Curling-EM in Norwegen

Füssener Frauen jubeln über EM-Bronzemedaille

Anspannung vor dem Spiel um Platz drei: Daniela Jentsch und ihre Teamkolleginnen vom CC Füssen können am Freitag gegen Russland EM-Bronze gewinnen.

Anspannung vor dem Spiel um Platz drei: Daniela Jentsch und ihre Teamkolleginnen vom CC Füssen können am Freitag gegen Russland EM-Bronze gewinnen.

Bild: WCF/Caroline Stucki

Anspannung vor dem Spiel um Platz drei: Daniela Jentsch und ihre Teamkolleginnen vom CC Füssen können am Freitag gegen Russland EM-Bronze gewinnen.

Bild: WCF/Caroline Stucki

Das kleine Finale gegen Russland wurde zur Nervenschlacht - und endete mit einem 9:6-Happy-End.
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Von Thomas Weiß
26.11.2021 | Stand: 21:40 Uhr

UPDATE von Freitag, 18 Uhr:

Anspannung bei den deutschen Frauen in Norwegen - und natürlich auch bei den vielen Curling-Fans zuhause im Allgäu. Das "kleine Finale" in Lillehammer hat pünktlich um 18 Uhr begonnen. Russland hat das erste End mit 1:0 gewonnen, doch die Deutschen antworteten promt zum 1:1. Das Hin und Her geht munter weiter: 1:3, 3:3, 3:5, 5:5. Jentsch & Co. egalisieren immer wieder den Rückstand. Es bleibt megaspannend. Und: In dieser Nervenschlacht ist für das Team von Trainer Holger Höhne Bronze immer noch zum Greifen nahe ... Aber die Russinnen lassen nicht locker. Wieder gehen sie mit 6:5 in Führung. Jetzt wird's zum Herzschlag-Finale: Das neunte End gewinnen die Füssenerinnen mit 2:0 und gehen erstmals in dieser Begegnung mit 7:6 in Führung. Jetzt heißt's Daumendrücken! Mittlerweile dauert die Partie schon 2 3/4 Stunden.

JETZT IST ES GESCHAFFT. Nach einem sensationellen Schlussakkord gewinnen die deutschen auch das zehnte und letzte End mit 2:0 und gewinnen nach dem 9:6-Erfolg wie 2018 EM-Bronze. Gratulation nach Norwegen !!

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Curling

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UPDATE vom Donnerstag, 23 Uhr:

Das war verdammt knapp. Die deutschen Frauen boten dem Vorrunden-Sieger Schottland im Halbfinale einen heißen Kampf und unterlagen erst nach knapp drei Stunden Spielzeit mit 4:7. Bis zum achten End hielten Jentsch & Co. bravourös mit. Die Partie war bis zum 4:4 ausgeglichen. Das neunte End ging dann mit 2:0 und das zehnte und letzte End mit 1:0 an die Schottinnen, die damit am Samstag im Finale auf Schweden treffen. Das deutsche Team trifft bereits am Freitag ab 18 Uhr im Spiel um Platz drei auf Russland und kann den Gewinn der Bronze-Medaille von den Titelkämpfen 2018 in Estland wiederholen. Die Vorrunden-Begegnung jetzt in Lillehammer entschieden die Russinen mit 7:4 für sich. Die deutschen Curlerinnen haben also noch eine Rechnung offen.

Trainer Holger Höhne ließ per WhatsApp aus Norwegen wissen: "Wir haben bis zum fünften End super gespielt. Da war die Leistung des gesamten Teams umwerfend. Die Schottinnen waren ständig unter Druck. Leider hatten wir aber Mühe, unser Spiel an die sich ändernden Eisverhältnisse anzupassen. Da haben sich die Schottinnen leichter getan als wir." Frustriert sei sein Team nur kurz gewesen. Die Vorfreude übers Spiel um Platz drei habe schnell überwogen. "Bronze ist sicher ein realistisches Ziel", gab sich Höhne optimistisch.

Nachricht von Donnerstag, 12 Uhr:

Bei der Curling-Europameisterschaft in Lillehammer (Norwegen) haben die deutschen Frauen um Skip Daniela Jentsch vom CC Füssen das Halbfinale erreicht. Dank des direkt gewonnenen Vergleichs mit den punktgleichen Schweizerinnen beendete das deutsche Team die Vorrunde hinter Schottland, Russland und Schweden auf Platz vier. Am Donnerstagvormittag gelang mit dem deutlichen 11:4-Erfolg gegen Tschechien in der letzten Vorrunden-Partie der sechste Sieg bei diesem Turnier.

Trainer Holger Höhne: Es ist alles drin

Trainer Holger Höhne sieht nun gespannt dem Halbfinale am Donnerstagabend (ab 20 Uhr) gegen Schottland entgegen. "Es ist alles drin. Auch so ein Halbfinale beginnt bei 0:0. Die Mädels werden ihr Bestes geben. Und dann lassen wir uns überraschen." Zuversichtlich stimmt ihn, dass Schottland seine einzige Vorrunden-Niederlage gegen Italien kassiert hat, einen vermeintlich leichten Gegner. Wer weiß, vielleicht unterschätzen die Schottinen ja auch das deutsche Team. Ein Sieg und damit der Einzug ins Finale am Samstag wären eine Riesenüberraschung. Vor drei Jahren holten Jentsch & Co. bei der EM in Tallin (Estland) die Bronzemedaille. Im Halbfinale gab's damals eine knappe 4:6-Niederlage gegen die Schweiz.

Achtungserfolge für deutsche Männer

Nur auf Tabellenplatz acht und damit weit entfernt von den Halbfinal-Plätzen liegen nach neun Vorrunden-Begegnungen die deutschen Männer mit den Füssenern Marc Muskatewitz und Joshua Sutor. Sie erlebten im bisherigen Turnierverlauf eine Berg- und Talfahrt. Immerhin sprangen gegen Niederlande, Tschechien und Dänemark auch drei Siege raus. Auch gegen die favorisierten Norweger und Schweden zog sich das Team um Skip Sixten Totzek (Baden-Hills) achtbar aus der Affäre. Das fehlende Glück im gesamten Turnier spiegelte sich auch in der Abschluss-Begegnung gegen die Schweiz wider. Lange konnten die Deutschen die Partie offen halten, im Zusatzend unterlagen sie am Ende aber mit 6:7.

Vorrunden-Ergebnisse der deutschen Teams

Frauen: Estland 13:3, Italien 6:4, Schweiz 6:5, Schottland 5:9, Dänemark 10:5, Russland 4:7, Türkei 9:6, Schweden 6:7, Tschechien 11:4

Abschlusstabelle nach 9 Runden 1. Schottland 8:1, 2. Russland und Schweden 7:2, 4. Deutschland 6:3, 5. Schweiz 6:3, 6. Italien 4:5, 7. Türkei 3:6, 8. Dänemark 2:7, 9. Tschechien 2:7, 10. Estland 0:9.

Männer Finnland 3:8, Niederlande 5:3, Tschechien 9:8, Norwegen 4:7, Schottland 5:10, Schweden 6:9, Dänemark 8:6, Italien 5:11, Schweiz 6:7 im Zusatzend

Abschlusstabelle nach 9 Runden: 1. Schottland 9:0, 2. Schweden 7:2, 3. Italien 6:3, 4. Norwegen 5:4, 5. Schweiz 5:4, 6. Dänemark 4:5, 7. Tschechien 4:5, 8. Deutschland 3:6, 9. Niederlande 1:8, 10. Finnland 1:8.