Straßen im Allgäu

Achtung bei Schlaglöchern: So verhalten sich Autofahrer richtig

Schlaglöcher treten gerade nach dem Winter auf den Allgäuer Straßen auf. Die Bauämter kümmern sich dann darum, die Straßen wieder befahrbar zu machen. (Symbolbild)

Schlaglöcher treten gerade nach dem Winter auf den Allgäuer Straßen auf. Die Bauämter kümmern sich dann darum, die Straßen wieder befahrbar zu machen. (Symbolbild)

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Schlaglöcher treten gerade nach dem Winter auf den Allgäuer Straßen auf. Die Bauämter kümmern sich dann darum, die Straßen wieder befahrbar zu machen. (Symbolbild)

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Nach Schnee und Eis folgt das Tauwetter im Allgäu. Gerade dann entstehen Straßenschäden und Schlaglöcher, die zur Gefahr für Autofahrer werden können.
03.02.2021 | Stand: 14:42 Uhr

Jeden Morgen die eilige Fahrt zur Arbeit über die Landstraße. Plötzlich rumpelt es. Ein Schlagloch. "War das gestern auch schon dort?" So dürfte es im Moment einigen Menschen im Allgäu gehen. Doch warum brechen gerade zur Winterzeit die Straßen auf und wie entsteht ein Schlagloch eigentlich?

Kälte, Schnee und Sonnenschein - Das Wechselwetter macht es

Im Allgäu hatten die Menschen in den vergangenen Wochen mit starken Schneefällen zu kämpfen, dann folgten Regen und Tauwetter. Solche Wetterverhältnisse seien ideal für das Entstehen von Schlaglöchern, sagt Werner Schmid vom Staatlichen Bauamt Kempten. "Der Untergrund ist noch gefroren und der überliegende Asphalt durchfeuchtet", erklärt er. Er beschreibt die Straßensituation als "Wackelpudding." Wenn die unterliegende Kiesschicht vom starken Frost noch gefroren ist und der Asphalt durch die Sonneneinstrahlung schon taut, dann sammelt sich das Wasser an einer sogenannten Eislinse. "Das hält die Asphaltdecke nicht aus und dann bricht sie", sagt Schmid. Er und seine Kollegen sind vor allem für Staats- und Bundesstraßen im Allgäu zuständig.

Ein Wechselwetter aus Schnee, starkem Forst und darauffolgenden warmen Temperaturen, davon spricht auch Frank Müller vom Bauamt Lindenberg (Westallgäu). Schlimmer als in den vergangenen Jahren sei es aber bisher noch nicht. "Es hat ja gerade erst getaut. Würde noch einmal starker Frost kommen, könnte sich das ändern."

Neben den Witterungsbedingungen tragen aber auch die Fahrzeuge, die die Straßen befahren, zu den Schäden bei. "Gerade wenn es schon einmal getaut hat, und dann wieder schneit, reißen zum Beispiel Räumfahrzeuge den brüchigen Straßenbelag auf", sagt Müller. Und auch der Lkw-Verkehr unterstütze die Entstehung von Schlaglöchern, wie Werner Schmid erklärt: "Das Gewicht führt zu den Verformungen, die eine Straße dann nicht aushält."

Gefahr für Straßensicherheit und Autofahrer

Autofahrer tragen nur selten dazu bei, dass Schlaglöcher entstehen oder sich verschlimmern. Allerdings entstehe gerade für sie eine besondere Gefahr, sagt Schmid. "Ein Schlag auf Rad oder Achse bei hoher Geschwindigkeit und schon ist es passiert." Auch der ADAC Südbayern kennt solche Probleme und hat immer wieder mit Unfällen durch Schlaglöcher zu tun. Unternehmenssprecher Andreas Hölzel hat deshalb folgende Tipps für eine sichere Fahrt trotz Straßenschäden:

  • Ist der Winter vorbei, müssen Sie mit Schlaglöchern rechnen! Vor allem Landstraßen sind betroffen, Autobahnen weniger
  • Achten Sie auf Ihre Umgebung! Schilder mit der Aufschrift "Vorsicht Straßenschäden" weisen auf Schlaglöcher hin.
  • Ausweichen - aber mit Vorsicht! Weichen Sie nur bei kleinen Schäden aus und kommen Sie nicht auf die Gegenfahrbahn!
  • Langsam und vorsichtig fahren! So entstehen keine oder weniger schwere Schäden am Fahrzeug.

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Entsteht trotzdem ein Schaden am Auto, so rät Hölzel dazu, diesen festzuhalten. Durch Fotos von Schlagloch, Straße und Fahrzeug können sich Autofahrer absichern, falls kein Verkehrsschild auf die Schäden hingewiesen hat.

Damit Verkehrsteilnehmer aber erst gar nicht in diese Situation kommen, rät Schmid vom Staatlichen Bauamt Kempten dazu, vor allem größere Schäden sofort zu melden. "Unsere Straßenwarte fahren nur alle paar Tage ihre Runden. Wenn wir über einen Schaden informiert werden, können wir diesen sofort ausbessern." Straßenschäden können beim zuständigen Bauamt oder in einer akuten Situation auch bei der Polizei gemeldet werden.

So werden die Straßen fit für den nächsten Sommer

Ist ein Schlagloch aufgefallen, zählt für die Bauämter schnelles Handeln. Mehrmals die Woche prüfen die 130 Mitarbeiter laut Schmid die Straßen im Allgäu. Selbes gelte für die Straßenarbeiter in Lindenberg, sagt Müller.

In ihren markanten orangenen Fahrzeugen sind sie ausgestattet, um ein Schlagloch direkt zu flicken. Im Winter funktioniere das mit Kaltasphalt, sagt Müller vom Bauamt Lindenberg: "Das ist aber nur eine Übergangslösung bis wir im Sommer eine nachhaltige Reparatur vornehmen können." Schon bei erneutem Frost droht die Übergangslösung wieder zu brechen. Deshalb behalten die Bauamt-Mitarbeiter die Schlaglöcher den ganzen Winter über bis zum letzten Tau im Blick. "Eine großflächige Ausbesserung mit Heißasphalt lohnt sich eben erst im Sommer", sagt Müller.

Ist es dann soweit, werden oft ganze Straßenzüge ausgebessert und frostsicher für den nächsten Winter gemacht. "So werden unsere Straßen von Jahr zu Jahr besser", sagt Schmid aus Kempten. Frostsicher bedeutet, dass für die unterliegende Schicht ein grobkörniges Material verwendet wird, erklärt er. So könne das Wasser im nächsten Jahr abfließen und der Untergrund gefriere weniger stark.

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