Ostallgäu

Manager von morgen

Landwirtschaftsschule 19 Studierende mit fachgebundener Hochschulreife verabschiedet
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Von hap
01.04.2019 | Stand: 14:41 Uhr

Mit einem kleinen Jubiläum verbunden war die Abschlussfeier der Landwirtschaftsschule. Seit nunmehr 120 Jahren wird in Kaufbeuren landwirtschaftliche Fachbildung unterrichtet, zuerst im Kaisergässchen, dann 92 Jahre in der Heinzelmannstraße und seit letztem Jahr im neuen Grünen Zentrum in der Moosmangstraße, wie der Leiter des Amtes für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, Dr. Paul Dosch, erinnerte.

„Die Investition des Landkreises als Sachaufwandsträger ist ein klares Zeichen für die Zukunft“, sagte Landrätin Maria Rita Zinnecker: „Es ist wichtig, diese Tradition weiterzuführen, sie ist ein großer Standortfaktor, ohne Milch (-Wirtschaft) hätten wir kein Nestlé oder Fendt hier im Ostallgäu.“ Den 19 Absolventen gab sie mit auf den Weg: „Ihr seid die Manager von morgen, lasst Euch nicht demotivieren oder an die Wand drängen.“ In die gleiche Kerbe schlug Kreisobmann Josef Nadler: „Als künftige Botschafter müsst ihr den Stellenwert der Landwirtschaft nach außen tragen.“ Landtagsabgeordneter Bernhard Pohl bedauerte, „dass die Landwirtschaft in den letzten Jahren nicht immer der Sieger war und zunehmend zur Zielscheibe wird. „Bringt Euch noch stärker in öffentliche Diskussionen ein“, sagte er.

Neben den Fächern Tierische und Pflanzliche Erzeugung, Betriebslehre, Unternehmensführung, Rechtslehre, Tier- und Naturschutz, stehen auch Rede und Diskussionstechnik sowie Persönlichkeitsbildung auf dem Lehrplan und formen die Studierenden zu selbstbewussten Betriebsleitern. Mut zu Neuem bewies der Vortrag von Simon Schmid aus Baisweil über seinen Versuchsanbau von Soja: „Im Gegensatz zur Luzerne hat man bei Körnerleguminosen, wie eben Soja, bei der Ernte keine Bröckelverluste. Sie eignet sich gut in der Fruchtfolge und hat wie alle Leguminosen eine Stickstoffbindung.“ Besonders am Herzen liegt Schmid, der übrigens als Semesterbester mit einem Notenschnitt von 1,64 abgeschlossen hat, der gentechnikfreie Anbau, um der Abhängigkeit aus Südamerika entgegenzuwirken.

Im Rückblick von Benedikt Fröhlich-Erhart fiel auf, dass die Umwelt einen breiten Raum einnimmt. Im Sommersemester fanden beispielsweise Exkursionen zur Trinkwasserversorgung Gennach-Hühnerbach, Schulungen zum Wasserschutz, ein Biotop- und Naturschutztag am Elbsee oder der Besuch einer Bio-Imkerei statt.

Die musikalische Umrahmung lieferte die VLF-Kapelle unter der Leitung von Manfred Schrägle.