Grund- und Mittelschule Füssen

„Nicht lustig, aber wir wissen, wofür es gemacht wird“

Stand Rede und Antwort: Architekt Peter Netzer (rechts) informierte die Besucher in der Mittelschule über die Entwürfe zu deren Sanierung, Umbau und Erweiterung.

Stand Rede und Antwort: Architekt Peter Netzer (rechts) informierte die Besucher in der Mittelschule über die Entwürfe zu deren Sanierung, Umbau und Erweiterung.

Bild: Alexander Berndt

Stand Rede und Antwort: Architekt Peter Netzer (rechts) informierte die Besucher in der Mittelschule über die Entwürfe zu deren Sanierung, Umbau und Erweiterung.

Bild: Alexander Berndt

Bei einer Info-Veranstaltung zur Generalsanierung der Grund- und Mittelschule äußern unter anderem Lehrer Kritik. Auch ein anderes Projekt sorgt für Unmut.

06.08.2020 | Stand: 12:12 Uhr

„Es wird sicher nicht lustig, aber wir wissen, wofür es gemacht wird, nämlich für etwas Gutes, denn Kinder sind unsere Zukunft.“ Mit diesen Worten sprach eine Besucherin einer Infoveranstaltung zur Generalsanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschul Füssen vielen der Anwesenden aus der Seele.

"Der Startschuss kommt ziemlich spät"

Hundertprozentiges Einverständnis mit den Planungen der gut 50 Millionen Euro teuren Baumaßnahme, mit der im kommenden Jahr begonnen werden soll, herrschte aber nicht zwischen den Versammlungsteilnehmern. So monierte etwa der Leiter des Gymnasiums Füssen, Michael Gschnaidner, die aus seiner Sicht bisher nicht optimale Information der Handlungsbeteiligten mit den Worten: „Der Startschuss kommt ziemlich spät. Wir würden gerne rechtzeitig über alles, was auch unsere Schule betrifft, informiert werden, damit wir planen können.“

Auch Direktor der Mittelschule kritisiert Informationsfluss

Während Gschnaidner sich damit unter anderem auf den „zeitlichen Ablauf“ des Projekts bezog, das gewisse Einschränkungen allein für mehr als 1000 Schüler verschiedener Schulen im Umkreis der künftigen Baustelle mit sich bringe, hatten auch andere Veranstaltungsbesucher nur recht vage Vorstellungen von der endgültigen Fassung der Pläne. Denn auch der Direktor der Mittelschule, Elmar Schmitt, äußerte sich ähnlich, als er betonte: „Wir wussten bisher so ziemlich von nichts.“

Daher dürfte es auch ihm zumindest etwas zupass gekommen sein, dass Architekt Peter Netzer und der Fachbereichsleiter für Hoch- und Tiefbau beim Füssener Bauamt, Andreas Linder, Schmitt und die anderen Zuhörer darüber in Kenntnis setzten, dass die Grund- und Mittelschule bis 2028 in fünf Bauabschnitten beispielsweise eine größere Aula, eine Tiefgarage und eine Dreifachturnhalle, die laut Netzer „zur Hälfte in den Boden eingegraben“ sein wird, erhalten soll. Zudem wurden die Besucher darüber informiert, dass manche Teile der jetzigen Gebäude abgerissen und neu gebaut, wogegen andere Abschnitte „nur saniert“ werden sollen.

Unterrichtsausfälle befürchtet

Gerade die neue Turnhalle rief aber auch Unmut unter dem ein oder anderen der Zuhörer hervor, aus deren Reihen Kritik darüber laut wurde, dass für die Mittelschüler nach dem Abriss der bisherigen Turnhalle sowie während des Baus der neuen Halle weite Teile des Sportunterrichts ausfielen. Außerdem wollte die Leiterin des AWO-Kinderhorts in unmittelbarer Nähe der Grund- und Mittelschule, Angelika Schneider, wissen, bis wann die Kantine für die Mittagsbetreuung vieler Kinder fertiggestellt werde, was ihr Netzer mit den Worten beantwortete: „Planmäßig soll dies 2023 sein.“

Laut Konzept sollen alle Busse kurz an Augsburger Straße halten

Reges Interesse unter den Besuchern der Info-Versammlung fand auch das von Tim Schneider vom Ingenieurbüro Daeges aus Sigmarszell vorgestellte Verkehrswegekonzept. Dieses sieht beispielsweise vor, dass alle Schulbusse in Zukunft kurz an der Augsburger Straße halten, damit die Mädchen und Buben aussteigen können, um sich zum Taxisweg zu begeben, „wo alle Schüler zusammenkommen“ und sich die jeweiligen Eingänge für die Grund- und die Mittelschule nebeneinander befinden werden.

Währenddessen monierten in diesem Zusammenhang mehrere Zuhörer, dass es in dem ganzen Bereich um den großen Schulkomplex herum keine Einbahnstraßen geben solle.