Pfronten

Musikalisches Feuerwerk mit Mozart in Pfronten

Das Künstlerehepaar Dr. Wieland und Mirjam Meinhold aus Weimar begeisterte mit „Mozartiana“ das Publikum in der Pfrontener Kirche St. Nikolaus.

Das Künstlerehepaar Dr. Wieland und Mirjam Meinhold aus Weimar begeisterte mit „Mozartiana“ das Publikum in der Pfrontener Kirche St. Nikolaus.

Bild: Erwin Kargus

Das Künstlerehepaar Dr. Wieland und Mirjam Meinhold aus Weimar begeisterte mit „Mozartiana“ das Publikum in der Pfrontener Kirche St. Nikolaus.

Bild: Erwin Kargus

Dr. Wieland und Mirjam Meinhold begeistern die Besucher in der voll besetzten Pfrontener Nikolauskirche. Was es zur Seifert-Orgel zu sagen gibt.
Das Künstlerehepaar Dr. Wieland und Mirjam Meinhold aus Weimar begeisterte mit „Mozartiana“ das Publikum in der Pfrontener Kirche St. Nikolaus.
Von Erwin Kargus
13.08.2020 | Stand: 12:00 Uhr

In Mitteldeutschland sind sie längst eine feste Größe. Nun gewannen sie auch im Allgäu neue Freunde hinzu: Mirjam Meinhold vom Deutschen Nationaltheater Weimar begeisterte als Sopranistin und auf der Blockflöte die Konzertbesucher in der voll besetzten Pfrontener Nikolauskirche. Das Gleiche gelang auch ihrem Ehemann, dem Universitätsorganisten von Weimar, Dr. Wieland Meinhold, auf der Orgel. Vor dem gemeinsamen Auftritt erläuterte er am Orgel-Spieltisch Orgeln im Allgemeinen und die Seifert-Orgel vor ihm im Besonderen.

Ehe das musikalische Feuerwerk mit zarten bis festlichen Mozartklängen unter dem Motto „Mozartiana“ begann, lud Organist Meinhold etliche Besucher ein, mit zur Orgel nach oben zu kommen. Dort erläuterte er unter anderem, dass eine Orgel viel Luft brauche, sie über die verschiedensten Flötentöne verfüge, Himmelsstimmen kenne, Metall- und Holzpfeifen besitze, Orgelpfeifen ein Gesicht trügen und einem Organisten wie einem Dirigenten quasi ein ganzes Orchester zur Verfügung stehe. Eine „Mixtur“ ergebe beispielsweise einen Glitzerklang, bei dem Brautleute besonders gerne „Ja“ sagten. Das Erzgebirge sei berühmt für seine Orgeln und viele schwäbische Orgeln würden von Engeln umspielt.

Im weiteren brachte er das Klappern auf der Pfrontener Seifert-Orgel zu Gehör, lobte das Fernwerk hier und fasste für die Orgel in St. Nikolaus zusammen: „Es ist schön, dass man hier alle Möglichkeiten der modernen Technik ausschöpfen kann.“ Zur Einleitung des Konzerts bewunderte er an Mozart, wie dieser in holprigen Postkutschen wunderschöne Sinfonien schreiben konnte. Mozart habe mit großer Begeisterung Orgel gespielt und nannte sie die Königin der Instrumente. Auch wir in unserer Zeit bräuchten dringend „Heilung mit Musik“, diese sei also „systemrelevant“.

Himmlische Klänge

Beim Konzert der zwei Künstler, die unter dem Namen „Duo Vimaris“ mit sehr hohem Können auftraten, verbreitete das sympathische Ehepaar aus Thüringen in insgesamt neun Musikstücken und einer Zugabe mal leise, mal laute und immer wieder himmlische Klänge im Gotteshaus. Diese reichten von Choralgesang, „Ach Gott von Himmel sieh’ darein“, aus der Oper „Die Zauberflöte“ und „Andante F-Dur (original für Spieluhr)“ bis zur abschließenden Motette „Exultate, jubilate“. Nach 60 spannenden und emotionsreichen Minuten war die Symbiose von Barockmusik, Barockkirche und durch die Fenster scheinende goldene Sommerabendsonne schon wieder vorbei.

„Wenn die Engel alleine im Himmel sind, musizieren sie am liebsten Mozart“, verrieten die Meinholds noch, als sie für einen sehr langen Applaus vors Publikum traten. In gedanklicher Aufarbeitung dieses festlichen Musikerlebnisses der Spitzenklasse sagte beim Hinausgehen ein Herr zu den Umstehenden: „Man ist ganz erfüllt von diesen Klängen.“ Diese symbolisierten mit nach oben gerichteten Daumen: Stimmt, Note sehr gut!