Wie geht es mit der Psychosomatischen Reha-Klinik in Buching (Kreis Ostallgäu) weiter? Diese Frage stellen sich die Angestellten, da die Zukunft der 116 Betten großen Einrichtung erneut mehr als ungewiss ist. Bereits vor anderthalb Jahren wäre das Haus der Deutschen Rentenversicherung (DRV) beinahe geschlossen worden. Jetzt steht genau dies offenbar erneut zur Debatte.
Wie unsere Zeitung aus Mitarbeiterkreisen erfahren hat, befasst sich am morgigen Donnerstag der DRV-Vorstand „mit der Neustrukturierung der Klinik“, wie es in einer Mitteilung an die Angestellten hieß. Hintergrund ist, dass das Haus noch immer keinen neuen Chefarzt gefunden hat. Nach Informationen unserer Zeitung hatten sich 42 Bewerber um die vakante Stelle bemüht. Zu einer Einigung kam es allerdings mit keinem einzigen. Bislang übt Oberarzt Dr. Klaus Senftl kommissarisch diese Funktion aus.
Als das Ende der Klinik im Februar 2018 gerade so abgewendet werden konnte, war die Neubesetzung dieser Stelle eine Bedingung für den Fortbestand. Eigenen Angaben zufolge hatte die Klinik bis zuletzt immer größere Probleme, geeignetes medizinisches Fachpersonal zu finden. Derzeit sind knapp 90 Angestellte im Haus beschäftigt. DRV-Sprecherin Ingrid Högel wollte unserer Redaktion gegenüber weder dementieren noch bestätigen, dass eine Klinikschließung wieder zur Debatte steht. „Das ist derzeit nicht möglich“, hieß es lapidar. Da die DRV eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, müsste die Geschäftsführung eine solch weitreichende Entscheidung zunächst mit dem Vorstand und dann mit der Vertreterversammlung abstimmen. Diese tagt am 6. Dezember und wird sich voraussichtlich mit der möglichen Schließung befassen. Dabei spielt wohl auch eine Rolle, dass die Klinik nicht barrierefrei ausgebaut ist und ein solcher Umbau teuer wäre.
Paradox klingt all das für viele Mitarbeiter vor allem deshalb, weil das Haus bis zum heutigen Tag eine Auslastung von fast 100 Prozent vorweisen kann. Die Wartezeit für Erkrankte, die aus dem ganzen süddeutschen Raum kommen, beträgt mehrere Monate. Der Gebäudekomplex umfasst unter anderem ein Schwimmbad und eine Sporthalle und liegt auf einer Anhöhe nördlich von Buching. Das Areal umfasst fast fünf Hektar.
Die Ostallgäuer Klinik ist seit dem Jahr 1965 eine Rehabilitations-Einrichtung für Menschen mit psychischen und psychosomatischen Erkrankungen. Behandelt werden beispielsweise Depressionen sowie Angst- und Anpassungsstörungen. In der Region unterhält die Deutsche Rentenversicherung noch eine weitere Klinik im Westallgäuer Lindenberg.