Corona-Krise

Gestrandeter Zirkus in Not: Buchloer Landwirte helfen

Die lassen es sich schmecken und sich die Sonne auf den Pelz scheinen: Die Dromedare und Lamas vom Circus Alfons William werden von Angelina (links) und Kimberly William mit gespendeten Karotten gefüttert.

Bild: Alexandra Hartmann

Die lassen es sich schmecken und sich die Sonne auf den Pelz scheinen: Die Dromedare und Lamas vom Circus Alfons William werden von Angelina (links) und Kimberly William mit gespendeten Karotten gefüttert.

Bild: Alexandra Hartmann

Der gestrandete Circus Alfons William freut sich über große Solidarität in Buchloe. Welche Sorgen die Betreiber-Familie dennoch plagen.

23.04.2020 | Stand: 18:07 Uhr

Tiere grasen friedlich in der Wiese, ein paar Kinder rennen herum und versuchen, einen Drachen steigen zu lassen: Beim Circus Alfons William, der aktuell in Buchloe gestrandet ist, scheint der Corona-Alltag weit weg. Doch der Schein trügt. Die Familie William ist dankbar für die Solidarität und die Unterstützung der Buchloer, doch finanzielle Sorgen sitzen ihr im Nacken.

In Buchloe gut aufgehoben

Seit diesem Artikel in der Buchloer Zeitung sind zahlreiche Personen auf den Zirkus in Not zugegangen und haben ihn unterstützt: Landwirte spendeten Heu, Sägemehl und Kraftfutter, Menschen brachten Karotten für die Tiere, Lebensmittel für die Williams und spendeten sogar Geld. „In Buchloe sind wir gut aufgehoben“, sagt Kimberly William. Sie und ihre Familie seien überaus dankbar für die Unterstützung der Buchloer. „Wir haben viel Futter für die Tiere geliefert bekommen, das ist uns wirklich eine riesige Hilfe. Dafür möchten wir ein herzliches Dankeschön an alle Helfer ausrichten. In letzter Zeit war häufig die Rede von Corona-Helden. Unsere Corona-Helden sind definitiv die Landwirte“, sagt die 21-Jährige.

Jagdgenossen organisieren Futter

Hilfsbereitschaft zeigte beispielsweise die Jagdgenossenschaft Buchloe, die bereits zwei Futterspenden organisiert hat. Mehrere Buchloer Landwirte haben Heu beigesteuert, das dem Zirkus geliefert wurde. „Eine Ladung gab es am Dienstag nach Ostern, eine zweite am vergangenen Montag und weitere sind geplant“, sagte Martin Tröbensberger, der bei der Übergabe dabei war.

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„Den Tieren geht es bestens, die merken von der ganzen Situation gar nix“, erzählt Kimberly William. Der einzige Unterschied sei, dass sie momentan nicht auftreten. Auftreten kann keiner der Zirkus-Familie William – und das ist das Problem. Seit vergangener Woche ist klar, dass bis Ende August keine Großveranstaltungen mehr stattfinden dürfen. Obwohl bisher nicht näher definiert ist, was als Großveranstaltung gilt, ist für die Williams eines klar: Einnahmen durch volle Zirkuszelte wird es in nächster Zeit nicht geben.

Zirkus ist auf Spenden angewiesen

Das bereitet den Williams große Sorgen und zu allem Überfluss werden nun Versicherungszahlungen fällig. „Die Lastwagen, die Anhänger, die Wohnwagen, das Zelt, die Tiere“, zählen Kimberly und Angelina William auf. All das ist das Kapital des Zirkus-Unternehmens – und das muss natürlich versichert werden. Um bezahlen zu können, sind die Williams weiterhin auf Spenden angewiesen. „Ohne Hilfe können wir uns nicht über Wasser halten“, sagt William.