Bergwacht

Panik vor "wilden Stieren": Wanderer-Paar flüchtet am Falkenstein - und gerät in Not

Zu einem Einsatz mit etwas verwirrenden Umständen wurde die Bergwacht nahe des Falkensteins gerufen.

Zu einem Einsatz mit etwas verwirrenden Umständen wurde die Bergwacht nahe des Falkensteins gerufen.

Bild: Markus Albrecht/Bergwacht Füssen

Zu einem Einsatz mit etwas verwirrenden Umständen wurde die Bergwacht nahe des Falkensteins gerufen.

Bild: Markus Albrecht/Bergwacht Füssen

Reichlich verwirrende Umstände herrschten bei einem Einsatz der Retter unterhalb des Falkensteins. Wie die Bergwacht ihren Einsatz schildert.
29.09.2020 | Stand: 15:00 Uhr

Für reichlich Verwirrung hat bei den Bergrettern am Sonntagabend die Alarmierung zu einer verletzten Wanderin auf der Weißenseer Seite des Falkensteins gesorgt. Nicht nur, was genau passiert war – in der Alarmierung war von einer "Flucht vor wilden Stieren" die Rede – stellte die Retter vor Rätsel, auch der genaue Unfallort musste erst gefunden werden. Und dann fand gleichzeitig auch noch ein Probealarm statt..

War es also ein Test oder ein Einsatz? Um es vorweg zu nehmen: Nachdem die Mitglieder der Bergwacht Füssen den gebrochenen Unterschenkel der Verunglückten versorgt hatten, wurde sie ins Krankenhaus Füssen gebracht.

Bergsteiger sprechen von "wilden Stieren"

Wie Thomas Hafenmair von der Bergwacht Füssen mitteilt, stellte sich am Ende folgender Ablauf des Vorfalls heraus: Ein Bergsteigerpaar aus Baden-Württemberg wollte vom Gratweg vom Falkenstein kommend eine Abkürzung nehmen, als es vom Regen überrascht wurde.

In eine Weide eingestiegen, wurde es von Tieren verfolgt, die die beiden als „wilde Stiere“ bezeichneten. Bei ihrer panischen Flucht über mehrere Weidezäune talwärts wurde die Bekleidung der beiden vom Stacheldraht total zerrissen, bis die Frau schließlich noch über einen Zaun stürzte und sich einen Unterschenkel brach.

Angst, wieder von den "Stieren" angegriffen zu werden

Zwei Bergretter machten sich nach der Alarmierung von der Wache mit dem Rettungsfahrzeug auf in Richtung Einsatzort. Der Einsatzleiter vermutete diesen bei einem landwirtschaftlichen Weg, dem die drei Bergretter und der dazu gerufene Notarzt über einige Weidezäune hinweg zunächst erfolglos folgten. Auf mehrere Rufe kam schließlich die Antwort der Verunglückten, dass sie die Bergretter hören, jedoch nicht laut antworten wollten, vor Angst, wieder von den „Stieren“ angegriffen zu werden.

Der Einsatzleiter überzeugte sie schließlich, sich doch noch einmal bemerkbar zu machen, so dass sie lokalisiert werden konnten. Etwa 500 Meter talwärts machten sich nun Bergretter und Notarzt durch Wald, Kuhherden, Zäune, Moor und über Bäche in der Dunkelheit auf zur Unfallstelle. Ein glücklicher Zufall war, dass zwei um ihr Vieh besorgte Landwirte den Einsatz mitbekamen und zur Einsatzstelle kamen. Auf Bitte der Bergwacht zeigten sie den nachrückenden Einsatzkräften den richtigen Fahrweg von der Hauptstraße aus zur Unfallstelle.

Mehrere Einsätze der Bergwacht wegen Schnee im September

Erst am Wochenende musste die Bergwacht zu einem Einsatz im Oberallgäu ausrücken, um eine verzweifelte Bergwanderin aus dem Schneegestöber zu retten. Auch bei Salzburg blieben zehn deutsche Wanderer im Neuschnee stecken und mussten per Hubschrauber gerettet werden.

Für Aufsehen sorgte zudem der Fall einer Urlauberin, die in den Oberstdorfer Bergen aus 60 Metern abgestürzt war. Auch ihren Hund musste die Bergwacht retten.