Fußball in der Region

Amateur-Fußballer brauchen Geduld

Nichts wird es mit dem Neustart Anfang September. Die Amateurfußballer müssen sich gedulden, bis die Saison fortgesetzt werden kann.

Nichts wird es mit dem Neustart Anfang September. Die Amateurfußballer müssen sich gedulden, bis die Saison fortgesetzt werden kann.

Bild: Julian Leitenstorfer

Nichts wird es mit dem Neustart Anfang September. Die Amateurfußballer müssen sich gedulden, bis die Saison fortgesetzt werden kann.

Bild: Julian Leitenstorfer

BFV verschiebt den Neustart der Ligen auf 19./20. September. Was das für den Ligapokal bedeutet, erklärt Kreisspielleiter Heinz Eckl

Nichts wird es mit dem Neustart Anfang September. Die Amateurfußballer müssen sich gedulden, bis die Saison fortgesetzt werden kann.
Von Margit Messelhäuser
24.08.2020 | Stand: 19:00 Uhr

So wirklich haben wohl nur die wenigsten daran geglaubt, dass die Amateur-Fußballer in Bayern am Wochenende 5./6. September die Saison fortsetzen können. Und jetzt ist es amtlich: Der Bayerische Fußball-Verband verlegt den Neustart auf den 19./20. September. Trotzdem sind schon vorher Spiele möglich – was das für den Ligapokal bedeutet, darüber hat unsere Zeitung mit Heinz Eckl, Kreisspielleiter Kreis Zugspitze, gesprochen.

Am Donnerstagabend hatte sich der BFV entschieden, den Neustart nach hinten zu verlegen. „Nachdem aktuell nicht davon auszugehen ist, dass die Bayerische Staatsregierung vor dem 1. September 2020 über eine Wiederaufnahme des Wettkampfspielbetriebs im Amateurfußball mit Zuschauern entscheidet, hat der Vorstand des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) gezwungenermaßen den Re-Start um 14 Tage verschieben müssen“, ist auf der Homepage zu lesen. Voraussetzung ist natürlich, dass die staatlichen Vorgaben dies zulassen.

Kurz vor dieser Entscheidung hatte sich BFV-Präsident Koch in einem offenen Brief an die Vereine gewandt. „Der Ball liegt jetzt in der Spielhälfte der Politik, sie muss entscheiden, ob sie mitspielt oder ob sie Euch, unsere über 4500 Vereine, weiter im Abseits stehen lässt und damit Eure Existenz aufs Spiel setzt“, hatte Koch darin unter anderem geschrieben.

Weiter zu lesen ist auf der Homepage, dass Spiele vor diesem Datum auszutragen, etwa Nachholpartien oder Spiele im Toto-Pokal-Wettbewerb, grundsätzlich möglich sei. Dann aber müssen beide Vereine dies ausdrücklich wünschen und es muss von staatlicher Seite gestattet sein. Die Verlegung des offiziellen Starts sei erfolgt, um den Vereinen Zeit zu geben, nötige Hygienekonzepte umzusetzen.

Was bedeutet diese Verlegung nun für den neuen Ligapokal? „Momentan noch gar nichts“, sagt Heinz Eckl, Kreisspielleiter Zugspitze. Enorm viel Zeit – „rund 150 Stunden“ – haben er und seine Mitarbeiter in die Ausarbeitung des neuen Wettbewerbs gesteckt. Und das, obwohl von Anfang an klar gewesen war, dass dieser entfallen würde, wenn der Beginn der Punktspiele nach hinten verlegt werden müsste. „Der Stichtag ist aber der 1. Oktober“, sagt Eckl. „Wenn wir da nicht starten können, wird der Pokal wegfallen.“ Und seine Arbeit wäre umsonst gewesen. „Natürlich wäre es schade, vor allem, da ich diesen Pokal als sehr spannenden Wettbewerb sehe“, sagt Eckl.

Fortsetzung schafft Zeit-Puffer

Eingeführt wurde dieser, um neben den noch ausstehenden Ligaspielen einen zweiten interessanten Wettbewerb anzubieten, nachdem sich der Verband entschlossen hatte, die Saison nicht abzubrechen. „Ich finde diese Entscheidung, die Saison fortzusetzen, nach wie vor richtig“, betont Heinz Eckl. „Wir haben jetzt einen großen zeitlichen Puffer.“ Im schlimmsten Fall könnte man die noch ausstehenden Spiele auch erst im nächsten Frühjahr veranstalten. Im Gegensatz dazu seien alle Verbände, die sich für einen Abbruch und eine neue Saison entschieden hatten, jetzt schon in Verzug. „Dadurch, dass es keinen Ab-, aber Aufsteiger gegeben hat, sind die Ligen übervoll. Jetzt hinkt man mit dem Zeitplan schon hinterher, und das erfordert irgendwann unweigerlich Spieltage unter der Woche“, erklärt der Kreisspielleiter. Auch könnte es passieren, dass man dann eben die neue Saison nicht zu Ende bringen kann. „Was am Ende die richtige Entscheidung sein wird, wird erst die Zukunft zeigen“, sagt Heinz Eckl. „So einen Fall hat es noch nie gegeben und wir können nur daraus lernen. Passiert so etwas wieder einmal, haben wir eine Blaupause.“

Jetzt sei es aber wichtig, dass die Vereine wieder Spiele vor Zuschauern austragen dürfen. „Jeder Verein hat seine Fixkosten. Da geht es nicht um bezahlte Spieler, sondern um Strom und Wasser im Vereinsheim, um Telefonkosten, Schiedsrichterkosten oder auch einen Benzinzuschuss für einen Vater, der regelmäßig die Jugendspieler wo hinfährt.“

Im Übrigen zähle Fußball auch zum Kulturgut wie viele andere Dinge. Inzwischen seien Gottesdienste wieder mit einer begrenzten Anzahl an Besuchern möglich, Theaterstücke dürften im Freien aufgeführt werden. „Warum dann nicht auch Fußball?“