Supermarkt-Übernahme

Kaufland darf Real übernehmen - Kartellamt stimmt für 92 Märkte zu

Die Real-Supermärkte werden 2021 in Deutschland größtenteils von Kaufland übernommen. Aber auch andere Wettbewerber kommen zum Zug. Im Allgäu gibt es Real-Einkaufsmärkte derzeit in Kempten und Memmingen.

Die Real-Supermärkte werden 2021 in Deutschland größtenteils von Kaufland übernommen. Aber auch andere Wettbewerber kommen zum Zug. Im Allgäu gibt es Real-Einkaufsmärkte derzeit in Kempten und Memmingen.

Bild: Rolf Vennenbernd, dpa (Archiv)

Die Real-Supermärkte werden 2021 in Deutschland größtenteils von Kaufland übernommen. Aber auch andere Wettbewerber kommen zum Zug. Im Allgäu gibt es Real-Einkaufsmärkte derzeit in Kempten und Memmingen.

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Supermarkt-Discounter Kaufland darf von Real 92 Supermärkte in Deutschland übernehmen. Die ersten Märkte sollen schon in den kommenden Monaten übergeben werden.
Die Real-Supermärkte werden 2021 in Deutschland größtenteils von Kaufland übernommen. Aber auch andere Wettbewerber kommen zum Zug. Im Allgäu gibt es Real-Einkaufsmärkte derzeit in Kempten und Memmingen.
dpa
22.12.2020 | Stand: 13:11 Uhr

Außerdem bekam die Supermarktkette Globus die Freigabe für den Erwerb von bis zu 24 Real-Standorten, wie das Kartellamt mitteilte.

Für Kaufland ist es die bisher größte Übernahme der Firmengeschichte. Das Unternehmen betreibt bisher bundesweit 670 SB-Warenhäuser und gehört wie Lidl zur Schwarz-Gruppe, dem größten Lebensmitteleinzelhändler Europas. Ursprünglich hatte Kaufland sogar bis zu 101 Real-Filialen übernehmen wollen. Doch bei neun Märkten stellten sich die Wettbewerbshüter quer.

Weshalb Kaufland nicht über 100 Real-Märkte übernehmen darf

Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt betonte: "Wir wollen für die Verbraucherinnen und Verbraucher dort, wo sie einkaufen, genügend Auswahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen Lebensmittelhändlern erhalten. Deswegen erlauben wir Kaufland anstatt der 101 angemeldeten nur die Übernahme von bis zu 92 Real-Standorten."

In den Fällen, in denen das Kartellamt nicht mitspielte, wären nach Einschätzung der Wettbewerbshüter die Ausweichmöglichkeiten und der Wettbewerb zu stark beeinträchtigt worden. Die Übernahme von bis zu 24 Real-Standorten durch Globus ist dagegen nach Einschätzung der Wettbewerbshüter unproblematisch. Globus kommt in Deutschland mit 47 SB-Warenhäusern lediglich auf einen Umsatz von 4,5 Milliarden Euro.

(Lesen Sie dazu: Was passiert mit den Real-Märkten im Allgäu?)

Real-Übernahme: Auch mittelständische Lebensmittelhändler sollen zum Zug kommen

Das Bundeskartellamt prüfte allerdings nicht nur die Auswirkungen der Übernahmen auf die Verbraucher, sondern auch die Effekte auf der Beschaffungsseite, wo sich die Händler und ihre Lieferanten gegenüberstehen. Mundt betonte, die Schwarz-Gruppe mit Kaufland und Lidl baue durch die Übernahmen zwar ihre starke Marktposition beim Einkauf weiter aus. Die Freigabe sei aber dennoch möglich gewesen, weil sich Real-Eigentümer SCP im Gegenzug verpflichtet habe, eine nennenswerte Zahl von Real-Standorten an mittelständische Lebensmittelhändler zu veräußern.

Damit gebe es weiterhin eine wichtige Absatzalternative für die Hersteller und Lieferanten von Lebensmitteln in Deutschland. "Nach dem Verlauf des Veräußerungsprozesses war nicht davon auszugehen, dass mittelständische Händler ohne die Einflussnahme des Bundeskartellamtes überhaupt Standorte hätten erwerben können", betonte Mundt.

Kaufland übernimmt Real - so ist der Fahrplan

Kaufland will die Real-Märkte ab dem ersten Quartal kommenden Jahres Schritt für Schritt übernehmen. "In den kommenden Monaten werden wir die Märkte integrieren und als regionale Nahversorger für die Kunden erhalten", sagte der Chef von Kaufland Deutschland, Ralf Imhof. Bis zu 12.000 Beschäftigte erhielten damit eine neue berufliche Perspektive (Lesen Sie auch: Parken bei Lidl in Lechbruck kann teuer werden).

Der russische Real-Eigentümer SCP hatte die angeschlagene SB-Warenhauskette mit ihren rund 270 Märkten von der Metro im Frühjahr erworben, um sie zu zerschlagen und weiterzuverkaufen. Neben Kaufland und Globus hat auch Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka beim Bundeskartellamt die Übernahme von bis zu 72 Real-Filialen angemeldet. Doch steht hier die Entscheidung der Wettbewerbshüter noch aus. Die Frist für eine Entscheidung wurde erst kürzlich bis zum 22. Februar kommenden Jahres verlängert.

In Deutschland entfallen mehr als 85 Prozent der Umsätze im Lebensmittelhandel auf die vier führenden Handelsketten Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe. Deswegen ist das Bundeskartellamt bei Übernahmen in diesem Bereich besonders wachsam.

aAuch die Supermarktkette Globus darf bis zu 24 Märkte des angeschlagenen Wettbewerbers übernehmen. Die ersten Märkte sollen schon in den kommenden Monaten übergeben werden.