Badespaß

Alpspitz-Bade-Center rechnet wegen Corona mit Verlusten

Badespaßtag im Alpspitz-Bade-Centrum ABC Nesselwang.
Aqua-Zumba: Daniela Lenzenhuber machte im Trockenen vor, wie man im Wasser tanzen kann.

Drei Szenarien hat das Alpspitz-Bade-Center in Nesselwang erstellt, wie die Wiedereröffnung laufen könnte und wie hoch die Kosten dafür wären.

Bild: Alexander Berndt (Archiv)

Drei Szenarien hat das Alpspitz-Bade-Center in Nesselwang erstellt, wie die Wiedereröffnung laufen könnte und wie hoch die Kosten dafür wären.

Bild: Alexander Berndt (Archiv)

Eine Öffnung des Hallenbades ist frühestens in drei Wochen möglich. Welche möglichen Szenarien es gibt und wie hoch die Kosten dabei wären.

Von Andreas Schubert
27.06.2020 | Stand: 18:15 Uhr

Der Marktgemeinderat Nesselwang hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, das Alpsitz-Bade-Center (ABC) ab Mitte Juli wieder zu öffnen. Allerdings könne es nur einen Teilbetrieb mit reduzierten Gästezahlen und unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzeptes geben, erklärte ABC-Geschäftsführer André Weißenburger. „Bis zur behördlichen Betriebsuntersagung am 15. März ist das Bad gelaufen wie geschnitten Brot“, meinte er zur Situation zu Beginn des Jahres. Mit 51 991 Gästen waren die Zahlen etwas höher als im Vergleichszeitraum 2019 (49 418).

Noch ist unklar, wie es weitergeht

Wie sich die betriebswirtschaftliche Situation für den Rest des Jahres darstellt, könne niemand sagen. Das hänge unter anderem davon ab, wie sich die Pandemiesituation in den nächsten Wochen entwickelt und ob es dann wieder zu einer Schließung des Bades komme. Es sei nicht absehbar, wie hoch die Akzeptanz der Bevölkerung für einen Besuch ist, so Weißenburger. Man habe drei mögliche Szenarien geprüft und die zu erwartenden Kosten ermittelt. Als Berechnungsbasis für die Gästezahl gilt eine Person pro zehn Quadratmeter. Im Falle des ABC wären maximal 220 Gäste zulässig.

Wenn das Bad ganz geschlossen bleibe, läge der Verlust bei 470 000 Euro. Bei einem Betrieb mit 100 Personen gleichzeitig und höchstens 300 am Tag wären es über 650 000 Euro Verlust. Etwa 400 000 Euro Verlust wären es, wenn 220 Personen gleichzeitig und 500 pro Tag kommen würden. Für die Marktgemeinde wären das Mehrkosten zwischen 260 000 und 511 000 Euro.

Gemeinderäte plädieren für Wiedereröffnung

„Wir sollten auf jeden Fall einen Wiedereinstieg praktizieren und als Markt notfalls etwas Geld drauflegen. Der Haushalt des Marktes hält’s im Jahr 2020 aus“, meinte Gemeinderat Gerhard Straubinger (CSU) zur Kostenprognose. Auch Andrea Allgaier (Freie Wähler) und Wolfgang Köberle (CSU) plädierten für eine Wiedereröffnung. Peter Schlichtling (CSU) betonte, dass er großes Vertrauen in die Geschäftsführung habe.

Zur Personalsituation erklärte André Weißenburger, dass sich 95 Prozent der Mitarbeiter in Kurzarbeit befinden und dass bisher niemand entlassen wurde. Um die Zeit der Schließung sinnvoll zu nutzen, hatte man die normalerweise im September übliche Revision vorgezogen. Eine Wiederinbetriebnahme wird etwa drei Wochen dauern. Das bedeutet, dass mit einer Eröffnung ab Mitte Juli zu rechnen ist.

Gutes Jahresergebnis gebilligt

Das Jahresergebnis 2019 ist positiv – die Besucherzahlen sind wieder auf einem hohen Niveau, sagte Weißenburger. Sie stiegen 2019 auf 208 645 Gäste. Es habe sich gezeigt, dass ein großer Anteil der Besucher die verschiedenen Kartensysteme (Vitales Land, Gästekarte/KönigsCard, Bad Hindelang PLUS) nutzt. „Die Kartensysteme haben uns geholfen, die Besucherzahlen einigermaßen stabil zu halten“, betonte er.

Die Bilanz des Jahres 2019 zeigt, dass den 1,63 Millionen Euro Einnahmen (2018: 1,54 Millionen) rund 1,74 Millionen Euro Ausgaben (2018: 1,73 Millionen) gegenüberstehen. Das führt zu einem Fehlbetrag von 103 525 (2018: 188 791 Euro). Damit fiel die Bilanz besser aus als im Haushaltsansatz erwartet.

Die Erträge durch die Besucher lagen bei 7,88 Euro pro Gast, der Aufwand pro Besucher bei 8,34 Euro. „Das ist ein hervorragendes Ergebnis“, lobte Bürgermeister Pirmin Joas (CSU) den Geschäftsführer André Weißenburger.