Unfall in Nesselwang

Fahrer driftet auf Parkplatz in Nesselwang mit Auto - und kracht gegen Einkaufswagen-Häuschen

Driften

Driften bedeutet: Wenn das Heck eines Autos ausbricht und die Hinterreifen die Bodenhaftung verlieren. Das ist besonders bei heranwachsenden Fahrern beliebt.

Bild: Abraham - stock.adobe.com

Driften bedeutet: Wenn das Heck eines Autos ausbricht und die Hinterreifen die Bodenhaftung verlieren. Das ist besonders bei heranwachsenden Fahrern beliebt.

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Beim Driften mit seinem Auto ist ein Fahranfänger gegen den Einkaufswagen-Unterstand eines Verbrauchermarkts in Nesselwang gekracht. Im Pkw saß auch eine Frau.
10.12.2021 | Stand: 13:25 Uhr

Es ist ein klassischer Unfall, wie er sich im Allgäu jeden Winter abspielt, sobald Schnee liegt: Ein Autofahrer versucht in der Nacht, mit seinem Pkw auf dem Parkplatz eines Supermarkts zu driften. Er verliert dabei die Kontrolle über sein Fahrzeug - es rutscht und kracht mit voller Wucht gegen den Unterstand, in dem die Einkaufswagen untergebracht sind.

Fahrer rutscht auf Parkplatz mit Auto gegen Unterstand in Nesselwang

Exakt diese Szene spielte sich Donnerstagnacht auf dem Parkplatz eines Verbrauchermarktes in Nesselwang ab. Der Fahranfänger verursachte dabei einen Schaden am Auto und am Unterstand in Höhe von etwa 7000 Euro. Der 18-Jährige und seine Beifahrerin blieben laut Polizei aber unverletzt. Der junge Mann wurde angezeigt und bekommt nun ein Bußgeld aufgebrummt.

Driften ist im öffentlichen Straßenverkehr verboten

Driften ist grundsätzlich im öffentlichen Straßenverkehr verboten, sagt Polizeisprecher Dominic Geißler. Auf einem Privatgrundstück sei das nur erlaubt, wenn es "befriedet" und abgesichert ist. Soll heißen: Wenn etwa eine herabgelassene Schranke oder andere Absperrungen den Parkplatz sichern sowie ausgeschlossen wird, "dass andere Verkehrsteilnehmer, die gefährdet werden können, dort nicht hineinkommen können". Das müsse man etwa durch Aufseher gewährleisten. Zudem müsse der Eigentümer der abgesperrten Fläche mit der Aktion einverstanden sein. Sonst mache sich der driftende Fahrer strafbar - wegen Hausfriedensbruchs.

Hohe Strafen drohen, wenn man andere gefährdet oder schädigt

Wer generell andere Verkehrsteilnehmer durch so ein Fahrmanöver gefährdet oder schädigt, könne laut Paragraf 315c des Strafgesetzbuchs zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder zu einer hohen Geldstrafe verurteilt werden, erinnert der Polizeisprecher. In Verbindung mit einem illegalen Autorennen drohten sogar bis zu zehn Jahre Gefängnis - wenn man beispielsweise durch das Driften in einer Kurve "absichtlich das Maximum aus seinem Fahrzeug herausholen will" und dadurch einen Unfall mit Schwerverletzten oder Toten verursacht.

Hintergrund: Was ist Driften eigentlich genau?

  • Driften: Den Begriff gibt es laut Polizeisprecher Dominic Geißler in der Straßen- und Verkehrsordnung nicht. Von Driften spreche man, „wenn die Hinterachse eines Fahrzeugs ausbricht und die Hinterreifen die Bodenhaftung verlieren“. Der Fahrer mache dabei aber keinen Fehler, sondern provoziere dieses Manöver bewusst. Driften sei vielen Menschen aus Filmen und aus dem Fernsehen bekannt.
  • Ziel: Der Fahrer wolle möglichst lange das Ausbrechen der Hinterachse und Verlust der Bodenhaftung aufrecht erhalten, erklärt Geißler. „Driften hat allerdings im öffentlichen Straßenverkehr nichts zu suchen und ist auch nicht erlaubt.“ Wer das unbedingt tun wolle, soll sich eine geeignete Rennstrecke suchen, wo man gefahrlos driften könne.
  • Orte: Das Phänomen beobachtet die Polizei vorwiegend auf mit Schnee oder Eis bedeckten Parkplätzen im Winter – weniger auf geteerten Flächen im Sommer. Durch den Gummiabrieb würden nämlich die Reifen stark beschädigt, was auf Dauer ins Geld geht. Landwirte klagen zudem häufig über beschädigte Wiesen, die Drifter verunstalten.
  • Personenkreis: Mit ihren Autos driften Geißler zufolge vor allem junge, heranwachsende Männer wie auch „Menschen, die gerne Autos tunen und gerne schnell fahren“.

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