Seeg

Eine musikalische Reise durch die Alpen

Monikas2

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Bild: Klaus Wankmiller

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Bild: Klaus Wankmiller

Volksmusik Gruppen aus Oberbayern, Tirol, der Schweiz und dem Allgäu treten für die Seeger Kirchenrenovierung auf
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Von Klaus Wankmiller
21.10.2019 | Stand: 15:35 Uhr

Zum neunten Mal fand im Gemeindesaal in Seeg ein volksmusikalischer Nachmittag statt, zu dem der Monika-Dreig’sang Gruppen aus Oberbayern, der Schweiz und Tirol eingeladen hatte. Martin Dorn, ein Seeger Urgestein, führte durch das Programm und brachte mit auswendig vorgetragen Mundartgedichten und Geschichten das Publikum immer wieder zum Schmunzeln. Seit fast zehn Jahren singen die „drei Monikas“ aus Seeg nun zusammen. Zu ihrem Repertoire gehören Lieder in Allgäuer Mundart, die teilweise auch von Wilhelm Fritz aus dem Kleinwalsertal vertont wurden. „A Allgäuer Föhl“ erzählt davon, wie ein heimisches Mädchen sein soll. „Die roatbacket Klara“ ist fast perfekt. Dennoch bekommt sie keinen Mann, weil sie eine „zu freche Gosche“ hat. Immer wieder steht am Ende ihrer Lieder auch ein Jodler. Im „Wilden Bächle“ setzen die Stimmen nacheinander ein und verschmelzen zu einer Einheit. Schließlich wird auch die Allgäuer Heimat gerne besungen, wie im Lied „Bei eis“, in dem auch Forggensee und Säuling vorkommen.

In der Schweiz gibt es eine ganz andere Art zu jodeln, wovon sich die zahlreichen Zuhörer mit den Liedern des Duos „Monika und Pascal“ überzeugen konnten. Kaum vorstellbar, dass es der erste öffentliche Auftritt des sauber intonierenden Gesangsduos war. Beide kommen aus der Volksmusikszene und singen in Chören. Nun haben sie festgestellt, dass ihre Stimmen ausgezeichnet zusammenpassen. Monika Koch (Lehrerin) und Pascal Schneller (Diakon) kommen aus Aarau im Kanton Aargau. Zu ihrem Repertoire gehören Liebeslieder wie „Du gisch mir d’ Hand“ und das „Necklilied“. Manchmal ist es einfach gut, wenn man „Zyt hat“ und sich diese Zeit auch nimmt. Beeindruckend war der „Flionalp-Juiz“, ein typischer Schweizer Naturjodler.

Unter dem Namen „Mittenwalder Oimagsang“ verstecken sich drei junge Sänger, die ihre Lieder mit Harmonika, Zither und Kontragitarre begleiten und immer wieder mit virtuosen instrumentalen Zwischenspielen für Abwechslung sorgen. Ihr Liedgut stammt aus Oberbayern und beschäftigt sich vor allem mit der Liebe und dem Almleben. Schließlich haben sich Christoph, Hannes und Johannes vor drei Jahren auf der Alm beim Ziegenhüten kennengelernt und dort auch erste Mal musiziert.

Die Schloßanger Geigenmusig aus Reutte spielte Tänze und Weisen aus Nordtirol. Typisch für eine Tiroler Geigenmusik ist die Besetzung mit zwei Geigen, Harfe, diatonischem Hackbrett und Bass. Beim Staad-Lustigen kam statt des Hackbretts eine Gitarre zum Einsatz. Dem „Knödelgeiger-Landler“ wurde ein Jodler vorausgestellt. Gerade in Tirol wird auch der instrumental vorgetragene Jodler gepflegt. Der „Michl-Boarische“ geht auf das Lied „Michl lass den Goaßbock aus“ zurück, in der „Saupolka“ imitieren die beiden Geigen das Grunzen der Schweine. „Mit Lust und Leben“ ist eine fröhliche Polka francé aus der Steiermark. Den Abschluss bildete das Lied „Kein schöner Land“, das allen Mitwirkenden und das Publikum gemeinsam sangen.

Am Ende der gelungenen Veranstaltung wurden Spenden zu Gunsten der Seeger Kirchenrenovierung gesammelt. Pfarrer Wolfgang Schnabel hatte schließlich auch eine Überraschung für den „Monika-Dreig’sang“ als kleines Dankeschön parat: Sie dürfen bei ihrer Pilgerreise nach Rom zu einer Audienz bei Papst Franziskus. Vielleicht ergibt sich da auch eine Gelegenheit, um dem Kirchenoberhaupt ein Allgäuer Marienlied zu singen.

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