Eishockey

Erstes Interview: So tickt der neue Trainer des EV Füssen

In der vergangenen Saison war Marko Raita noch als Co-Trainer für Zweitligist Löwen Frankfurt aktiv, jetzt wird er alleinverantwortlicher Trainer beim EV Füssen und unterschreibt einen Vertrag für zwei Jahre.

In der vergangenen Saison war Marko Raita noch als Co-Trainer für Zweitligist Löwen Frankfurt aktiv, jetzt wird er alleinverantwortlicher Trainer beim EV Füssen und unterschreibt einen Vertrag für zwei Jahre.

Bild: EV Füssen

In der vergangenen Saison war Marko Raita noch als Co-Trainer für Zweitligist Löwen Frankfurt aktiv, jetzt wird er alleinverantwortlicher Trainer beim EV Füssen und unterschreibt einen Vertrag für zwei Jahre.

Bild: EV Füssen

Mit dem Finnen Marko Raita hat der EV Füssen seinen neuen Cheftrainer vorgestellt. Was er über seinen neuen Job denkt und welche Ziel er hat, verrät er hier.
16.05.2021 | Stand: 07:34 Uhr

Er hat nicht viel Zeit, als wir den neuen Trainer des EV Füssen zuhause in Finnland zum Interview erreichen. „Ich opfere hier gerade meine Mittagspause“, sagt Marko Raita und lacht. In seinem Heimatland absolviert er derzeit noch einen Trainerlehrgang. Spätestens im Juni will er aber das erste Mal nach Füssen kommen und sich einen ersten Eindruck von seiner künftigen Wirkungsstätte verschaffen. Deutschland und das hiesige Eishockey kennt Raita bereits. Denn die vergangenen drei Jahre fungierte er als Co-Trainer beim Zweitligisten Löwen Frankfurt.

Neuer Trainer des EV Füssen: Marko Raita bringt viel Erfahrung aus der Eishockey-Nachwuchsarbeit mit

Seine ersten Schritte als alleinverantwortlicher Coach will er jetzt in Füssen wagen. „Ich hatte sehr gute Gespräche mit Andreas Becherer und Thomas Zellhuber“, sagt Raita. „Ich glaube, dass wir eine ähnliche Philosophie verkörpern.“ Denn der 41-Jährige ist es gewohnt, junge Spieler auszubilden und sie auf dem Weg nach oben zu begleiten. „Gerade eben hat einer meiner ehemaligen Schützlinge, Valtteri Puustinen, einen Vertrag in der National Hockey League (NHL) unterschrieben“, erzählt Raita. Ausgebildet hat er ihn im Klub seiner Heimatstadt, HPK Hämeenlinna – einem finnischen Erstligisten. Dort hatte er die U18-Mannschaft von HPK betreut, zunächst als Co-Trainer, dann als Head Coach. Zu dem Trainerteam, dem er vorstand, gehörten auch in Deutschland bekannte Spieler wie Max Kenig (Leipzig) oder Janne Kujala (Sonthofen).

Marko Raita war zuvor Co-Trainer bei den Löwen Frankfurt in der DEL2

Als Spieler war er zuvor hauptsächlich in der zweiten sowie dritten Liga Finnlands aktiv gewesen. Außerdem unternahm er in seiner Karriere auch kurze Abstecher nach Italien sowie Australien. 2013 beendete der Stürmer diese aktive Laufbahn und startete eine Trainerausbildung. 2018 folgte der Wechsel nach Deutschland und damit der erste Schritt in den Seniorenbereich. Zusammen mit zwei Landsmännern bildete er das Trainerteam der Frankfurter Löwen in der DEL2. Diese hatten einen Drei-Jahres-Plan ausgearbeitet, um vielversprechende Talente zu fördern und ein Team für den 2021 möglichen DEL-Aufstieg zu formen. Während der erste Punkt des Plans voll aufging und nun einige an der Türe der höchsten Spielklasse anklopfen, wurden die Löwen zwar zweimal Hauptrunden-Meister, zuletzt aber auch zweimal durch Corona ausgebremst. Zuletzt war Raita hier nach der im Dezember erfolgten Trennung von Head-Coach Olli Salo als Assistent von Franz-David Fritzmeier tätig. Nach diesen drei turbulenten Jahren strebt der Coach nun einen weiteren Schritt in seiner Karriere an. „Ich habe mich umgehört in Eishockeykreisen und viel Gutes über Füssen erfahren“, sagt Raita. Es habe ihm imponiert, wie der Verein nach der Insolvenz so schnell wieder nach oben kam. „Das war nur mit ehrlicher Arbeit umsetzbar, für die ich auch stehen möchte.“

Das sagen die Verantwortlichen des EV Füssen über ihren neuen Cheftrainer

Der EV Füssen betont, man habe sich bewusst die nötige Zeit genommen, um die bestmögliche Personalie zu präsentieren – einen Trainer, der sowohl Erfahrung im Seniorenbereich vorweisen könne, sich aber auch die Weiterentwicklung junger Spieler zum Ziel gesetzt hat. Sportdirektor Andreas Becherer setzt sogar noch einen drauf: „Schon nach dem ersten Gespräch war uns klar, dass er der Richtige für den EV Füssen ist.“ Seine Art, die Vorstellung von Menschenführung und dem Sport seien deckungsgleich mit der Philosophie des Vereins. Für die Entscheidung sei auch mit ausschlaggebend gewesen, dass Raita bereits in der Vergangenheit im Senioren- und Nachwuchsbereich tätig gewesen sei. Raita selbst beschreibt seine Vorstellung vom idealen Eishockey als typisch finnisch: „Ich möchte in aller erster Linie als Fünf-Mann-Einheit agieren – mit sehr geringen Abständen“, erklärt der Fachmann. In seiner Zeit in Frankfurt habe er beobachtet, dass es in Deutschland jedoch auch sehr viele nordamerikanische Einflüsse beim Spielsystem gibt. „Ich möchte deshalb von beiden Philosophien das beste vereinen.“

Marko Raita ist nicht der erste finnische Trainer beim EV Füssen. Zuvor war etwa schon der beliebte Juhani Wahlsten in Füssen hinter der Bande gestanden (Bildmitte).
Marko Raita ist nicht der erste finnische Trainer beim EV Füssen. Zuvor war etwa schon der beliebte Juhani Wahlsten in Füssen hinter der Bande gestanden (Bildmitte).
Bild: Archiv: Benedikt Siegert

Raita ist der dritte finnische Trainer beim EV Füssen

Noch sehr wortkarg gibt sich der neue Mann hinter der Bande hingegen, was das Saisonziel angeht. „Da möchte ich noch abwarten.“ Schließlich sei der Kader noch nicht vollständig. Gut möglich, dass auch noch ein Importspieler aus Skandinavien zum Team stößt. Raita gilt in seinem Heimatland als sehr gut vernetzt. „Das allerwichtigste für mich ist aber ohnehin die tägliche Arbeit, wenn wir die gut bewältigen, werden wir auch Erfolg haben.“ Marko Raita ist übrigens nach Juhani Wahlsten und Jorma Siitarinen bereits der dritte Trainer aus Finnland an der Bande des EVF.

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