Von München über Geltendorf ins Allgäu

Pendler: Das vierte Gleis auf der Strecke nach München bleibt eine Option

Pendler-Alltag: Im Bahnhof in Geltendorf wartet eine S-Bahn. Auf der Strecke nach München soll das Nadelöhr bei Pasing entschärft werden.

Pendler-Alltag: Im Bahnhof in Geltendorf wartet eine S-Bahn. Auf der Strecke nach München soll das Nadelöhr bei Pasing entschärft werden.

Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Pendler-Alltag: Im Bahnhof in Geltendorf wartet eine S-Bahn. Auf der Strecke nach München soll das Nadelöhr bei Pasing entschärft werden.

Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Bei Pasing drängen sich aktuell Güterzüge, Personenzüge und S-Bahn auf zwei Gleisen. Die Folgen spüren Pendler aus der Region täglich.
Pendler-Alltag: Im Bahnhof in Geltendorf wartet eine S-Bahn. Auf der Strecke nach München soll das Nadelöhr bei Pasing entschärft werden.
Von Thomas Wunder
03.04.2021 | Stand: 08:57 Uhr

Mit dem Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München soll auch der Ausbau der Außenäste in Angriff genommen werden, darunter die S4 bis Geltendorf. Geplant ist ein drittes Gleis zwischen Pasing und Eichenau. Denn auf dem Nadelöhr mit seinen zwei Gleisen drängen sich derzeit tagtäglich Güterzüge, Personenzüge und S-Bahnen.

Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) hat jetzt in einer Pressekonferenz die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zum Ausbau der S4 zwischen Pasing und Eichenau vorgestellt.

Auf die Planung des dreigleisigen Ausbaus hatten sich Deutsche Bahn und Freistaat Bayern bereits 2014 verständigt. „Bei der Prognose bis 2030 ging man damals davon aus, dass die Zahlen für ein viertes Gleis nicht reichen. Als ich Verkehrsministerin wurde und mich mit dem Projekt befasst habe, war mir schnell klar, dass wir – auch wenn die Zahlen aktuell nicht für vier Gleise reichen – uns diese Option offenhalten müssen“, sagte Schreyer. Darum habe sie sich für einen dreigleisigen Ausbau mit Aufwärtskompatibilität zu einem späteren viergleisigen Ausbau eingesetzt.

Region wächst weiter

„Wir alle sehen, dass der Großraum München immer weiter wächst. Auch wenn es jetzt noch keinen Bedarf für ein viertes Gleis gibt, sind wir gut beraten, uns diese Option für die zukünftige Weiterentwicklung der S4 offenzuhalten“, sagte Schreyer. Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der DB AG für den Freistaat Bayern: „Wir begrüßen die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie. Sie bestätigt, dass der bisher vorgesehene Auftrag für den dreigleisigen Ausbau zu der erwarteten Verkehrsentwicklung passt. Gemeinsam mit dem Freistaat treiben wir die Planungen nun konsequent weiter voran. Unter Berücksichtigung eines vierten Gleises planen wir vorausschauend und in die Zukunft gerichtet.“

Für den dreigleisigen Ausbau der S4 West wurde bisher mit Gesamtkosten in Höhe von rund 660 Millionen Euro gerechnet. Die aktuelle Machbarkeitsstudie habe ergeben, dass die zur Sicherstellung der Aufwärtskompatibilität erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen im derzeit geschätzten Umfang rund 35 Millionen Euro mehr kosten als die bisherige Planung. „Unsere langjährige absolute Mindestforderung, beim Ausbau der Bahnstrecke von München ins Allgäu wenigstens von vorneherein vier Gleise zu planen, ist mit der heute verkündeten Entscheidung von Verkehrsministerin Schreyer erfüllt“, sagt Andreas Barth, Sprecher des Fahrgastverbands Pro Bahn. „Besser wäre es aber, auch gleich alle vier Gleise zu bauen.“ Ansonsten würden sich Fahrgäste auch nach der Eröffnung des dritten Gleises weiterhin mit einer schlechten Betriebssituation herumärgern müssen. „Wenn ernsthaft gewünscht ist, dass die Bürger auf die Bahn umsteigen, dann muss auch das Angebot passen und Platz in den Zügen sein und nicht nur ‘gerade noch nicht komplett überfüllt’ angestrebt werden“, sagt Barth.

Regelmäßige Kapazitätsgrenze

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Die Bahnstrecke von München über Geltendorf ins Allgäu sei aktuell mit der Linie S4 der Münchner S-Bahn, dem gesamten Verkehr von München ins Allgäu sowie in die Schweiz regelmäßig an der Kapazitätsgrenze und Quelle von weitreichenden Verspätungen. Im Rahmen des Ausbaus plane der Freistaat Bayern, für den Verkehr ins Allgäu und die Schweiz lediglich ein Streckengleis in beide Richtungen zu bauen. „Dadurch werden Verspätungen zwischen beiden Richtungen übertragen und zudem auch Verspätungen bei der Münchner S-Bahn erzeugt“, erläutert Barth.

Der Landtagsabgeordnete Alex Dorow begrüßt ebenso wie der Bundestagsabgeordnete Michael Kießling und Landrat Thomas Eichinger (alle CSU) die Entscheidung der Verkehrsministerin, beim Ausbau der S4-West ein viertes Gleis als Zukunftsoption in die Planung aufzunehmen. „Ich freue mich sehr über die Entscheidung aus München, denn ich habe mich immer für ein viertes Gleis eingesetzt“, sagt Alex Dorow, der für Landsberg und Fürstenfeldbruck-West im Bayerischen Landtag sitzt.