Vier Bewohner verletzt

Beißender Qualm vernebelt Seniorenheim in Dietmannsried

Im Betreuten Wohnen des Allgäustift Geschwister-Roth-Seniorenzentrums in Dietmannsried haben vier Bewohner Rauchvergiftungen erlitten.

Im Betreuten Wohnen des Allgäustift Geschwister-Roth-Seniorenzentrums in Dietmannsried haben vier Bewohner Rauchvergiftungen erlitten.

Bild: Matthias Becker

Im Betreuten Wohnen des Allgäustift Geschwister-Roth-Seniorenzentrums in Dietmannsried haben vier Bewohner Rauchvergiftungen erlitten.

Bild: Matthias Becker

Das Gebäude war komplett verraucht: In einem Seniorenheim in Dietmannsried (Oberallgäu) hat es gebrannt. Dabei erlitten vier Menschen Rauchgasvergiftungen.

17.09.2020 | Stand: 17:22 Uhr

Vier Bewohner des Allgäustift Seniorenzentrums in Dietmannsried (Oberallgäu) haben in der Nacht zum Mittwoch Rauchgasvergiftungen erlitten. Drei der Verletzten wurden in ein Krankenhaus gebracht, ein älterer Mann in die Unfallklinik nach Murnau geflogen. Inzwischen sind alle vier Senioren auf dem Weg der Besserung. Zwei von ihnen konnten gestern das Krankenhaus wieder verlassen.

Gegen 3.30 Uhr war ein Bewohner des separat stehenden Gebäudes für Betreutes Wohnen durch einen Brandmelder aufgeweckt worden. „Zuerst dachte ich, es brennt bei uns in der Wohnung“, schilderte er am Mittwoch die Situation. Dann öffnete er die Wohnungstür: „Alles war voller Rauch.“ Der Bewohner setzte sofort einen Notruf ab. Die Einsatzkräfte fanden ein komplett verrauchtes Gebäude vor. Feuerwehrmänner lokalisierten die Quelle des beißenden Rauchs in einer Erdgeschoss-Wohnung, in der die Retter ein offenes Feuer im Bereich des Schlafzimmers feststellten.

22 Bewohner aus dem gebäude geleitet

„Die Bewohner sollten auf die Balkone gehen. Dort warteten sie etwa eine Stunde lang“, sagt der Mann, der den Rauch entdeckt hatte. Anschließend wurden insgesamt 22 Bewohner aus dem Gebäude geleitet und in den Speisesaal des nahe gelegenen Haupthauses geführt. Sie wurden von der Heimleitung teilweise in anderen Zimmern des Heims untergebracht.

Nach ersten Erkenntnissen gilt als Ursache des Qualms ein Defekt an einem elektrischen Rollstuhl. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Dietmannsried, Krugzell, Überbach, Probstried und Schrattenbach mit 90 Mann, ferner 60 Rettungsdienstleute und 20 Polizeibeamte. Zur Schadenshöhe gibt es noch keine konkreten Informationen. „Wir sind sehr glücklich, dass die Kette der Alarmierung so gut funktioniert hat“, zeigte sich Sandra Strehle von der Leitung des Allgäu Stifts erleichtert. Fast alle Bewohner konnten gestern in ihre Wohnungen zurückkehren.