München/Füssen

Bleibt Wolf ein Bulle?

Eishockey Münchner DEL-Klub will für den Füssener eine neue Position schaffen. Der Ex-Nationalspieler: „Gespräche laufen“
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Von Günter Klein
06.09.2019 | Stand: 16:15 Uhr

Michael Wolf lebt nicht mehr in München, er spielt nicht mehr für den EHC, er hat ja überhaupt aufgehört mit Eishockey. Dafür, dass er sich in ein neues Leben hineintastet, ist er aber noch oft im alten: Er saß interessiert in der Olympia-Eishalle, als der EHC München vor ein paar Wochen mit dem Training anfing, und er war zu Gast bei der Teampräsentation vor dem Stadion. „Es lag auf dem Weg“, sagte der 38-Jährige.

Gut geflunkert. Er trug das offizielle EHC-Polohemd, nahm teil an einer Talkrunde von Stadionsprecher Stefan Schneider mit EHC-Geschäftsführer Christian Winkler und Bundestrainer Toni Söderholm und wirkte noch absolut spielermäßig. „Der Sommer war kurz, ich tue nicht weniger als in meinen 20 Profijahren davor, ich habe mich vorbereitet, als würde ich weiterspielen.“ Wobei ihm schon klar ist: Dazu wird es nicht kommen. „Ich spüre, dass es die richtige Entscheidung war, aufzuhören.“

Vielleicht steckt in Wolfs gelegentlicher Präsenz in München eine Botschaft: Der EHC und er werden verbunden bleiben. „Das Umfeld hier ist überragend“, sagt Wolf, „man muss schauen, was es für Jobs gibt.“ Christian Winkler erklärt: „Als Organisation wären wir nicht gut beraten, nicht zu versuchen, ihn einzubinden. Aus Respekt wollen wir Michael aber Zeit geben.“ Schließlich hat Wolf die Option, das bisher von Vater und Tante geführte Schuhgeschäft in Füssen zu übernehmen. Zurzeit steht der Ex-Kapitän der Nationalmannschaft übrigens fast täglich im Laden„Wir haben eine klare Vision, was wir für ihn bauen wollen“, sagt Winkler weiter, und da der sonst stets geheimniskrämerische EHC München darauf verweist, dass der Ex-Kapitän neulich im Training ein Auge auf „die jungen Spieler“ hatte, kann man sich vorstellen, dass für Michael Wolf bald so etwas wie eine Stelle als Development Coach geschaffen wird. Die Adler Mannheim, die den EHC als Meister entthronten, haben schon länger Spezialisten, die mit den jungen Spieler nicht nur deren Fähigkeiten auf dem Eis verbessern sollen, sondern ihnen auch eine Art „Vaterfigur“ sein soll. Und München will wieder zu Mannheim aufschließen. „Wir sind in guten Gesprächen, eine Entscheidung wird in den nächsten Wochen fallen“, sagte Michael Wolf unserer Zeitung.