Glaube

Fronleichnam im Füssener Land ganz anders

Fronleichnam

Der Altar am Fronleichnamsweg in Schwangau.

Bild: Philomena Willer

Der Altar am Fronleichnamsweg in Schwangau.

Bild: Philomena Willer

Keine Prozessionen in der Pandemie möglich. Welche Angebote es für die Gläubigen dennoch gibt.

Von Philomena Willer
11.06.2020 | Stand: 16:30 Uhr

Nicht die große Prozession wie sie seit Jahrhunderten zum Jahresablauf gehört, mit Vereinen, Musikern, historischen Trachten prägte in diesem Jahr den Fronleichnamstag. Die Pfarreiengemeinschaft am Forggensee lud stattdessen ein zum Familienspaziergang entlang der Stationen. Nach den Regengüssen wurde der Tag immer schöner, so dass die Altäre den ganzen Tag über auch von Wanderern besucht waren.

Der erste Altar beim neuen Brunnen am Moarweg lud nach dem Gottesdienst und den ganzen Tag über ein zum Innehalten. Ob man den üblichen Prozessionsweg ging, oder nur zu den einzelnen Stationen, es war eine Freude, den Altar am Prozessionsweg zu besuchen oder beim Kreuz am Vereinsheim, bevor der Weg wieder zurückführte zur Kirche. Beim Wandern durch die Natur hatten Kinder als Zeichen der Dankbarkeit Blümchen auf dem Altar abgelegt.

Gemeindereferentin Anna Heiserer hatte Textheftchen vorbereitet, die auch in den Kirchen auslagen. Sie enthielten Anregungen zum Gedankenaustausch zur Verehrung Jesu im heiligen Brot, Bibeltexte, Erklärungen zur Monstranz, dem kunstvollen Gefäß zur Aufbewahrung der Hostie, und Gedanken mit zu einfachen Zeichen des Glaubens, zur Teilung des Brotes. Bitten um Segen für die Fluren, auch für die Menschen im Dorf waren darin niedergeschrieben.

„Lebendige Monstranz“

Auch andernorts konnten die Prozessionen nicht gehalten werden. Mit zwei Festgottesdiensten – am Vorabend und am Hochfest selber – hat Pfarrer Wolfgang Schnabel das Fronleichnamsfest in Seeg gefeiert. In Anlehnung an den großen Blumenteppich, der von Rita Schwarz, Genoveva Guggemos und Antonie Riedle in der Kirche gelegt wurde, betonte der Pfarrer, dass „Gott ein Herz für uns Menschen hat. Denn Christus schenkt uns nicht nur etwas von sich, sondern sich selber im Zeichen des Brotes. Wir Christen sollen daher eine lebendige Monstranz sein, nicht auf uns verweisen, sondern auf Christus, unsere Mitte“. Schnabel sagte weiter: „Wenn wir uns dem Herrn wirklich im Glauben öffnen, wenn wir ihm für alles Gute unseren Dank schenken, unser Vertrauen, und immer neu unser liebendes Ja zu Ihm sagen – dann wird unser ganzes Leben nach und nach verwandelt, dann werden wir zu einer lebendigen Monstranz.“

Ohne die Prozession waren indes die Fahnen der örtlichen Vereine, die im Altarraum aufgestellt wurden, ein Zeichen für die Gemeinschaft. Den eucharistischen Segen erteilte der Leiter der Pfarreiengemeinschaft Seeg am Ende der Gottesdienste vor dem Nordportal der Pfarrkirche in alle vier Himmelsrichtungen.