Kein Bahnstreik der GDL mehr

Tarifkompromiss mit GDL: 3,3 Prozent mehr Geld für Beschäftigte

Menschenleer ist ein Bahnsteig auf dem Freiburger Hauptbahnhof. Die Lokführergewerkschaft GDL bestreikt den Personenverkehr der Deutschen Bahn, was weitreichende Auswirkungen für die Reisenden hat. +++ dpa-Bildfunk +++

Menschenleer ist ein Bahnsteig auf dem Freiburger Hauptbahnhof. Die Lokführergewerkschaft GDL bestreikt den Personenverkehr der Deutschen Bahn, was weitreichende Auswirkungen für die Reisenden hat. +++ dpa-Bildfunk +++

Bild: Philipp von Ditfurth

Menschenleer ist ein Bahnsteig auf dem Freiburger Hauptbahnhof. Die Lokführergewerkschaft GDL bestreikt den Personenverkehr der Deutschen Bahn, was weitreichende Auswirkungen für die Reisenden hat. +++ dpa-Bildfunk +++

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Kein Streik mehr: Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben sich auf einen Tarifvertrag verständigt. Corona-Prämien und mehr Geld soll es geben.
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dpa
16.09.2021 | Stand: 11:34 Uhr

Update 11.30 Uhr: Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben sich auf Lohnerhöhungen von insgesamt 3,3 Prozent für die Beschäftigten verständigt. Zum 1. Dezember 2021 steigen die Bezüge zunächst um 1,5 Prozent, dann am 1. März 2023 um weitere 1,8 Prozent, wie beide Seiten am Donnerstag mitteilten.

Am 1. Dezember erhalten die Beschäftigten außerdem je nach Lohngruppe eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro. Am 1. März 2022 soll eine weitere Corona-Prämie von einheitlich 400 Euro fließen.

Die GDL willigte demnach in die geplante Umstrukturierung der betrieblichen Altersvorsorge ein; das bisherige System der Zusatzrente werde ab 2022 nur für Bestands-Mitarbeiter fortgesetzt, hieß es. Erstmals schließt die GDL neben dem Zugpersonal auch Tarifverträge für Mitarbeitende in Werkstätten und in der Verwaltung, jedoch nicht für die Infrastruktur.

Geeinigt haben sich beide Seiten demnach auch auf ein Verfahren, mit dem festgestellt wird, welche Gewerkschaft in den jeweiligen Bahn-Betrieben die Mehrheit hat. Davon hängt nach dem Tarifeinheitsgesetz ab, welcher Tarifvertrag angewandt wird. Die GDL hat in 16 der rund 300 Bahn-Betriebe die Mehrheit, in 71 Betrieben muss es noch festgestellt werden.

Update 10.25 Uhr: Der Tarifkonflikt der Deutschen Bahn mit der Lokführergewerkschaft GDL ist gelöst. Das teilten die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Schleswig-Holstein, Stephan Weil (SPD) und Daniel Günther (CDU), am Donnerstag mit. Sie hatten in den Verhandlungen vermittelt.

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Günther sprach von einer guten Nachricht für alle Kundinnen und Kunden der Bahn. "Am Ende steht jetzt ein Ergebnis, das von allen Beteiligten getragen wird." Weil sagte, die Beteiligung von Außenstehenden sei angesichts der zunächst recht verfahrenen Situation wohl nützlich gewesen. Die Ergebnisse sollten am Vormittag in Berlin präsentiert werden.

Heute Bahn-Pressekonferenz geplant

Bahn und Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) luden am frühen Morgen für heute zu einer kurzfristig anberaumten gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin ein. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler und der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky würden über den Sachstand der Tarifverhandlungen informieren, heißt es in der Einladung.

Die Bahn wollte sich auf Nachfrage nicht dazu äußern, ob es zu einer Einigung gekommen sei. Die GDL war nicht zu erreichen.

In den vergangenen Tagen hätten "intensive Gespräche stattgefunden, um in der Tarifrunde zwischen der Deutschen Bahn AG (DB) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Sinne der Fahrgäste und der Beschäftigten gemeinsame Lösungen zu finden".

Bahn hatte weiteres Angebot vorgelegt

Die Bahn hatte der Gewerkschaft am Wochenende ein erweitertes Angebot vorgelegt, das diese bislang nicht abgelehnt hat. Die mit der GDL konkurrierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft erklärte, sie rechne mit Verhandlungen zwischen beiden Seiten und einem Tarifabschluss in wenigen Tagen.

Die Bahn hatte am Samstag mitgeteilt, der Arbeitnehmerseite mit einer zusätzlichen "Entgeltkomponente" einen großen Schritt entgegen zu kommen. Details veröffentlichte sie nicht. Die GDL kündigte lediglich an, die Offerte zu prüfen und bekräftigte, "zu gegebener Zeit" über weitere Schritte zu informieren.

Die GDL fordert 3,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 28 Monaten sowie eine Corona-Prämie von 600 Euro. Die Bahn will die Tariferhöhung über einen längeren Zeitraum strecken und bietet eine Laufzeit von 36 Monaten an. Zudem bietet sie eine Corona-Prämie je nach Lohngruppe von 600 oder 400 Euro. Die Entgeltkomponente soll darüber hinaus gezahlt werden. Wie hoch sie sein und wie sie gezahlt werden soll, gab das Unternehmen nicht bekannt.

Die GDL hatte in dieser Tarifrunde bislang dreimal gestreikt und dabei neben Pendlern auch viele Urlaubsreisende getroffen. Auch im Güterverkehr gab es Behinderungen.