Umfrage

„Die Gefahr ist zu groß“

Kein Strand und keine Party: Urlaub findet für viele in diesem Jahr wohl zu Hause statt.

Kein Strand und keine Party: Urlaub findet für viele in diesem Jahr wohl zu Hause statt.

Bild: Claudia Goetting

Kein Strand und keine Party: Urlaub findet für viele in diesem Jahr wohl zu Hause statt.

Bild: Claudia Goetting

Buchloer äßern sich zu ihrem diesjährigen Urlaub. Die Corona-Pandemie bestimmt die Richtung.
Kein Strand und keine Party: Urlaub findet für viele in diesem Jahr wohl zu Hause statt.
Von Uta Mantwil
07.08.2020 | Stand: 18:00 Uhr

Derzeit sind im Freistaat Schulferien und viele Arbeitnehmer haben sicherlich wie jedes Jahr ihren Sommerurlaub eingereicht. Doch die allermeisten Menschen bleiben wohl in dieser Zeit dennoch zuhause und machen allenfalls Tagesausflüge, ergab eine Umfrage in Buchloe.

Die junge Mutter Susanne Migeod aus Honsolgen, die mit ihrem kleinen Sohn beim Eisessen in der Neuen Mitte unterwegs war, erzählt, dass sie mit ihrer Familie ursprünglich im Juni nach Kroatien reisen wollte. „Das haben wir dann gelassen“. Nun stehen außer der Berufstätigkeit Tagesausflüge wie in den Wildtierpark nach Weil oder in den Zoo Augsburg auf dem Programm. Die älteren Passanten in Buchloe erklären hingegen, dass sie „die Gefahr für zu groß“ finden, derzeit in den Urlaub zu fahren. Verwandtenbesuche halten mehrere Befragte für machbar, nicht aber die Reise in „Hotelburgen im Ausland“; so drückte sich eine ältere Dame an der Neuen Mitte aus.

Dr. Rainer Kelm aus Lindenberg hat sich mit seiner Familie ebenfalls auf Tagesausflüge konzentriert, da ihm ansonsten die Vorschriften und Bedingungen am Urlaubsort einfach „zu aufwendig“ seien. Ein junges Paar mit Kind aus dem Frankfurter Raum, dass mit der Verwandten, die in Buchloe wohnt, durch die Bahnhofstraße flanierte, berichtet, dass diese Art von Tapetenwechsel heuer die einzige Möglichkeit fürs Verreisen sei. Es scheint so, dass die Menschen in diesem August Angstgefühle vor einer Corona-Infektion haben. Sie möchten aber wohl auch nicht aller Welt verkünden, dass zusätzlich finanzielle Einbußen durch Kurzarbeit sie daran hindere, zu verreisen. Die Umstände bei der Unterbringung am Urlaubsort, die momentan bei der Planung entstehen – Gibt es das Hotel überhaupt noch? Gibt es ein Frühstück dort? – haben natürlich Camping(bus)reisende nicht. Dafür braucht diese Personengruppe auch nicht die Serviceleistungen eines Reisebüros in Anspruch zu nehmen.

Angst vor der "Zweiten Welle"

Die typische Familienreise in den Mittelmeerraum dagegen, die bisher das Kerngeschäft der Reiseagentur Christine Haslauer war, ist nun komplett weggebrochen. Das sei nur eines der Probleme, mit denen Reisebüros derzeit kämpfen. Nicht nur die Geschäftsinhaber in Buchloe erhoffen sich deshalb, dass es endlich klare, verlässliche Angaben von der Politik gibt, um in der Zukunft planen zu können. Die Mutmaßungen über eine eventuell schon angelaufene „Zweite Welle“ der Corona-Infektionen verunsichern die Buchloer zusätzlich und lassen sie auf der Straße nur wenig von ihren Nöten berichten.

Derweil läuft in den nördlichen Bundesländern der Schulbetrieb wieder an – die Menschen im Süden können nur hoffen, dass der Politikbetrieb nach seiner Sommerpause alsbald mehr Hoffnung auf eine irgendwie geartete Normalität machen kann. Das ist die feste Meinung von Christine Haslauer: „Die Menschen scharren mit den Hufen und wollen wieder verreisen – im nächsten Jahr ganz bestimmt. Deshalb halte ich durch, so einfach ist das“.