Verkehrsmisere in Füssen

Füssener Luitpold-Kreisel: Der Umbau lässt auf sich warten

In einem Abschnitt der Luitpoldstraße und im Kreisel sollen Fahrzeuge zweispurig in Richtung Kaiser-Maximilian-Platz in Füssen geführt werden – so hat es der Stadtrat einst entschieden. Passiert ist bislang nichts.

In einem Abschnitt der Luitpoldstraße und im Kreisel sollen Fahrzeuge zweispurig in Richtung Kaiser-Maximilian-Platz in Füssen geführt werden – so hat es der Stadtrat einst entschieden. Passiert ist bislang nichts.

Bild: Archiv/Peter Samer

In einem Abschnitt der Luitpoldstraße und im Kreisel sollen Fahrzeuge zweispurig in Richtung Kaiser-Maximilian-Platz in Füssen geführt werden – so hat es der Stadtrat einst entschieden. Passiert ist bislang nichts.

Bild: Archiv/Peter Samer

Die Beschlüsse für den Umbau des Luitpold-Kreisels in Füssen liegen vor. Doch der Baustart verzögert sich. Woran das liegt und warum es Ärger im Stadtrat gab.
In einem Abschnitt der Luitpoldstraße und im Kreisel sollen Fahrzeuge zweispurig in Richtung Kaiser-Maximilian-Platz in Füssen geführt werden – so hat es der Stadtrat einst entschieden. Passiert ist bislang nichts.
Von Heinz Sturm und Dominik Riedle
17.09.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Es gibt Vorhaben, die kommen in Füssen nicht wirklich voran. Etwa der Umbau des Luitpold-Kreisverkehrs, der zu einem besseren Verkehrsfluss führen soll. Den hat der Stadtrat in der zurückliegenden Amtsperiode zwar zweimal beschlossen. Mit den zu Ende gehenden Arbeiten am neuen Trakt des Hotels Sonne sollte er angepackt werden – so hieß es einmal. Passiert ist nichts. Nun platzte Jürgen Doser (FWF) im Stadtrat der Kragen und auch im Bauausschuss am Dienstagabend ging die Diskussion weiter.

Diese Verkehrsmisere in Füssen ist alles andere als neu. Vor zig Jahren hatte Doser deshalb mit seinem damaligen Fraktionskollegen Andreas Ullrich und in Abstimmung mit Polizei und Stadtverwaltung für den Luitpold-Kreisverkehr die Idee eines Bypasses entwickelt. In einem Abschnitt der Luitpoldstraße und im Kreisel sollten die Fahrzeuge zweispurig in Richtung Kaiser-Maximilian-Platz geführt werden. Davon erhofften sie sich, dass dies den Verkehrsfluss erhöhen und den Rückstau minimieren werde.

Es gibt mehrere Beschlüsse - doch es passierte nichts

Jahre vergingen, in denen die Idee immer wieder diskutiert wurde. Im Oktober 2016 schließlich sprach sich der Stadtrat erstmals für den Umbau des Kreisverkehrs aus, Ende 2017 wurde dies in einer Sondersitzung noch einmal untermauert. Doch es passierte nichts. Im März 2018 hakten die Freien Wähler deshalb nach. Damals erklärte Martin Köpf vom Tiefbauamt, dass man die anstehende Erweiterung des Hotels Sonne abwarten müsse. Würde man beide Vorhaben gleichzeitig ausführen, herrsche ein „komplettes Chaos“ im Straßenverkehr. Daher solle das Projekt erst im Frühjahr 2020 angepackt werden. Das bekräftigte Bauamtsleiter Armin Angeringer im selben Jahr und auch im Jahr 2019.

Nun ist das Frühjahr 2020 bereits vergangen und die Erweiterung des Hotels Sonne auf der Zielgeraden. Und die Arbeiten für den Bypass? Nicht in Sicht. Auf dieses Problem sprach Doser kürzlich im Stadtrat Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) an. Warum sich am Kreisverkehr nichts tue, obwohl man diese Arbeiten in einem Zug mit der Fertigstellung der Hotel-Erweiterung hatte erledigen wollen. Zu diesem Fall konnte der erst seit Mai amtierende Rathaus-Chef nichts sagen und bat Bauamtsleiter Angeringer um die Information: Im Zuge der Haushaltsberatungen habe man im Vorfeld festgelegt, dass zuerst der Zentrale Omnibus-Bahnhof (ZOB) finanziert werden solle und dann der Umbau des Kreisverkehrs, lautete sein Wissensstand.

Füssens Stadtrat Doser: „Das stimmt doch nicht“

„Das stimmt doch nicht“, ärgerte sich Doser. Man habe bei allen Beratungen gesagt, dass der Umbau des Kreisverkehrs zeitgleich mit dem Abschluss der Hotel-Erweiterung über die Bühne gehen solle.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Hauptamtsleiter Peter Hartl, der Stadtrat habe im Februar 2017 die Ausschreibung für die Bypass-Spur aufgehoben. Denn da sich der dazugehörige Bebauungsplan W43 damals – wie heute – mitten in der Aufstellung befand, habe es noch kein Baurecht gegeben. „An dem Stand hat sich nichts geändert“, sagt Hartl. Das heiße aber nicht, dass der Bypass komplett auf Eis gelegt ist: Sobald absehbar sei, dass das Verfahren für den Bebauungsplan abgeschlossen wird, soll die Ausschreibung wieder gemacht werden.

Doser meldete sich nun im Bauausschuss abermals zu Wort und verwies auf zwei schriftliche Vermerke, die öffentlich einsehbar seien: Im Protokoll zur öffentlichen Sitzung am 23. Oktober 2018 wird Bauamtsleiter Armin Angeringer zitiert, dass es vom Zeitablauf technisch nicht möglich gewesen sei, den Umbau des Luitpoldkreisels parallel zur Baustelle Hotel Sonne umzusetzen. Allerdings heißt es weiter: „Ab 2020 ist der Umbau am Luitpoldkreisel vorgesehen.“ Und auf der Internetseite der Stadt Füssen ist zur Stadtratssitzung im November 2017 – also nach dem Beschluss im Februar, die Ausschreibung aufzuheben – bei den Beschlüssen unter anderem zu lesen: „Beim Umbau des Kreisverkehrs am Prinzregentenplatz soll eine Bypassspur eingerichtet werden.“ Angeringer erklärte, 2017 beziehungsweise 2018 „dachten wir, dass wir mit dem Bebauungsplan 2020 fertig sind“. Und Bürgermeister Eichstetter erklärte, man habe geprüft, ob man mit dem „Frontbelag“ am Hotel Sonne noch warten könne, bis die Bypass-Spur in Angriff genommen wird. Das Problem: „Wir haben kein Baurecht.“

Um die Verkehrslage zu entspannen, gibt es in Füssen inzwischen auch weitere Vorschläge: So wird intensiv über eine Tunnellösung diskutiert.