Curling

Curling-WM in Füssen wirft bereits ihre Schatten voraus

Die deutsche Curling Junioren-Nationalmannschaft: Von links Benny Kapp, Felix Messenzehl, Klaudius Harsch, Johannes Scheuerl und Magnus Sutor.

Die deutsche Curling Junioren-Nationalmannschaft: Von links Benny Kapp, Felix Messenzehl, Klaudius Harsch, Johannes Scheuerl und Magnus Sutor.

Bild: Kapp

Die deutsche Curling Junioren-Nationalmannschaft: Von links Benny Kapp, Felix Messenzehl, Klaudius Harsch, Johannes Scheuerl und Magnus Sutor.

Bild: Kapp

Am Sonntag startet für zwei Ostallgäuer die Junioren-WM in Schweden. Nächstes Jahr wird sich die Welt-Elite nach 35 Jahren wieder in Füssen messen.
13.05.2022 | Stand: 14:50 Uhr

Das Thermometer kratzt zur Zeit an der 30-Grad-Marke. Doch zwei Ostallgäuer haben momentan nur das Eis im Kopf: Benny Kapp (19) aus Unterthingau und Magnus Sutor (21) aus Füssen stecken mitten in den Vorbereitungen auf die Curling-Weltmeisterschaft der Junioren im schwedischen Jönköping. Und das zu einer für Wintersport eigentlich völlig untypischen Jahreszeit. „Wegen der Corona-Lage wurde die WM vom März in den Mai verlegt“, erzählt ihr Trainer Andy Kapp. Die Saison für das deutsche Nationalteam habe sich damit auf ganze elf Monate ausgedehnt. „Die Jungs kommen inzwischen schon etwas auf dem Zahnfleisch daher“, sagt Kapp.

Curling Junioren WM findet 2023 in Füssen statt

Fast zwei Monate konnte das Team nämlich keinen Wettkampf bestreiten mangels geeigneter Turniere. Denn die Curling-Saison, sie ist eigentlich vorbei. „Der Zeitpunkt ist schon extrem spät“, meint Kapp.

Der Flieger nach Göteborg hebt mit der siebenköpfigen Curling-Reisegruppe bereits am Freitag ab. Aktueller Wetterbericht: Kühle 13 Grad und Regen.

Mit dabei sind neben Sutor, den beiden Kapps auch Johannes Scheuerl und Felix Messenzehl (beide Oberstdorf) sowie Physiotherapeut Lukas Fritsch. Die Vorfreude auf die am Sonntag beginnende WM sei trotz des späten Termins hoch. „Das Team hat eine gute Saison hinter sich, nahm sogar an drei Weltcups der Erwachsenen teil, bei denen sie jeweils die Play-offs erreichten“, sagt Kapp. Und Druck, den gibt es diesmal ohnehin nicht. Denn Füssen wird im kommenden Jahr Ausrichter der Weltmeisterschaft der A-Junioren sein. Damit ist das deutsche Team als Gastgeber bereits fix qualifiziert.

Team Kapp will bei der Junioren-WM in Schweden in die Play-offs

„Unser Anspruch ist es aber dennoch, um die Plätze sechs bis sieben mitzuspielen“, sagt der Coach. Italien, Schottland und Schweden hält er für die ärgsten Konkurrenten. Die Kanadier dagegen seien schwer einzuschätzen. „Ein Platz in den Play-offs ist in jedem Fall unser Ziel.“ Einer, der weiß, wie man eine Medaille bei der WM holt, steht schließlich auch im Aufgebot. Alternate-Spieler Klaudius Harsch ergatterte vor wenigen Wochen in Genf Bronze im Mixed-Wettbewerb der Erwachsenen. Es war die erste WM-Medaille für die deutschen Curler seit 2010.

Deutsches Curling ist nach WM-Bronze im Aufwind

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Ganz allgemein verspürt die Sportart momentan wieder etwas Aufwind. Dazu beitragen soll auch die erste A-WM in Füssen seit 1988. „Das wird für unseren Sport und für Füssen eine super Sache“, sagt Kapp, der zugleich als Vize-Vorsitzender des Organisationskommittes fungieren wird.

Rund 100 Helfer werden vom 28. Februar bis 5. März dafür sorgen, dass die Nachwuchs-Elite im Curling beste Bedingungen vorfinden wird. Für die Ausrichtung verantwortlich zeichnet Elmar Hiltensberger. Eine maßgebliche Rolle kommt auch Roland Jentsch zu, dem ersten Vorsitzenden des Curling Clubs Füssen. „Es ist schön, dass die Junioren-WM nach Füssen zurückkehrt, wo schon zahlreiche WMs, EMs und Nachwuchsturniere stattfanden“, sagt Kate Caithness, die Präsidentin der World Curling Federation.

Doch das ist alles noch Zukunftsmusik. Die Gegenwart für die Curler liegt natürlich in Jönköping. Am 15. Mai trifft Deutschland dort zum Auftakt auf Italien. Beginn ist um 9 Uhr. Und das Wetter? Für Sonntag melden die Meteorologen dort immerhin 19 Grad.

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