Ausstellung in Wildpoldsried

Ein Hoch auf Kontakte: Zwei Künstler stellen Werke aus der Corona-Zeit aus

Ausstellung

Ausstellung "Kontakt" von Julia Hiemer und Franz Probst im Kultiviert in Wildpoldsried.

Bild: Fotos: Harald Holstein

Ausstellung "Kontakt" von Julia Hiemer und Franz Probst im Kultiviert in Wildpoldsried.

Bild: Fotos: Harald Holstein

Die Füssenerein Julia Hiemer und der Betzigauer Franz Probst haben die Corona-Zeit gemeinsam verarbeitet. Sie zeigen Symbolhaftes in Wildpoldsried.
28.08.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Holzbildhauerin Julia Hiemer aus Füssen und Steinmetz Franz Probst aus Betzigau kennen sich schon über zehn Jahre sehr gut. Nicht nur wegen ihres befruchtenden künstlerischen Austausches steht die Ausstellung mit Holzskulpturen und Malerei im Kultiviert in Wildpoldsried unter dem Schlagwort „Kontakt“. Beide Künstler wollen nach langer pandemiebedingter Pause mit ihren Kunstwerken auch wieder Kontakt zu Menschen aufnehmen.

Enge Zusammenarbeit bei Kunstwerken

Engen Kontakt hatten die 46-jährige Hiemer und der 72-jährige Probst bei der Entwicklung zweier Kunstwerke, die sie zusammen für diese Ausstellung anfertigten. Ein wasserspeiender „Schwan“ und „Kopf hoch Freischwimmer“ sind eine Gemeinschaftsarbeit. Letztere bezieht sich auf Corona. Die scheinbar schwimmenden Holzköpfe, die sich auf einer Granitplatte wie im Wasser spiegeln, sollen zeigen, wie den Menschen in der Pandemie „das Wasser bis zum Hals steht“, sagt Julia Hiemer.

Franz Probst.
Franz Probst.
Bild: Harald Holstein

Eine andere, von Hiemer mit der Kettensäge aus dem Holz gefräste Frauenfigur ist in eine Vitrine eingeschlossen und trägt den Titel „Quarantäne“. Sie symbolisiere, wie jeder in coronabedingter „Einzelhaft“ auf sich zurückgeworfen werde. (Lesen Sie auch: Die Römer in Füssen und ein Historiker-Streit)

Bilder sind nie endgültig

Probst zeigt hauptsächlich zweidimensionale Werke: Natur, Portraits und Allgäuer Höfe in Acryl, Öl, Kreide und Aquarell. „Die Auseinandersetzung mit anderen Materialien hat mich gereizt. Ich kann mich jetzt mit Dingen beschäftigen, die mir bisher eher befremdlich waren“, sagt der Bildhauer. Bilder sind für ihn im Gegensatz zu Skulpturen nie endgültig und können immer wieder überarbeitet und übermalt werden.

Ausstellung "Kontakt" von Julia Hiemer und Franz Probst im Kultiviert in Wildpoldsried
Ausstellung "Kontakt" von Julia Hiemer und Franz Probst im Kultiviert in Wildpoldsried
Bild: Harald Holstein

Dennoch begeistert er sich besonders für einen Granitstein aus dem Bayerischen Wald, den er mit „Ruhe bitte“ betitelt. In den schalenartig gerundeten Stein hat er einen Spiegel gelegt, in dem sich für den Betrachter der Himmel abbildet. Auf das Glas hat er Michelangelos Adam gezeichnet, dem Gott den Lebensimpuls einhaucht.

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