Von Herz zu Herz

Allgäuer Verein hilft bei Bau einer Tagesklinik in Tansania

Der erste Bauabschnitt der neuen Tagesklinik ist fast fertig. Noch heuer sollen dort Behandlungen stattfinden.

Der erste Bauabschnitt der neuen Tagesklinik ist fast fertig. Noch heuer sollen dort Behandlungen stattfinden.

Bild: Von Herz zu Herz

Der erste Bauabschnitt der neuen Tagesklinik ist fast fertig. Noch heuer sollen dort Behandlungen stattfinden.

Bild: Von Herz zu Herz

In dem Neubau könnten heuer noch Patienten behandelt werden. Manche laufen tagelang Fuß zum Krankenhaus - es ist ihre einzige Hoffnung.

12.08.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Ungezählte Allgäuer engagieren sich in verschiedensten Vereinen für andere, unterstützen Menschen im In- und Ausland und investieren dafür Zeit und Geld. Im Herbst vergangenen Jahres hat unsere Zeitung stellvertretend für die vielen Helfer in der Region den Verein „Von Herz zu Herz“ vorgestellt, der Projekte im Allgäu, in Europa und weltweit unterstützt. Eines seiner wichtigsten Vorhaben war damals der Neubau einer ambulanten Tagesklinik für das Kabanga-Krankenhaus in der Region Kigoma, einer der ärmsten Gegenden in Tansania. Seither hat sich viel getan.

„Mit dem Bau geht es sehr gut voran“, sagt Martin Fackler aus dem Vereinsvorstand. Starke Regenfälle haben zwar den Transport der Baumaterialien verzögert und auch die Corona-Krise geht nicht spurlos an dem Projekt vorbei. „Aber der erste Abschnitt des Neubaus ist fast fertig“, sagt Fackler. Wenn es so weitergeht, können dort noch dieses Jahr Behandlungen stattfinden.

Tagelang zu Fuß unterwegs

Vor Ort entsteht eine Art Notaufnahme, in der die Patienten untersucht und dann entweder ambulant behandelt oder stationär aufgenommen werden. Beispielsweise wird es Untersuchungszimmer und Räume für die Augen- und Zahnmedizin geben. „Das Krankenhaus ist der einzige medizinische Hoffnungsschimmer für die Menschen“, sagt Fackler. Teilweise liefen sie tagelang zu Fuß zur Klinik. 110 000 Euro kostet der erste Bauabschnitt, er ist bereits finanziert. Für den zweiten Abschnitt wird noch einmal ebenso viel Geld benötigt. „Wir versuchen gerade, den Betrag zusammenzubekommen und sammeln weitere Spenden. Das ist sehr aufwendig“, sagt Fackler.

Wissen, wo das Geld ankommt

Ein Grundsatz des Vereins ist es, nicht nur Geld zu schicken, sondern immer wieder auch vor Ort zu überprüfen, wofür es eingesetzt wird. „Wegen Corona können wir gerade nicht nach Tansania fliegen, aber die Zusammenarbeit mit den Projektverantwortlichen funktioniert super.

Wir bekommen detaillierte Informationen samt Belegen“, erläutert Fackler. Wegen Corona hat der Verein dem Klinikpersonal auch Schutzausrüstung finanziert.

Viele weitere Projekte

Neben der Tagesklinik unterstützt „Von Herz zu Herz“ zahlreiche andere Projekte, beispielsweise die Hope School in Südafrika. Diese wird normalerweise von Kindern aus den Slums besucht, war wegen Corona aber längere Zeit geschlossen. Der Verein sorgte dafür, dass die Schulkinder trotzdem Essenspakete erhielten. Jetzt läuft der Betrieb langsam wieder an.

Ebenfalls geschlossen war eine Tagesstätte für Kinder und Jugendliche mit Behinderung in Bosnien, die der Verein stark unterstützt. „Die Pädagogen haben mit ihren Schützlingen trotzdem regelmäßig Kontakt gehalten“, sagt Fackler. Mittlerweile ist die Einrichtung wieder geöffnet, statt zwölf Kindern werden zeitgleich vier betreut.