Tolle Allgäu-Aktion

Allgäuer Alpen Clean Up Days 2020: So säubern Freiwillige die Berge von Müll

Möglichst viel Müll aus der Allgäuer Natur holen und den Menschen das Verschmutzungsproblem bewusst machen: Bei den "Allgäuer Alpen Clean Up Days" sollen die Allgäuer gemeinsam anpacken.

Möglichst viel Müll aus der Allgäuer Natur holen und den Menschen das Verschmutzungsproblem bewusst machen: Bei den "Allgäuer Alpen Clean Up Days" sollen die Allgäuer gemeinsam anpacken.

Bild: Plasticfree Peaks

Möglichst viel Müll aus der Allgäuer Natur holen und den Menschen das Verschmutzungsproblem bewusst machen: Bei den "Allgäuer Alpen Clean Up Days" sollen die Allgäuer gemeinsam anpacken.

Bild: Plasticfree Peaks

Vom 14. bis 16. August finden die Allgäuer Alpen Clean Up Days 2020 statt. Bei der Aktion sammeln Teams in den Bergen Müll. Wie es abläuft und man teilnimmt.

08.08.2020 | Stand: 21:38 Uhr

Nach der Premiere im vergangenen Jahr geht die Aktion „Allgäuer Alpen Clean Up Days“ (zu deutsch: Aufräum-Tage) auch 2020 in eine neue Runde. Vom 14. bis 16. August dreht sich wieder alles um den Müll, genauer gesagt darum, diesen aus der Natur zu schaffen.

Das Ziel der Aktion ist so einfach wie wertvoll: Die Allgäuer räumen in ihren Bergen gemeinsam auf. In selbstgebildeten Teams befreien die Teilnehmer Gipfel, Wälder und Wiesen von liegengebliebenem Müll.

Was bringt die Aktion?

In erster Linie geht es bei den „Allgäuer Alpen Clean Up Days“ darum, die schöne Allgäuer Heimat und Natur zu erhalten und liegengebliebenen Müll zu entfernen. „In einem ge­meinschaftlichen Event wollen wir die Natur der Region Allgäu zum plastik­freien Raum machen“, sagt Martin Säckl, einer der Organisatoren.

Natürlich soll die Aktion auch wachrütteln und die Menschen darauf aufmerksam machen, wie viel Müll und Abfall täglich in der Natur zurückbleibt.

Wer hat die Aktion ins Leben gerufen?

Die Aktion wird von Patron Plasticfree Peaks organisiert, einer jungen Allgäuer Initiative aus Fotographen, Ingenieuren, Entwicklern und Biologen. Die Hauptinitiatoren der „Clean Up Days“ sind Martin Säckl (Pfronten), Raphael Vogler (Wangen) und Simon Abele (Krugzell).

„Das Allgäu ist unser Zuhause“, sagt Martin Säckl. „Gemeinsam haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die Vielfalt und Schönheit dieses Naturraums zu behüten und für nachfolgende Generationen zu bewahren.“ Die jährlich stattfindenden „Allgäuer Alpen Clean Up Days“ sind ein entscheidender Teil ihrer Philosophie.

Die Organisatoren der
Die Organisatoren der "Allgäuer Alpen Clean Up Days" (v. l.): Martin Säckl, Raphael Vogler und Simon Abele.
Bild: Plasticfree Peaks

Wie kann man mitmachen?

Man trommelt seine Freunde, Bekannte und Verwandte zusammen und setzt sich gemeinsam das Ziel, möglichst viel Müll zu sammeln. Dafür sucht sich jedes angemeldete Team eine bestimmte Route, einen Berg, ein Fluss- oder Seeufer oder auch einen Park aus, wo man gemeinsam für Sauberkeit sorgt. Wer kein Team hat, kann auch einem bestehenden beitreten.

Der Gruppenleiter meldet sein Team an, indem er alle Mitglieder in das Formular einträgt und das Gebiet angibt, in dem die Gruppe Müll sammeln will. Nach der Anmeldung erscheint dieses Gebiet dann auf der Karte markiert.

So können auch andere Sammlergruppen sehen, wo weitere fleißige Helfer die Natur von Müll befreien. Kurzentschlossene können sich ebenfalls an der Karte orientieren und spontan in ein Gebiet zum Müll sammeln los­ziehen, wo noch niemand unterwegs ist.

Bekommt man eine Sammelausrüstung?

Die Anmeldung ist wichtig, um das sogenannte „Clean Up Kit“ zu erhalten. Das ist ein Müllbeutel, der speziell für die Aktion entworfen wurde. Diesen dürfen die Teilnehmer danach auch behalten und für eigenen Sammelgänge nutzen.

