galeria Karstadt Kaufhof-Konzern in Schweigen hüllt.

Bild: Oliver Berg/dpa (Archiv)

Galeria Kaufhof in Kempten: Mitarbeiter und Kunden bangen um die Zukunft des beliebten Warenhauses in der Kemptener Innenenstadt. In Memmingen scheint derweil das Karstadt-Kaufhaus auf der Kippe zu stehen, auch wenn sich der Galeria Karstadt Kaufhof-Konzern in Schweigen hüllt.

Bild: Oliver Berg/dpa (Archiv)

Beim angeschlagenen Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof bahnt sich ein Führungswechsel an. Was heißt das für die Standorte Kempten und Memmingen?

08.06.2020 | Stand: 20:10 Uhr

Beim angeschlagenen Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof bahnt sich mitten in der Krise ein Führungswechsel an. Konzernchef Stephan Fanderl hat dem Eigentümer des Warenhausriesen, dem österreichischen Signa-Konzern, "eine einvernehmliche Trennung vorgeschlagen", wie die Deutsche Presse-Agentur am Montag auf eine Anfrage von dem Manager erfuhr. Er gehe davon aus, dass es in Kürze eine Einigung darüber geben werde, betonte Fanderl. Der Warenhauskonzern wollte sich auf Anfrage nicht zu den Vorgängen äußern.

Welche Auswirkungen ein Führungswechsel auf die Zukunft der Karstadt-Filiale Memmingen und der Galeria-Kaufhof-Filiale Kempten hätte, ist derzeit noch unklar. Noch immer bangen 70 Karstadt-Mitarbeiter in Memmingen und 60 bei Galeria-Kaufhof Kemptenum ihre Arbeitsplätze. Laut Medienberichten will der Kaufhaus-Konzern fast die Hälfte seiner Warenhäuser schließen. 80 der etwa 170 Filialen des Konzerns sollen dichtgemacht werden. In den restlichen Häusern könnten zudem bis zu zehn Prozent der Jobs gestrichen werden.

Stephan Fanderl , Noch-Konzernchef der Warenhauskette Galeria Kaufhof Karstadt.
Stephan Fanderl , Noch-Konzernchef der Warenhauskette Galeria Kaufhof Karstadt.
Bild: Oliver Berg/dpa (Archiv)

Corona-Krise: Galeria Karstadt Kaufhof-Chef will Neuanfang beim Warenhausriesen

Der Ausbruch der Corona-Pandemie habe die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die fusionierte Warenhaus-Gesellschaft wie für den Handel insgesamt fundamental verändert, betonte Fanderl. "Deswegen ist jetzt - im Rahmen des laufenden Schutzschirmverfahrens - Zeit für einen Neuanfang", erklärte er.

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Fanderl hatte 2014 die Leitung von Karstadt übernommen und nach der Fusion von Karstadt und Kaufhof dann den neuen Warenhausriesen geführt. In den vergangenen Woche war er allerdings trotz der wachsenden Probleme des Handelsriesen nicht mehr in Erscheinung getreten. Fanderl selbst räumte ein, er sei seit Mitte März krankheitsbedingt nicht mehr in die Führung der Geschäfte eingebunden.

Galeria Karstadt Kaufhof seit Anfang April im Schutzschirmverfahren

Der Handelsriese hatte angesichts der Umsatzeinbrüche durch die Corona-Krise Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Der vorläufige Sachwalter der Warenhauskette, Frank Kebekus, und der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz, die seitdem den Kurs des Konzern vorgeben, kündigten bereits an, dass im Zuge der Sanierung bis zu 80 der 172 Warenhäuser geschlossen werden könnten. In Unternehmenskreisen hieß es, von Galerie Karstadt Kaufhof könne der Manager wegen des Schutzschirmverfahrens auch nicht mit einer nennenswerten Abfindung rechnen.

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Das deutsche Insolvenzrecht sieht das Schutzschirmverfahren als besondere Form der Eigenverwaltung für Betriebe vor, denen zwar das Geld auszugehen droht, die aber noch nicht zahlungsunfähig sind. Wesentlicher Unterschied zum regulären Insolvenzverfahren oder zur normalen Eigenverwaltung ist, dass der Sachwalter im Schutzschirmverfahren vom Unternehmen weitgehend frei gewählt wird.