Erkheim

„Wir erwarten nichts Unerwartetes“

Die sechs Kreditgenossenschaften im Unterallgäu und der Stadt Memmingen haben das Jahr 2018 mit einer guten Geschäftsentwicklung abgeschlossen. Das sagte der Kreisverbandsvorsitzende Anton Jall auf der Jahrespressekonferenz in Erkheim. Das Unterallgäu als Wirtschaftsraum steht seinen Ausführungen zufolge nach wie vor glänzend da. Es herrsche Vollbeschäftigung und den meisten Firmen gehe es sehr gut. Auch die ersten drei Monate des neuen Jahres seien nur geringfügig unter dem Niveau von 2018 verlaufen, sagte Jall. Die Dynamik wird nach Einschätzung der Bankfachleute im Laufe des Jahres aber etwas nachlassen. „Wir erwarten nichts Unerwartetes“, so die Aussage von Manfred Rockenfeller von der Genossenschaftsbank Unterallgäu.

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Von von Johann Stoll
04.04.2019 | Stand: 15:38 Uhr

Die sechs Banken der Raiffeisengruppe werden von über 62 000 Mitgliedern getragen und sind enge Partner des Mittelstandes. Hier ist die wirtschaftliche Lage nach wie vor sehr gut. Es drücke nicht nur die Auftragslage, sondern auch der Fachkräftemangel, sagte Jall. Traditionell sind die Genossenschaftsbanken überdies stark mit der Landwirtschaft verbunden. Hier sei die Stimmung nach dem Volksbegehren zum Artenschutz spürbar schlechter als die tatsächliche Lage.

Ungebrochen hoch ist die Kreditnachfrage. Allein bezogen auf das Gebiet des Unterallgäus stieg das Volumen um 7,64 Prozent auf 1958 Millionen Euro. Bei der Genossenschaftsbank spielt die private Wohnbaufinanzierung eine bedeutende Rolle. Drei Viertel des Bankengeschäfts gingen im Vorjahr auf diese Sparte zurück.

Die Höhe der betreuten Kundengelder kletterte um 3,35 Prozent auf 4139 Millionen Euro. Wenn Banken bei der Europäischen Zentralbank Kundengelder parken, müssen sie Strafzins bezahlen. Die sechs Banken im Unterallgäu werden dennoch auch in Zukunft beim Normalsparer keine Strafzinsen erheben. Rockenfeller sagte: „Das wäre das Allerletzte, was wir tun würden.“ Wer allerdings mehr als 250 000 Euro aufs Konto legt, dem werden 0,4 Prozent der Summe in Rechnung gestellt. Das historisch niedrige Zinsniveau wird sich nach Einschätzung von Jall auch in den nächsten Jahren kaum ändern. Für die Banken sind damit sinkende Margen verbunden. Laufende Kreditlinien werden zu deutlich niedrigeren Konditionen verlängert. Den Vorteil hat der Kunde.

Ihm wollen alle sechs Banken im persönlichen Beratungsgespräch und online zur Verfügung stehen. Dazu halten sie 71 Filialen bereit, 41 davon im Unterallgäu. Geschlossen hat die VR-Bank Memmingen drei Geschäftsstellen (Illerbeuren, Buxheim und in Memmingen). Der Digitalbereich werde weiter ausgebaut, so Jall. Es sei jetzt möglich, online ein Konto oder ein Wertpapierdepot zu eröffnen, ergänzte Rockenfeller. Diese Entwicklung führt dazu, dass die Aufgaben von weniger Mitarbeitern bewältigt werden. Im Vorjahr sank die Zahl von 967 auf 931.

Die Genossenschaftsbanken unterstützen traditionell Vereine in der Region. Rund 306 000 Euro stellten sie dafür bereit. An Steuern zahlten sie zwölf Millionen Euro. Fünf Millionen gingen als Gewerbesteuer an die Kommunen. Als Gesellschafter sind die sechs Banken auch am Warengeschäft beteiligt. Dabei waren die beiden Gesellschaften aus dem Unterallgäu bayernweit am erfolgreichsten. Die Raiffeisen Ware Schwaben Allgäu ging im Vorjahr aus der Fusion der Raiffeisen-Waren GmbH Iller-Roth-Günz und der Ware Unterallgäu GmbH hervor. Der Umsatz lag bei 72,8 Millionen Euro. Die Ware Grönenbach schloss mit 11,7 Millionen ab. Der Umsatz stieg um 5,1 Prozent. Allein 50 000 Tonnen Getreide und Ölsaaten wurden umgeschlagen.

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