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Corona: Impfpflicht-Aufschub von Söder - Reaktionen aus dem Allgäu

Corona-Pandemie

Das sind die Reaktionen in Kliniken und Pflegeheimen im Allgäu auf Söders Impfpflicht-Aufschub

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    Auch das Personal von Pflegeheimen wäre von der einrichtungsbezogenen Impfpflicht betroffen.
    Auch das Personal von Pflegeheimen wäre von der einrichtungsbezogenen Impfpflicht betroffen. Foto: Cordula Homann (Symbolbild)

    Viel diskutiert wurde die Corona-Impfpflicht für die Gesundheits- und Pflegebranche, die ab Mitte März gelten sollte. Nun will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sie erst einmal aussetzen, verkündete er am Montag. Mit Details soll sich das Kabinett in München am Dienstag befassen.

    „Die Umsetzung der partiellen Impfpflicht enthält viele Regelungslücken, daher begrüßt der Klinikverbund Allgäu die Initiative von Herrn Söder und des Freistaats Bayern“, sagt Klinikverbund-Geschäftsführer Andreas Ruland. Auch in den Häusern des Verbunds in Kempten, Immenstadt, Sonthofen, Oberstdorf, Ottobeuren und Mindelheim hätte ein Abwandern von Pflegekräften durch die partielle Impfpflicht gedroht, fügt er hinzu. Etwa zehn Prozent der Mitarbeiter im Klinikverbund gelten als ungeimpft.

    Allgäuer Klinik-Chef: Allgemeine Impfpflicht als "konsequente Lösung"

    Ruland spricht sich für eine allgemeine Impfpflicht als „konsequente Lösung“ aus. Die einrichtungsbezogene Impfpflicht hätte zuerst diejenigen getroffen, „die die gesamte Last der Corona-Krise aufgefangen und medizinisch gemeistert haben“. Klarheit und Verlässlichkeit wünscht sich der Klinik-Geschäftsführer daher von der Politik.

    Auch der Unterallgäuer Landrat Alex Eder (Freie Wähler) befürwortet das Aussetzen der Impfpflicht für Pflegekräfte: „In diesem Berufsfeld herrscht seit Jahren ein Personalmangel. Jede Kündigung würde uns weh tun.“ Deshalb habe er von Anfang an die Impfpflicht kritisiert, sagt er. „Der Berufsgruppe, die uns durch die Pandemie getragen hat, die freie Wahl über eine Impfung zu nehmen, empfang ich von vornherein als den falschen Weg.“

    „Durch einen Aufschub wäre einiges gewonnen – aber nur, wenn dann auch eine allgemeine Impfpflicht kommt“, sagt Albert Madlener, Leiter des Pflegeheims St. Ulrich in Memmingen. Madlener sorgt sich um die Mitarbeitenden, die wegen der Impfpflicht für Pflegeberufe gehen könnten oder nicht mehr eingesetzt werden dürften. In seinem Haus gebe es beim Personal zwar nur eine Handvoll Ungeimpfter, aber das Gesundheitswesen könne es sich nicht erlauben, auch nur ganz wenige Mitarbeiter zu verlieren. Das habe wohl auch der Ministerpräsident erkannt, sagt Madlener.

    Memminger Heimleiter: „Brauchen schnell klare Regeln“

    Der Memminger wünscht sich von der Politik und konkret dem Bundestag „schnell klare Regeln für eine allgemeine Impfpflicht“. Die müssten bis spätestens Ende April stehen, damit sie zum Herbst umgesetzt werden könnten. Positiv bewertet Madlener den Aufschub auch für die Gesundheitsämter. Denn die Behörden hätten trotz der aktuellen Belastungen auch noch über die einzelnen Fälle entscheiden sollen und gegebenenfalls ein Beschäftigungsverbot aussprechen müssen, fügt der Heimleiter hinzu.

    Aktuelles zur Corona-Pandemie im Allgäu und der Welt lesen Sie in unserem Newsblog.

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