Corona-Impfungen

Allgäuer Ärzte fordern mehr Planungssicherheit bei der Impfstoff-Menge

Impfzentren und Hausarzt erfahren kurzfristig, wie viel Impfstoff sie zur Verfügung haben. Das erschwert die Terminvergabe.

Impfzentren und Hausarzt erfahren kurzfristig, wie viel Impfstoff sie zur Verfügung haben. Das erschwert die Terminvergabe.

Bild: Ralf Lienert

Impfzentren und Hausarzt erfahren kurzfristig, wie viel Impfstoff sie zur Verfügung haben. Das erschwert die Terminvergabe.

Bild: Ralf Lienert

Hausarzt-Praxen erhalten die Impf-Präparate für je eine Woche. Dadurch können sie Termine nur kurzfristig vergeben. Aber es gibt auch Positives zu berichten.
26.04.2021 | Stand: 06:30 Uhr

Allgäuer Mediziner fordern mehr Planungssicherheit bei den Corona-Impfungen: „Es kann sein, dass ich 20 Dosen Astrazeneca bestelle und stattdessen 30 Dosen Biontech bekomme“, sagt Dr. Gregor Blumtritt, Ärztlicher Koordinator für Kaufbeuren und das Ostallgäu. „Bei den Impfstoff-Mengen, die wir erhalten, gibt es große Schwankungen“, bestätigt der Memminger Corona-Koordinierungsarzt Dr. Jan Henrik Sperling.

Allgäuer Ärzte fordern mehr Planungssicherheit bei der Impfstoff-Menge

Laut Blumtritt bekommen Impfzentren und Hausarzt-Praxen die Impf-Präparate jeweils für eine Woche geliefert. Dabei sei nie sicher, ob man die gewünschte Menge auch tatsächlich erhalte. „Das ist nervig und wahnsinnig anstrengend“, sagt Blumtritt. Denn er könne in seiner Praxis ja erst Impftermine vereinbaren, wenn er wisse, wie viele Präparate er bekomme.

Ähnliche Erfahrungen hat der Memminger Hausarzt Sperling gemacht: „Vergangene Woche haben wir ziemlich viel verimpft, für diese Woche ist wieder weniger gekommen.“ Wann ist damit zu rechnen, dass die Mediziner besser planen können? „Keine Ahnung. Ich habe aufgehört, solche Prognosen zu machen“, sagte Gregor Blumtritt am Sonntag gegenüber unserer Redaktion. (Lesen Sie auch: Ärztlicher Leiter der Impfzentren: „Die Wurzel allen Übels ist der Impfstoffmangel“)

Es gibt auch Positives zu berichten

Unabhängig davon gehe es beim Impfen jetzt aber „relativ schnell voran“, sagt Sperling. „Die Impfbereitschaft ist da. Ich hoffe allerdings, dass sie noch stärker wird.“ Er könne sich vorstellen, dass etwa der Wunsch, wieder reisen zu können, manchen Skeptiker umstimme. Schon wegen der „prekären Lage auf den Intensivstationen“ sei es wichtig, dass der „Impfturbo“ bald anspringt.

Auch der Kaufbeurer Hausarzt Blumtritt ist mit der Impfbereitschaft zufrieden: „Nach meiner Beobachtung gibt es sehr wenige, die dem ganz ablehnend gegenüberstehen.“ Gerade aus Krankenhäusern und Pflegeheimen registriere er „ständige Nachfragen nach Impfstoff“, um weitere Mitarbeiter immunisieren zu können.

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