Füssen

Brad Miller verstärkt Defensive des EV Füssen

Bei Ausrüster Schanner Eishockeyartikel begrüßte EVF-Trainer Andreas Becherer (links) gestern seinen Neuzugang Brad Miller.

Bei Ausrüster Schanner Eishockeyartikel begrüßte EVF-Trainer Andreas Becherer (links) gestern seinen Neuzugang Brad Miller.

Bild: Benedikt Siegert

Bei Ausrüster Schanner Eishockeyartikel begrüßte EVF-Trainer Andreas Becherer (links) gestern seinen Neuzugang Brad Miller.

Bild: Benedikt Siegert

Er ist mehrfacher "Verteidiger des Jahres" in der Oberliga Süd und hat nun beim EV Füssen angeheuert: Brad Miller. Was eine Frau mit seinem Wechsel zu tun hat.
28.08.2020 | Stand: 16:00 Uhr

Mit Flugnummer DL 130 ist am frühen Freitagmorgen in München die erhoffte Verstärkung für die Defensive des EV Füssen eingetroffen: Passagier der Delta Airlines Maschine von Atlanta nach München war kein geringerer als Brad Miller, mehrfacher Verteidiger des Jahres in der Eishockey Oberliga Süd. Der 34-Jährige stand im vergangenen Jahr noch beim Nachbarn EC Peiting unter Vertrag, unterzeichnete jetzt aber einen Vertrag beim Altmeister, der vorläufig bis Ende 2020 befristet ist.

Partnerin Jenny Harß nimmt ihn am Flughafen in Empfang

„Ich freue mich schon auf die erste Trainingseinheit am Montag mit den neuen Teamkollegen“, sagte der US-Amerikaner im Gespräch mit unserer Zeitung. In Empfang genommen wurde Miller am Flughafen von Nationaltorhüterin Jenny Harß, mit der er seit mehreren Jahren liiert ist. Schon kurz danach ging es weiter zum EVF-Ausstatter Schanner Eishockeyartikel, wo der Verteidiger seine neuen Schlittschuhe anprobierte und die neuen Schläger testete.

Reisestrapazen waren ihm dabei kaum anzumerken. „Ehrlicherweise war es trotz Corona recht entspannt“, sagte Miller. Die Flughäfen seien so gut wie menschenleer gewesen. Nervig sei einzig der Papierkram im Vorfeld gewesen. Und er habe zur Einreise nach Deutschland einen negativen Testbefund nachweisen müssen. Aber das sei letztlich kein Problem gewesen.

Brad Miller erhält beim EV Füssen das Jersey mit der 74

Miller wird mit der Rückennummer 74 für den EV Füssen auflaufen. Wann das allerdings in einem Ligaspiel der Fall sein wird, ist fraglich. „Solange wir nichts anderes wissen, gilt unser Fokus dem 16. Oktober“, sagt Trainer Andreas Becherer. Zu diesem Termin soll die Oberliga-Saison nach letzter Auskunft des Deutschen Eishockey Bunds (DEB) starten. Ob dieser Zeitplan allerdings zu halten ist, erscheint fraglich. Die Bundesregierung will in Sachen Sportveranstaltungen nämlich eine gesonderte Arbeitsgruppe einrichten, die einen Vorschlage ausarbeitet. Als Termin dafür wurde Ende Oktober genannt. Wie diese politische Hängepartie auch ausgeht, Miller wird das Team des EV Füssen in jedem Fall gehörig verstärken. So viel steht fest. Das betonte EVF-Coach Becherer am Freitag gleich mehrfach. Und das hat auch einen Grund: Von 2016 bis 2019 wurde der US-Amerikaner dreimal zum besten Verteidiger der Oberliga Süd gewählt, bestach mit seiner großen Offensivstärke und sage und schreibe 316 Scorerpunkten aus 285 Partien der dritten Spielklasse. Ebenso wie Sam Payeur kam Brad dem Verein sehr entgehen, da er unbedingt für den EVF spielen möchte, und machte so die Verpflichtung erst möglich. Der Vertrag läuft zunächst bis zum Ende des Kalenderjahres und kann je nach Lage vom Verein bis zum Ende der Spielzeit verlängert werden.

In seiner College-Zeit spielte Miller für die angesehene University of North-Dakota und konnte dort bereits mit 69 Zählern aus 128 Spielen auf sich aufmerksam machen. Die Folge waren drei Spielzeiten in der starken nordamerikanischen Profi-Liga ECHL (East Coast Hockey League), wo ihm in 94 Partien 17 Treffer und 29 Vorlagen gelangen. 2013 folgte der erste Sprung nach Deutschland, wo er zum Saisonende den EC Bad Nauheim verstärkte und in den Playoffs mit seinem Solo das entscheidende Tor zu Meisterschaft und DEL2-Aufstieg der Roten Teufel markierte.

Verletzungsprobleme sind passé

Nach einem inaktiven Jahr folgte eine Spielzeit in Sonthofen sowie weitere fünf für den EC Peiting in der Oberliga Süd. Dabei erzielte er in insgesamt 262 Partien für einen Abwehrspieler überragende 100 Tore und bereitete weitere 200 vor. Viermal in Folge war der Rechtsschütze torgefährlichster Verteidiger, feierte 2019 mit dem ECP die Meisterschaft. Die vergangene Saison war dann aber eine zum Vergessen für den offensivstarken Abwehrspieler. Gesundheitlich angeschlagen kam er lediglich zu sieben Einsätzen mit vier Vorlagen.

„Grundsätzlich kann es jeden Sportler in seiner Karriere mit einem längeren Ausfall erwischen“, meint Becherer dazu. Er sei aber der Überzeugung, Miller könne an sein schon gezeigtes Leistungsniveau anknüpfen. „Ich bin da sehr zuversichtlich“, sagt der Coach. Und fügt an: „Unsere Spielweise wird ihm entgegen kommen, und wer weiß, vielleicht ist er sogar das noch fehlende Puzzlestück für unser Offensivspiel.“