Buchloe

Die Firma Franz Mensch und die Corona-Pandemie

Firma Franz Mensch

Firma Franz Mensch

Bild: Franz Mensch GmbH

Firma Franz Mensch

Bild: Franz Mensch GmbH

Das Buchloer Unternehmen reagierte schon vor Wochen. In den nächsten Jahren sind Erweiterungen geplant
14.01.2021 | Stand: 07:57 Uhr

Der große Komplex im Nordwesten der Stadt wirkt fast wie ausgestorben. Nur ein paar Autos stehen auf dem Parkplatz der Firma Franz Mensch. Die Mitarbeiter, die in der Zentrale sein müssen, tragen Mundschutz. Die wenigen Besucher, die reingelassen werden, müssen zudem einen Ganzkörperschutzanzug anziehen. Seit Wochen ist das Großhandelsunternehmen für Einweg- und Hygieneprodukte ganz nah dran an der Corona-Krise und deren Entwicklung.

Deshalb hat das Buchloer Unternehmen seine etwa 130 Mitarbeiter frühzeitig informiert. Jeder bekam ein „Überlebenspaket“ mit Desinfektionsmittel, Mundschutz und Schutzanzug – für den Fall der Fälle. 80 bis 90 Prozent der Angestellten arbeiten schon länger von zu Hause aus – und nicht erst, seit die Politiker dazu aufgerufen haben. In der Logistik gilt Drei-Schicht-Betrieb – statt wie sonst Zwei-Schicht-Betrieb.

Die in den vergangenen Tagen ergriffenen Maßnahmen wie Ausrufen des Katastrophenfalls, Schließungen von Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und Geschäften findet Geschäftsführer Axel Theiler richtig. Allerdings hätte die Politik seiner Meinung nach früher reagieren müssen. „Bei den skandinavischen Ländern kann man sich beispielsweise einiges abschauen, vor allem was das Gesundheitssystem betrifft. Und auch ein Austausch mit China wäre gut gewesen. Die wissen, wie man mit Krisen umgeht“, sagt der Geschäftsführer. „Deutschland dagegen hat weiter die Waren exportiert, die jetzt händeringend benötigt werden, und erst viel zu spät einen Exportstopp verhängt “, kritisiert der 58-Jährige.

Das Unternehmen ist seit Jahren auf Wachstumskurs. Seitdem die Firma im Jahr 2017 von Eresing (Landkreis Landsberg) nach Buchloe ins Gewerbegebiet Nordwest umgezogen ist, hat sich die Zahl der Mitarbeiter von etwa 100 auf 130 erhöht. Davon sind 20 Auszubildende. Auch das Sortiment wurde stetig erweitert. Der Umsatz stieg von 30 Millionen Euro (2014) auf 53 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Im nächsten Jahr plant das Unternehmen den Neubau einer Lagerhalle für etwa drei Millionen Euro. In den Jahren 2023/24 soll ein weiteres Hochregallager (in den Dimensionen des ersten) errichtet werden. Die Grundstücke dafür gehören der Firma bereits.