Gesetzes-Reform

Jagdgesetz-Reform: Den Wald vor zu vielen Rehen schützen

Der Bund hat einer Reform der Jagdgesetze zugestimmt. Der Wald soll vor zu vielen Rehen geschützt werden.

Der Bund hat einer Reform der Jagdgesetze zugestimmt. Der Wald soll vor zu vielen Rehen geschützt werden.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Archivbild)

Der Bund hat einer Reform der Jagdgesetze zugestimmt. Der Wald soll vor zu vielen Rehen geschützt werden.

Bild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa (Archivbild)

Es soll eine "gute Balance" zwischen Wild und Wald entstehen. Deshalb gibt die Jagd-Reform mehr Verantwortung an Fachleute vor Ort.
Der Bund hat einer Reform der Jagdgesetze zugestimmt. Der Wald soll vor zu vielen Rehen geschützt werden.
dpa
04.11.2020 | Stand: 14:15 Uhr

Neue Regeln für Jäger sollen junge Bäume besser vor Rehen schützen. Das Bundeskabinett verabschiedete am Mittwoch eine Novelle des Bundesjagdgesetzes. Ziel sei, eine "gute Balance" zwischen Wild und Wald hinzubekommen und den Fachleuten vor Ort mehr Verantwortung zu übergeben, sagte Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) in Berlin. Künftig soll es grundsätzlich keine behördliche Abschussplanung mehr geben, sondern Waldbesitzer und Jäger sollen sich vor Ort auf einen jährlichen "Abschusskorridor" verständigen, der Mindest- und Höchstzahlen für den Abschuss festlegt.

Jagdgesetz-Reform: Wald soll vor Rehen geschützt werden

Nur wenn das nicht gelinge, solle die Jagdbehörde eine Abschussquote festlegen, erklärte Klöckner. Grundlage für die Festlegung des Korridors solle ein Gutachten über die Vegetation vor Ort sein, das um eine Analyse des Lebensraums des Wilds ergänzt werden könne. Eigene Regelungen der Bundesländer blieben davon unberührt. Es sei wichtig für den Klimaschutz, dass die Aufforstung und die natürliche Verjüngung des Waldes auch gelängen, betonte sie. "Bundesweit sind rund 33 Prozent der jungen Bäume verbissen."

Wildverbiss, wie Fachleute sagen, gilt als großes Hindernisse für den "Waldumbau" - das Umwandeln von Monokulturen in Mischwälder. Dieser Umbau soll Deutschlands schwer geschädigte Wälder widerstandsfähiger gegen Klimawandel und Schädlinge machen. Zudem müssen - Stand August - 285 000 Hektar Wald wieder aufgeforstet werden, weil Dürre, Stürme und Borkenkäfer den deutschen Forsten schwer zugesetzt haben.

Weiter Neuregelungen im Bundesjagdgesetz sollen die nächtliche Jagd auf Wildschweine erleichtern, auch für den Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest. In Büchsenmunition soll das Blei reduziert werden. Die Jägerausbildung wird modernisiert und vereinheitlicht.