Stuttgart

Badstubers Bekenntnisse

Holger Badstuber

Holger Badstuber

Bild: geb nic gfh

Holger Badstuber

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Fußball In einem Podcast spricht der Profi knapp vier Stunden über seine wechselvolle Karriere
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Von khw
17.10.2019 | Stand: 16:00 Uhr

Holger Badstuber hat mal wieder gefehlt. In der Partie gegen Wehen Wiesbaden. Diesmal war es aber nichts Ernstes. Ein Magen-Darm-Infekt hatte den 30-jährigen Innenverteidiger des Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart aus der Bahn geworfen. Nicht weiter tragisch für einen, der unter anderem auch schon zwei Kreuzbandrisse erleiden musste. Außerdem war Länderspielpause, und rechtzeitig vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Holstein Kiel kehrte der gebürtige Memminger zurück ins VfB-Mannschaftstraining des VfB Stuttgart zurückgekehrt. Während der Pause hat Badstuber im Podcast „Rasenfunk“, der in München produziert wird und kostenlos abrufbar ist, über sein Leben geplaudert.

Fast vier Stunden sprach der Ex-Nationalspieler über seine Trainer, seine Karriere, seinen Abschied aus München und darüber, dass er vom Aufstieg des VfB Stuttgart überzeugt sei. „Da gibt es für mich keine Zweifel“, sagte der Abwehrspieler, bat aber zugleich um ein wenig Geduld, vor allem mit den jungen Spielern – aufgrund der Anforderungen, die der Trainer Tim Walter an seine Schützlinge stellt. „Schon gewagt“, sei der offensive Spielstil mit viel Ballbesitz und Positionswechseln, sagte der in Rot an der Rot aufgewachsene Badstuber. Er sei aber glücklich mit dem spielerischen und personellen Neustart beim VfB nach dem Abstieg im vergangenen Mai. Auf diesen blickte er noch einmal schonungslos kritisch zurück. Die Misere begann für ihn bereits bei der Transferpolitik des Sommers 2018. Unter Trainer Tayfun Korkut sei die Mannschaft in der Saison zuvor „homogen“ gewesen. Es habe Vertrauen geherrscht und sich eine Hierarchie herausgebildet. Zur neuen Runde seien dann Personalien verändert worden, „die auch die Struktur der Mannschaft und die Hierarchie verändert haben. Das war nicht gut“. Negativer Höhepunkt war für ihn dann der Trainerwechsel von Korkut zu Markus Weinzierl, mit dem der Oberschwabe schon zuvor beim FC Schalke 04 Probleme hatte. Zu Mario Gomez habe er gesagt: „Das wird eine zähe Saison.“

An die Zeit bei den Königsblauen erinnert sich Badstuber ungern. Der Wechsel vom FC Bayern zu Schalke sei ein Fehler gewesen. Mit den damaligen Verantwortlichen, Manager Christian Heidel und Trainer Weinzierl, geht Badstuber hart ins Gericht. Heidel hatte auf einer Pressekonferenz behauptet, dass sich der Klub nach abgelaufenem Leihgeschäft gegen eine feste Verpflichtung des Abwehrspielers entschieden habe. „Das waren einfach Lügen, dass sie nicht mit mir verlängern wollen“, wirft Badstuber dem ehemaligen Manager Unehrlichkeit vor.

Voll des Lobes zeigte er sich dagegen über Trainer Louis von Gaal, der ihn 2009 von den Bayern-Amateuren zu den Münchner Profis befördert hatte. Aber auch Jupp Heynckes und Pep Guardiola behielt Badstuber in bester Erinnerung: Heynckes sei ein „feiner Mensch“ und „Guardiola hat meinen Horizont erweitert“.