Wohnkonzept in Roßhaupten

Nicht nur für Senioren: Neues Strobelhaus in Roßhaupten soll noch mehr bieten

Das alte Strobelhaus in Roßhaupten wird bald einem Neubau weichen mit einem "übergreifenden Wohnkonzept".

Das alte Strobelhaus in Roßhaupten wird bald einem Neubau weichen mit einem "übergreifenden Wohnkonzept".

Bild: Johanna Lang

Das alte Strobelhaus in Roßhaupten wird bald einem Neubau weichen mit einem "übergreifenden Wohnkonzept".

Bild: Johanna Lang

Der Gemeinderat Roßhaupten fixiert Eckpunkte für den anstehenden Architekten-Wettbewerb. Wie die Finanzierung funktionieren soll.
15.11.2020 | Stand: 18:00 Uhr

Jetzt geht es langsam ans Eingemachte: In seiner jüngsten öffentlichen Sitzung legte der Gemeinderat Roßhaupten detailliertere Eckpunkte für den Architekten-Wettbewerb für das Wohnkonzept Strobelhaus fest. So sollen sich jetzt nur 20 statt 30 Architekten beteiligen können. Damit soll der Wettbewerb effektiver werden. Darüber hinaus wurde in mehreren vorausgegangenen Sitzungen hinter verschlossenen Türen beschlossen, dass nicht ausschließlich Senioren ins neue Strobelhaus einziehen können, weshalb nun die Ausschreibung mit dem Arbeitstitel „Übergreifendes Wohnkonzept Strobelhaus“ in den Wettbewerb starten soll.

Machbarkeitsstudie zum neuen Strobelhaus liegt vor

Grundlage für die Diskussion im Kommunalparlament war eine Machbarkeitsstudie, die das Architektenbüro Oberpriller der Gemeinde vorgelegt hatte. Dabei sind die Größen der circa 20 geplanten barrierefreien Wohnungen so festgelegt worden, dass sie der Prüfung für möglichst hohe Fördermöglichkeiten standhalten. So sollen etwa sieben Wohnungen zwischen 40 und 55, zehn Wohnungen zwischen 55 und 65 und drei Wohnungen zwischen 65 und 75 Quadratmetern entstehen. Daneben sollen „gewerblich nutzbare Räume“ (möglicherweise eine Arztpraxis oder Ähnliches) mit 146 Quadratmetern entstehen. Weiterhin werden 344 Quadratmeter für eine ambulant betreute Wohngemeinschaft berücksichtigt und für die Gemeinschaftsräume des Mehrgenerationenhauses Mitanand sollen 237 Quadratmeter eingeplant werden.

Auch soll eine Tiefgarage mit mindestens 38 Stellplätzen gebaut werden, die ausschließlich den kommenden Bewohnern und Beschäftigten des Strobelhauses vorbehalten sein sollen. Der derzeitige Parkplatz zwischen Metzgerei und Strobelhaus soll mit in den Wettbewerb einbezogen werden, jedoch sind weitere zehn Parkplätze notwendig. „Unter Rücksichtnahme auf den Parkbedarf der Metzgerei und der Zufahrt zum Hinterlieger könnten hier über den Wettbewerb ohne Zusatzkosten Ideen für eine Optimierung gewonnen werden“, hieß es.

Kosten für neues Strobelhaus bei 7,8 Millionen Euro

In einer engagierten Diskussion war die Finanzierung ein großes Thema. Derzeit liegen die errechneten Kosten bei etwa 7,8 Millionen Euro für das gesamte Projekt. Der Berechnung ist eine Förderung von mindestens 30 Prozent zugrunde gelegt. Dass die Gemeinde da eine Kreditaufnahme in Höhe von 4 Millionen Euro ins Auge fassen muss, liegt auf der Hand. Bürgermeister Thomas Pihusch nannte hierfür 0,2 Prozent Zinsen bei einer Laufzeit von 30 Jahren. Damit könne das Projekt gut finanziert werden, ohne dass die Gemeinde „verarmt“. Auch eine Laufzeit von 20 Jahren ohne Zinsen solle geprüft werden.

Der Einwurf, man müsse die Finanzierung auch bei den Mieten berücksichtigen, so dass die Gemeinde entlastet werden könne, stellte sich der Rat mehrheitlich entgegen. Zwar sollen die Mieten zur Refinanzierung beitragen, sie sollen aber für die Senioren (und andere Bewohner) bezahlbar bleiben. Das alles ist derzeit nur ein grobes Rechenmodell, dass sich nach und mit dem Wettbewerb relativieren soll, der dann die genauen Kosten aufzeigen wird.

Im neuen Strobelhaus weiter am Dorfleben teilnehmen

Einmal mehr betonte das Gremium, dass dieses Projekt schon deshalb zukunftsweisend sei, weil es „mitten im Dorf liegt“ und die Menschen, die dort einziehen werden weiterhin am Dorfleben teilnehmen können, nach dem Motto: „Solange im Dorf leben können, wie es geht“.

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