Corona-Proteste mit "Spaziergängen" im Allgäu

Hunderte Menschen protestieren im Allgäu gegen Corona-Maßnahmen

Bereits zwischen Weihnachten und Silvester demonstrierten die Menschen in Kempten gegen die Corona-Maßnahmen.

Bereits zwischen Weihnachten und Silvester demonstrierten die Menschen in Kempten gegen die Corona-Maßnahmen.

Bild: Ralf Lienert

Bereits zwischen Weihnachten und Silvester demonstrierten die Menschen in Kempten gegen die Corona-Maßnahmen.

Bild: Ralf Lienert

Im Allgäu und der Region haben am Montag erneut hunderte Menschen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Es gab 50 Anzeigen, ein Beamter wurde leicht verletzt.
04.01.2022 | Stand: 13:31 Uhr

Update, 4. Januar, 13.30 Uhr: Drei Beamte bei Corona-Protest in Memmingen verletzt

Drei verletzte Polizeibeamte waren die Folge einer Widerstandshandlung eines 29-jährigen Mannes in der Versammlung in Memmingen. Der Mann wurde während der Demo auffällig, nachdem er gegen die geltenden Auflagen verstieß, berichtet die Polizei. Als die Beamten dessen Personalien feststellen wollten, wurde er aggressiv und die Beamten brachten ihn mit Gewalt zu Boden. Bei der anschließenden Gewahrsamnahme und dem Transport in die Arrestzelle leistete er erneut Widerstand und beleidigte die Beamten massiv. Den Rest der Nacht verbrachte der stark alkoholisierte Mann in der Arrestzelle. Ihn erwartet nun eine Anzeige wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

Mehrere Proteste gegen die Corona-Regeln im Allgäu

Erneut haben am Montag im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West Menschen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl insgesamt auf etwa 4.000 Personen.

Zahlenmäßig fanden die größten Versammlungen von Kritikern der Corona-Politik in Ulm/Neu-Ulm mit rund 1.500 Protestlern, in Memmingen mit circa 600 und in Krumbach mit etwa 500 Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmern statt. In Mindelheim und Kempten nahmen je rund 400, beziehungsweise 300 Personen teil, so die Polizei. Bei zwei angezeigten Gegenversammlungen in Kempten und Memmingen fanden sich rund 100 Teilnehmer ein.

Die Einsatzkräfte stellten in 16 Städten im Zuständigkeitsbereich Versammlungen fest. Auch deutschlandweit gab es zahlreiche Corona-Proteste.

Die Bandbreite reichte dabei von angemeldeten stationären Versammlungen bis hin zu nicht angemeldeten "Spaziergängen." Die Polizei setzte insbesondere dort Einsatzschwerpunkte, wo es in der Vergangenheit zu Verstößen beispielsweise gegen Allgemeinverfügungen kam, die Versammlungsteilnehmer in größerem Ausmaß für Verkehrsbehinderungen sorgten oder sich nicht an Mindestabstände oder die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung hielten.

Beamter bei Corona-Protest in der Region verletzt

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Insgesamt leitete die Polizei mehr als 50 Verfahren ein, die Mehrzahl davon wegen Verstößen gegen die erlassenen Allgemeinverfügungen oder die Maskenpflicht. Von mehreren Dutzend weiteren Personen stellten die Einsatzkräfte noch die Identitäten fest oder erteilten Platzverweise.

Vereinzelt wehrten sich die Demo-Teilnehmer gegen die Polizei, ein Beamter wurde leicht verletzt. Die Polizei will nun herausfinden, wer die nicht angemeldeten Versammlungen organisiert hat. (Lesen Sie auch: Polizei leitet nach Corona-Spaziergängen in Kempten mehr als 180 Verfahren ein.)

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