Füssen

Immer Diskussionen um den Mang-Platz: Klappt’s beim fünften Bürgermeister?

Kommt die seit über drei Jahrzehnten immer wieder diskutierte Neugestaltung des Vorplatzes des Kirche St. Mang nun in die Gänge? Der Stadtrat wird heute Abend darüber beraten.

Kommt die seit über drei Jahrzehnten immer wieder diskutierte Neugestaltung des Vorplatzes des Kirche St. Mang nun in die Gänge? Der Stadtrat wird heute Abend darüber beraten.

Bild: Archiv-Foto: Benedikt Siegert

Kommt die seit über drei Jahrzehnten immer wieder diskutierte Neugestaltung des Vorplatzes des Kirche St. Mang nun in die Gänge? Der Stadtrat wird heute Abend darüber beraten.

Bild: Archiv-Foto: Benedikt Siegert

Das Uralt-Projekt ist schon wieder Thema im Stadtrat. Das erste Gespräch über eine Neugestaltung gab es bereits 1987. Was die Streitpunkte sind.

28.07.2020 | Stand: 06:15 Uhr

Es ist beileibe kein neues Projekt: Seit inzwischen 33 Jahren haben Füssens Kommunalpolitiker mal mehr, mal weniger intensiv über eine Neugestaltung des Vorplatzes der Kirche St. Mang gesprochen. Vier Bürgermeister hatten in der Vergangenheit das Projekt auf dem Schirm, getan hat sich bis heute wenig.

"Neugestaltung des Magnusplatzes" steht auf der Tagesordnung des Stadtrats

Jetzt will der neue Rathaus-Chef Maximilian Eichstetter endlich Nägel mit Köpfen machen: Die „Neugestaltung des Magnusplatzes“ steht auf der Tagesordnung der Sitzung des Stadtrates, die am Dienstagabend um 18 Uhr im Haus Hopfensee beginnt. Denn er hat die Fördermöglichkeit im Ministerium hinterfragen lassen. Antwort: „Wenn wir die Maßnahme 2021 durchführen“, könne man mit einer bis zu 80-prozentigen Förderung rechnen, teilt Eichstetter mit. Für ihn steht fest: „Günstiger werden wir den Platz nie bekommen.“ Jetzt muss noch der Stadtrat mitziehen.

Vor der eindrucksvollen St.-Mang-Kirche wirkt der Platz sehr schlicht, um es freundlich zu formulieren. Zudem ist er in die Jahre gekommen – und dies schon sehr lange. Bereits 1987 wurde über eine Neugestaltung des Platzes gesprochen: Der damalige Bürgermeister Otto Wanner hatte dazu den neuen Pfarrer Karlheinz Knebel zum Gespräch gebeten. Doch weder Wanner noch seine Nachfolger Dr. Paul Wengert oder Christian Gangl konnten das Projekt im Herzen Füssens umsetzen. Mal verliefen die Überlegungen im Sande, mal scheiterten sie an den Finanzen oder Einwendungen des Denkmalschutzes.

Neugestaltung soll 1,5 Millionen Euro kosten

Unter Eichstetters Vorgänger Paul Iacob erfolgte zumindest die Sanierung der maroden Stützmauer des Lichtschachtes bei der St.-Anna-Kapelle, auch sind inzwischen die Arbeiten an der Fassade der Kapelle nahezu abgeschlossen. Die Neugestaltung des Platzes selbst – hierzu hatte der Stadtrat am 13. Dezember 2016 einen Entwurf des Planungsbüros Dietz-Hofmann grundsätzlich befürwortet – kam jedoch nicht voran. Ob man die über eine halbe Million Euro teure Platz-Neugestaltung jetzt abschließend anpacken will, wird sich am Dienstagabend bei der Sitzung zeigen. Bürgermeister Eichstetter jedenfalls will die Chance auf hohe Zuschüsse nutzen.

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Sollte die Neugestaltung des Magnusplatzes tatsächlich realisiert werden, würde damit auch ein Blick in die Geschichte Füssen möglich: Denn archäologische Ausgrabungen sind vorgeschrieben, Bodendenkmäler müssten gesichert werden. Die Wahrscheinlichkeit auf Funde ist sehr hoch. Das zeigte sich bereits 2013, als der Bamberger Archäologe Dr. Magnus Wintergerst im Vorfeld der Sanierung des Lichtschachtes in einem Teilbereich Ausgrabungen in bis zu drei Meter Tiefe vornahm: Er stieß in dem bis 1528 genutzten Friedhof von St. Mang auf 39 Skelette. Bei umfangreicheren Untersuchungen vor einer Platz-Neugestaltung könnten womöglich auch Spuren der Römerstraße Via Claudia Augusta zutagetreten.