Die Sammelausrüstung erhält man an verschiedenen Ausgabestellen über das ganze Allgäu verteilt. Dort kann man den eingesammelten Müll dann auch abgeben. Folgende Stellen machen mit:

  • CleanUP-Zentrale Allgäu Digital Keselstraße 16 87435 Kempten
  • Tourismusbüro Isny Unterer Grabenweg 18 88316 Isny im Allgäu
  • Touristinformation Oberstaufen Hugo-von-Königsegg-Straße 8 87534 Oberstaufen
  • Alpsee Skytrail Seestraße 10 87509 Immenstadt im Allgäu
  • Tourist-Info Blaichach Immenstädter Str. 7 87544 Blaichach
  • Kurhaus Fiskina Am Anger 15 87538 Fischen
  • Oberstdorfhaus Prinzregentenstraße 1 87561 Oberstdorf
  • Haus des Gastes Vilstalstraße 2 87459 Pfronten
  • Touristinformation Füssen Kaiser-Maximilian-Platz 1 87629 Füssen
  • Gästeinformation Halblech Bergstraße 2a 87642 Halblech-Buching
Gipfel, See- und Flussufer von möglichst viel Müll befreien: Das ist das Ziel der
Gipfel, See- und Flussufer von möglichst viel Müll befreien: Das ist das Ziel der "Allgäuer Alpen Clean Up Days". Für die Aktion verteilen die Organisatoren Sammelsäcke an alle Teilnehmer.
Bild: Plasticfree Peaks

Was passiert mit dem gesammelten Müll?

Der Müll wird an­schließend vom Organisatoren-Team eingesammelt und zusammengetragen. Martin Säckl und seine Kollegen wiegen und dokumentieren die gesammelte Müllmenge. Anschließend wird der Abfall zur Mülltrennung und zum Recycling von einer Fachfirma abgeholt.

Was gibt es für Teilnehmer zu beachten?

  • Die Teilnehmer der „Clean Up Days“ müssen sich an die derzeit geltenden Corona-Beschränkungen halten. 
  • Außerdem ist jeder dafür verantwortlich, sich ein den eigenen Fähigkeiten angepasstes Sammelgebiet auszusuchen. Das sei wichtig, damit die Teilnehmer sich beim Müll sammeln nicht selbst gefährden.
  • Privatgrundstücke dürfen natürlich nicht betreten werden.

Gibt es auch etwas zu gewinnen?

Als Ansporn gibt es von den Verantwortlichen der „Allgäuer Alpen Clean Up Days“ eine Tombola zur Aktion. Um teilzunehmen, müssen die Sammler am Ende ein Foto von ihrem gesammelten Müll auf der Aktions-Webseite hochladen.

Laut Mitinitiator Martin Säckl sollten die Teilnehmer die Aktion jedoch in erster Linie als Gemeinschaftsprojekt sehen: "Wir möchten keinen Wettkampf aus der Aktion machen."

Wie viel Müll wurde 2019 gesammelt?

Bei der Aktion 2019 haben über 60 Teams und insgesamt 300 Menschen teilgenommen und gemeinsam 1.000 Kilogramm Müll gesammelt.

>> Lesen Sie auch: So gefährlich sind weggeworfene Zigarettenkippen für die Umwelt <<

Was kann man noch zum Schutz der Allgäuer Natur tun?

  1. Darüber sprechen und schreiben: „Jedes Wort kann Wunder bewegen“, sagt Martin Säckle. Er und seine Kollegen möchten die Menschen bewegen, auch andere auf das Müllproblem in den Bergen und der Allgäuer Natur aufmerksam zu machen. „Je mehr Menschen darüber sprechen, desto stärker wird das Bewusstsein in der Gesellschaft.
  2. Gemeinsam handeln: Jeder Handgriff hilft. „Unsere CleanUP Days sollen jedem die Möglichkeit geben, in einem abwechslungsreichen Format und angenehmer Gesellschaft selbst zu handeln“, so der 27-jährige Pfrontener. Die Aktion soll nur der erste Schritt sein. Wichtig sei es, dass die Teilnehmer auch nach den „Clean Up Days“ weitermachen, sich für die Allgäuer Natur einzusetzen
  3. Die Vision von Plasticfree Peaks teilen: Säckl und seine Mitgründer sind davon überzeugt, dass soziale Medien zu mehr in der Lage sind als nur Selbstdarstellung. Sie wollen Social Media deshalb aktiv nutzen, um Aufmerksamkeit für das Projekt der Plasticfree Peaks zu schaffen. Impressionen zur Arbeit von Patron Plasticfree Peaks gibt es auf Instagram  sowie auf Facebook und YouTube
  4. Immer weitermachen: „Nur wenn wir die aufgeführten Punkte verinnerlichen und beständig weiterführen können wir gemeinsam viel erreichen“, sagt der 27-Jährige. Die „Allgäuer Alpen Clean Up Days“ sollen zur Bewegung werden und den Menschen das Müllproblem bewusst machen. Und vielleicht muss der Müll dann irgendwann nicht mehr in der Allgäuer Natur gesammelt werden, weil er erst gar nicht dorthin gelangt ist.

Fragen zur Aktion beantworten die Organisatoren per Mail unter info@thelastplasticbag.com