Rätselhafter Fall

Er befürchtete eigene Ermordung: 35-jähriger Deutscher bleibt spurlos in Tirol verschwunden

Ein Vermisstenfall in Tirol bleibt weiter rätselhaft.

Ein Vermisstenfall in Tirol bleibt weiter rätselhaft.

Bild: Archivfoto

Ein Vermisstenfall in Tirol bleibt weiter rätselhaft.

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Unter mysteriösen Umständen bleibt ein 35-jähriger Deutscher in Tirol spurlos verschwunden. Der Mann befürchtete laut SMS-Mitteilungen seine eigene Ermordung.
30.09.2020 | Stand: 17:32 Uhr

Der Fall des vor drei Jahren spurlos in Tirol verschwunden Adrian Lukas wird immer mysteriöser. Der 35-Jährige soll vor seinem Tod in SMS-Mitteilungen an Familienmitglieder seine Ermordung angekündigt haben. Diese bestätigt Claus Meffert, Anwalt der Familie Lukas, auf Nachfrage unserer Redaktion. Die Familie hofft seit Jahren vergeblich auf eine heiße Spur. Der rätselhafte Fall soll demnächst in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" thematisiert werden. Kontakt zum Sender besteht nach Angaben der Familie bereits, ein Ausstrahlungstermin ist noch offen.

Rätselhafte Botschaften kündigen von bevorstehender Ermordung

"Die wollen mich umbringen." Diese SMS-Mitteilung schickte Adrian Lukas am 25. September 2017 - dem Tag seines spurlosen Verschwindens - um 13.02 Uhr an seinen Vater.

Wenig später schrieb der 1,76 Meter große Mann aus Görlitz weitere Nachrichten, in denen er seinen eigenen offenbar kurz bevorstehenden Tod thematisierte. "Ich weiß nicht, ob ich heute überleben werde", heißt es darin. Und: "Wenn ich mich heute nicht mehr melde, ist es das Ende."

Weitere Familienmitglieder erhielten düstere SMS

Weitere Familienmitglieder erhielten ähnliche düstere SMS-Botschaften, in denen er unter anderem mitteilte, im Falle einer Ermordung neben Oma und Opa begraben werden zu wollen.

Für die Familie sind die Nachrichten klare Hinweise, dass der 35-Jährige einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein könnte. Doch bis heute ist der Fall ungeklärt. "Die Ungewissheit ist für uns das Schrecklichste", sagt sein Vater Richard unserer Redaktion. "Einen Suizid schließen wir aus. Dafür gab es keinen Grund." Er beschreibt seinen Sohn als "fröhlich, fleißig, als einfach guten Jungen."

Am Tag seines Verschwindens soll sich der Vermisste in St. Anton aufgehalten haben. Der gebürtige Görlitzer heuerte bei einem Unternehmer aus seiner Heimatstadt für Montagearbeiten auf einer Hotel-Baustelle in St. Anton an. Sein Vater hatte ihm den Job vermittelt.

Fünf Tage vor seinem Verschwinden traf Lukas mit seinem Chef am Arlberg ein und bezog ein Hotelzimmer in der Nähe der Baustelle. Wie SMS-Mitteilungen an die Familie nahelegen, soll das Verhältnis zwischen dem 35-Jährigen und seinem neuen Arbeitgeber von Beginn an nicht das beste gewesen sein.

Vater des Vermissten: "Es gibt viele Widersprüche"

Die österreichischen Polizei ermittelte später, dass sich Adrian Lukas am Tag seines Verschwindens nach der Mittagspause wegen einer angeblichen Magen-Darm-Infektion bei seinem Chef krank meldete. Wenig später sahen Zeugen Lukas im Hotel. Seither fehlt von ihm jegliche Spur. Auch eine europaweite Fahndung blieb ohne Ergebnis. "Wir haben das Gefühl, dass der Fall von der österreichischen Polizei nicht mit Nachdruck verfolgt wird. Es gibt viele Widersprüche", klagt Richard Lukas.

Drei Jahre nach dem letzten Lebenszeichen von Adrian Lukas hat die Familie die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben, dass sich neue Hinweise finden, die den mysteriösen Fall aufklären.