Leutkirch

Ein Erfolg mit Abstrichen

Center Parcs Allgäu in Leutkirch

Center Parcs Allgäu in Leutkirch

Bild: Christoph Kölle

Center Parcs Allgäu in Leutkirch

Bild: Christoph Kölle

Bilanz Der Center Park Allgäu hat seit einem Jahr geöffnet, Manager Christoph Muth zieht bei knapp 1,1 Millionen Übernachtungen eine positive Bilanz. Doch es gibt auch Kritik von Gästen
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Von Simone Härtle
04.10.2019 | Stand: 17:03 Uhr

Als „gigantischen Erfolg“ bezeichnet Manager Christoph Muth den Center Park Allgäu. Seit einem Jahr hat das Feriendorf nahe Leutkirch nun geöffnet, nach Startschwierigkeiten und einer vorübergehenden Schließung(wir berichteten)seien mittlerweile alle anfänglichen Probleme wie etwa mit der Energieversorgung gelöst. Auch die Gäste sind größtenteils zufrieden, kritisieren aber nach wie vor die mangelnde Sauberkeit.

Knapp 1,1 Millionen Übernachtungen verzeichnete der Park im ersten Jahr seines Bestehens. Eröffnet hat er im Oktober 2018, seit April dieses Jahres sind alle 1000 Ferienhäuser fertig und bewohnbar. Allein seitdem wurden fast 670 000 Übernachtungen gezählt. Im Schnitt sind jeden Tag etwa 3650 Übernachtungsgäste im Park, dazu kommen je nach Jahreszeit und Wochentag 500 bis 4000 Tagesgäste. „Seit April bis zum Geschäftsjahresende am 30. September hatten wir eine Auslastung von 84 Prozent“, sagt Muth.

Etwa drei Viertel der Gäste kommen aus Deutschland, jeweils acht Prozent aus der Schweiz und den Niederlanden. Auch andere Nationalitäten seien gut vertreten, Besucher reisten beispielsweise auch aus Israel oder den Golfstaaten an, sagt Muth. Außerdem kommen auch Menschen aus der Region immer wieder in den Park, oft für einen Ausflug ins Schwimmbad oder zum Essen in eines der Restaurants. „Wir sind öfter mal hier“, sagt beispielsweise der 84-Jährige Albrecht Roth aus Leutkirch – gerne auch, wenn Besuch da ist. „Früher waren wir dann mit den Gästen rund um Schloss Zeil unterwegs, jetzt zeigen wir ihnen eben das Feriendorf“, sagt seine Frau Eveline Roth. An diesem Tag steht ein Klassentreffen auf dem Programm – samt Fahrt im Golfcart durch den Park.

Das Feriendorf ist aber nicht nur Reise- und Ausflugsziel für Urlauber und Einheimische, es ist auch der Arbeitsplatz von 1000 Mitarbeitern. Etwa ein Viertel von ihnen ist bei Center Parcs direkt angestellt, die anderen arbeiten für Partnerunternehmen, die nur teilweise aus der Region kommen. Zwei Reinigungsfirmen beispielsweise sind im Allgäu ansässig.

Gerade die Sauberkeit aber ist es, die bei einigen Gästen nach wie vor für Unmut sorgt. „Wir haben uns vor unserem Urlaub im Internet informiert und immer wieder gelesen, dass die Häuser oft nicht richtig sauber sind. Wir haben gehofft, dass uns das nicht trifft, aber ich kann das leider nur bestätigen“, sagt Katrin Raquet aus Worms. Ein Familienvater aus Hessen ist der gleichen Meinung: „Es war staubig, als wir in unsere Hütte kamen. Und die Spülmaschine funktioniert nicht richtig.“ Das sei zwar ärgerlich, ansonsten gefalle es ihnen im Park aber sehr gut. „Der Badebereich ist einfach ein Traum.“ Die Familie ist derzeit zum ersten Mal im Center Park Allgäu, hat aber schon ihren nächsten Urlaub dort gebucht. Laut Muth halten sich die Beschwerden in Relation zur Besucherzahl im Rahmen. Er versichert aber, jede Kritik werde ernst genommen. Zudem veränderten sich die Service-Ansprüche der Gäste stetig. Sich dem anzupassen, sei ein „fortlaufender Prozess“.

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Im Center Park Allgäu hofft man auf Routine

60 Prozent der Besucher sind zuvor noch nie in einem Center Park gewesen, sagt Muth. Viele von ihnen würden durch den Aufenthalt im Allgäu aber zu Fans der Feriendörfer und des Allgäuer Parks im Besonderen. „Spitzenreiter ist eine Familie aus Hessen, die seit der Eröffnung sieben Mal hier war“, sagt Muth. Auch Ramona Riesle und Björn Fünfschilling aus der Schweiz haben schon ihren nächsten Aufenthalt gebucht. „Der Park ist nicht zu groß und die Außenanlagen sind einfach toll“, finden sie. Auch auf Kritik werde schnell reagiert.

Der Unterhalt ist nicht ganz billig: „Die Anlage kostet 200 000 Euro – und das jeden Tag“, sagt Muth. Im ersten Geschäftsjahr habe das Feriendorf 70 Millionen Euro Umsatz gemacht, 65 Prozent davon mit der Vermietung der Häuser. 20 Prozent machten die Gastronomie samt Supermarkt und Bäckerei aus, 15 Prozent des Umsatzes kommen aus den Shops und Freizeiteinrichtungen.