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So kehren die Allgäuer Volksfeste 2022 zurück

Das Kaufbeurer Tänzelfest soll 2022 wieder stattfinden, wie auch andere Feste im Allgäu.

Das Kaufbeurer Tänzelfest soll 2022 wieder stattfinden, wie auch andere Feste im Allgäu.

Bild: Mathias Wild (Archivbild)

Das Kaufbeurer Tänzelfest soll 2022 wieder stattfinden, wie auch andere Feste im Allgäu.

Bild: Mathias Wild (Archivbild)

Zwei Jahre lang sind viele traditionelle Veranstaltungen ausgefallen. In diesem Sommer sollen große Allgäuer Feste wieder stattfinden. Und trotzdem gibt es noch eine Reihe offener Fragen.
02.03.2022 | Stand: 18:00 Uhr

Die Rückkehr der Allgäuer Volksfeste steht offenbar bevor: Nach der coronabedingten Zwangspause soll die Allgäuer Festwoche heuer ebenso wieder stattfinden wie die Wallenstein-Festspiele in Memmingen, das Kaufbeurer Tänzelfest und das Käse- und Gourmetfest im Westallgäuer Lindenberg. Doch was ist geplant und welche Änderungen gibt es?

  • Allgäuer Festwoche: Zwar hat der im Kemptener Stadtrat zuständige Werkausschuss noch nicht endgültig grünes Licht gegeben. Doch es sieht alles danach aus, dass die Wirtschaftsmesse und das größte Sommerfest im Allgäu heuer wieder stattfinden, und zwar vom 13. bis 21. August. Entscheiden wird der Ausschuss darüber Ende März. Ein Stoppsignal werde es erst geben, wenn die Pandemie derartige Veranstaltungen verbiete. Deshalb müsse noch abgewartet werden, heißt es in Kempten. Für Ende März wünschen aber vor allem die Festwirte Planungssicherheit. Um erhebliche Kostensteigerungen zu decken, fordern sie eine einheitliche 2G- oder 3G-Regel auf dem Gelände, volle Auslastung der Zelte und gewohnte Öffnungszeiten ohne Sperrstunde ab 22 Uhr. Auch im Festwochen-Team unter Leitung von Martina Dufner laufen die Vorbereitungen für das Event auf Hochtouren. Denn „die nächste Allgäuer Festwoche findet vom 13. bis zum 21. August 2022 statt“ heißt es bereits auf der Homepage www. festwoche.com.
  • Wallenstein-Festspiele: Der Memminger Fischertagsverein plant für dieses Jahr sowohl den Fischertag als auch die Wallenstein-Woche. Staunen, mitfühlen, eintauchen, eine Zeitreise in die Vergangenheit wagen: Das soll in Memmingen wieder bei den traditionellen Wallenstein-Festspielen möglich sein, die an den Dreißigjährigen Krieg erinnern. Im Jahr 1630 hat der Feldherr Wallenstein in der Stadt Station gemacht. Die Festspiele sollen vom 24. bis 31. Juli stattfinden. Mit Ausnahme der Gefechtsdarstellung und möglicherweise der Umzüge seien alle Veranstaltungen geplant, sagt Michael Ruppert, der Vorsitzende des Memminger Fischertagsvereins. Ob die Umzüge durch die Innenstadt stattfinden, solle noch im März entschieden werden. Der Memminger Fischertag ist für 23. Juli geplant.
  • Tänzelfest: Nach zwei Jahren Pause soll das Tänzelfest in Kaufbeuren heuer vom 14. bis 25. Juli stattfinden. „Das ist ein bisschen wie Weihnachten und Ostern zusammen“, freut sich Tänzelfest-Chef Horst Lauerwald. Ohne Einschränkungen und Unsicherheiten geht es beim ältesten historischen Kinderfest Bayerns allerdings noch nicht. So plant der Verein wegen der Pandemie und des Ukraine-Krieges „unter Vorbehalt“. Nach jetzigem Stand wird das Kinderfest mit verkürzten Festzügen stattfinden. „Aus Sicherheitsgründen“, sagt Lauerwald, „damit die Kinder nicht zu lange zusammenstehen“. Ob und mit welchen Vorgaben das historische Lagerleben in Kaufbeuren über die Bühne geht, ist derzeit noch nicht geklärt. Eine Entscheidung will der Verein bis Ende März treffen. Für die Schausteller des Rummels auf dem Tänzelfestplatz gelten die branchenspezifischen Corona-Konzepte. Über einen Festzelt-Betrieb ist ebenfalls noch nicht entschieden. Wichtig ist dem Vereinsvorsitzenden vor allem eine Botschaft: „Niemand muss Angst haben.“ Eltern sollten ihre Kinder unbesorgt für das Tänzelfest 2022 anmelden, wo diese nun endlich wieder die Geschichte ihrer Stadt spielen dürfen, sagt Lauerwald.
  • Käse- und Gourmetfest: Lindenberg plant in diesem Jahr wieder ein Käse- und Gourmetfest. 80 Anbieter sollen am 26. und 27. August ins Westallgäu kommen. „Wir gehen das Fest mit viel Optimismus an“, sagt Citymanager Sascha Schmid. Bei den Anbietern, die teilweise aus Irland, Italien und Frankreich anreisen, hat er große Vorfreude ausgemacht: „Sie fiebern dem Fest entgegen.“ Allerdings haben nicht alle Hersteller, die früher regelmäßig nach Lindenberg gekommen waren, die Pandemie überstanden: „Manche sind früher in den Ruhestand gegangen, andere haben die Branche gewechselt“, sagt Schmid. Ein Problem, die Reihen der Stände zu füllen, sieht er jedoch nicht. Das Käse- und Gourmetfest profitiere von seiner „guten Reputation“. Die Käse- und Gourmetmeile im Lindenberger Zentrum wird bei dem Fest mit Musik, Shows und Informationen rund um das Thema Genuss verbunden.

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