Galeria Karstadt Kaufhof

Verdi kritisiert Galeria-Management: Nicht genug für Filialen getan

14.07.2020, Berlin: Auf einer Kundgebung der Gewerkschaft Verdi protestieren die Teilnehmer mit einem Spruchband "Zukunft statt Kahlschlag"  gegen die angekündigte Schließung der Galeria Kaufhof-Filiale im Linden-Center am Prerower Platz im Stadtteil Hohenschönhausen sowie die Schließung weiterer Häuser des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

Auch in Berlin haben die Menschen vor einer Filiale von Galeria Karstadt Kaufhof gegen die vielen Filial-Schließungen demonstriert. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert das Vorgehen des Konzern-Managements.

Bild: Jens Kalaene/dpa

Auch in Berlin haben die Menschen vor einer Filiale von Galeria Karstadt Kaufhof gegen die vielen Filial-Schließungen demonstriert. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert das Vorgehen des Konzern-Managements.

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Insgesamt 50 Galeria Karstadt Kaufhof Filialen müssen nun schließen. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert, dass die Entscheidung nicht transparent sei.

dpa
30.07.2020 | Stand: 07:25 Uhr

Die Gewerkschaft Verdi wirft der Leitung des angeschlagenen Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof vor, nicht genug für den Erhalt von Filialen getan zu haben. "Wir zweifeln daran, dass das Management alles unternommen hat, um möglichst viele Filialen zu retten", sagte der Leiter der Verdi-Bundesfachgruppe Handel, Orhan Akman, der Deutschen Presse-Agentur.

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Statt 62 schließen nun 50 Galeria-Filialen

Der Warenhauskonzern hatte in den vergangenen Wochen die Zahl der von der Schließung bedrohten Häuser von 62 auf 50 reduziert. Der Vorsitzende der Galeria-Geschäftsführung, Miguel Müllenbach, hatte den Mitarbeitern der verbliebenen 50 Filialen auf der Schließungsliste allerdings keine Hoffnung auf weitere Einigungen im letzten Augenblick gemacht.

Verdi kritisiert intransparente Entscheidung bei Filial-Schließungen

Akman warf der Unternehmensleitung vor, sie lege die Kriterien für die Schließung von Häusern "nach wie vor nicht offen". Diese Intransparenz lasse viele Fragen ungeklärt. Das Management taktiere "auf dem Rücken der Betroffenen". Verdi sieht noch Chancen, weitere Häuser zu erhalten. "Wir geben die Hoffnung erst dann auf, wenn das letzte Licht in den Häusern ausgeht", sagte Akman.

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In Bonn wird Galeria Karstadt Kaufhof nach Angaben der Stadt die dortige Karstadt-Filiale Ende Oktober schließen. Der Insolvenzverwalter habe sich trotz deutlicher Zugeständnisse des Vermieters gegen einen Doppelstandort mit der nur rund 300 Meter entfernten Kaufhof-Filiale entschieden, hatte Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) am Mittwoch mitgeteilt.

Rettung im Schutzschirmverfahren für Galeria Karstadt Kaufhof

Galeria Karstadt Kaufhof war durch die coronabedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Mitte Juni kündigte das Unternehmen im Rahmen seiner Sanierungspläne die Schließung von 62 der 172 Warenhäuser an. In den betroffenen Kommunen lösten die Schließungspläne des Warenhauskonzerns in vielen Fällen Sorge vor einer Verödung der Innenstädte aus. Nach Verhandlungen mit Vermietern der Kaufhäuser ließ Karstadt Kaufhof die Schließungspläne für 12 Filialen fallen.

Allgäuer Filialen nicht betroffen

Die beiden Galeria Karstadt Kaufhof Filialen im Allgäu sind von den Schließungen nicht betroffen. Sowohl die Filiale in Kempten als auch in Memmingen blieben erhalten. Zuvor hatten auch die Allgäuer um ihre Filialen bangen müssen.

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