Alterung der Bevölkerung

Prognose: Sozialer Sektor in 20 Jahren größer Wirtschaftsbereich

Die Zahl der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialsektor wird einer Prognose des IAB und des BIBB zufolge in den nächsten Jahren steigen.

Die Zahl der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialsektor wird einer Prognose des IAB und des BIBB zufolge in den nächsten Jahren steigen.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Die Zahl der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialsektor wird einer Prognose des IAB und des BIBB zufolge in den nächsten Jahren steigen.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Das Gesundheits- und Sozialwesen wird zufolge des "Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung" ab 2040 der größte Wirtschaftsbereich in Deutschland sein.
Die Zahl der Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialsektor wird einer Prognose des IAB und des BIBB zufolge in den nächsten Jahren steigen.
dpa
12.01.2021 | Stand: 11:17 Uhr

Die Alterung der Bevölkerung werde dazu führen, dass der Sektor mit bundesweit dann sieben Millionen Beschäftigten die meisten Erwerbstätigen stellen werde, teilte das der Bundesagentur für Arbeit angegliederte Forschungsinstitut am Dienstag mit. Gleichzeitig dürften weiter Arbeitskräfte fehlen.

Dies bedeute, dass die Zahl der Beschäftigten sich im Gesundheits- und Sozialbereich in den nächsten 20 Jahren um 660.000 erhöhen werde. Die Projektion erstellte das Nürnberger "Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung" (IAB) gemeinsam mit dem "Bundesinstitut für Berufsbildung" (BIBB).

Verarbeitendes Gewerbe nimmt ab

Im Gegenzug werde die Zahl der Erwerbstätigen im verarbeitenden Gewerbe abnehmen. Die Zahl werde sich bis 2040 um 1,4 Millionen auf dann 6,1 Millionen Menschen reduzieren, ermittelten die Forscher. Dies sei auf nachlassende Exporte und den Anpassungsdruck, etwa in der Automobilindustrie, zurückzuführen.

Im Dienstleistungssektor verringert sich laut Prognose der Anteil der Erwerbstätigen, die im Handel sowie in Autowerkstätten beschäftigt sind. Ausnahme bleibe der Online-Handel, in dem allerdings vergleichsweise wenig Personal gebraucht werde.

Starker Rückgang im Osten

Die Zahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte in Deutschland werde zugleich zurückgehen. Das gelte für alle Bundesländer mit Ausnahme der Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Besonders stark werde der Rückgang im Osten Deutschlands erwartet. Es sei mit Engpässen zu rechnen.

"Für Arbeitgeber dürfte die Rekrutierung von Arbeitskräften in vielen Wirtschaftsbereichen und Regionen in der längeren Frist zunehmend schwieriger werden", heißt es in der Mitteilung der Institute. Wolle man die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft nicht aufs Spiel setzen, seien gut ausgebildete Arbeitskräfte unabdingbar.

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