Corona-Krise

Schulen im Füssener Land: Start mit Hindernissen

Am Gymnasium in Füssen fühlt man sich gut vorbereitet für den anstehenden Schulstart.

Am Gymnasium in Füssen fühlt man sich gut vorbereitet für den anstehenden Schulstart.

Bild: Matthias Wörz

Am Gymnasium in Füssen fühlt man sich gut vorbereitet für den anstehenden Schulstart.

Bild: Matthias Wörz

Wenn am Dienstag für die Kinder und Jugendlichen der Schulalltag beginnt, ist dieser alles andere als normal. Was die Rektoren zur Maskenpflicht sagen.
04.09.2020 | Stand: 11:44 Uhr

Für viele Schüler stellt er ein nicht gerade beliebtes Datum dar – der letzte Tag der Sommerferien. Das betrifft den kommenden Montag, denn ab Dienstag heißt es wieder Schulranzen packen und Hausaufgaben machen. Doch aufgrund von Corona ist 2020 einiges anders, im Vergleich zu den vorherigen Jahren. Erst seit kurzem ist klar, unter welchen Bedingungen die Schüler wieder in ihre Klassen zurück dürfen. Eine Auflage ist unter anderem eine Maskenpflicht – und das auch im Klassenzimmer. Andauern wird sie für die ersten neun Schultage. Grundschüler sind davon ausgenommen. Eine gute Entscheidung, wie Rektoren aus der Region meinen.

,,Ich vertraue da auf die Meinung der Experten“, sagt Agatha Müller, Leiterin der Grundschule in Lechbruck. Nachdem Grundschüler in der Thematik ohnehin nicht das größte Risiko darstellen würden, sei es gut, dass sie zumindest im Unterricht von der Maskenpflicht verschont bleiben. „Auf dem restlichen Schulgelände müssen die Kinder dann allerdings natürlich einen Mundschutz tragen“, sagt Müller. Für sie ist es nichts Neues, dass trotz der Krise alle Schüler durchgehend Präsenzunterricht haben. ,,Wir profitieren momentan davon, dass wir ein sehr großes Gebäude haben, aber im Vergleich dazu nur sehr wenig Schüler“, erklärt Müller. Dadurch ging in Lechbruck der Unterricht dort schon vor den Sommerferien weitestgehend normal weiter.

"Ich bin optimistisch"

Zur Zeit des kompletten Lockdowns hätte alles „sehr gut geklappt“, sagt Müller. ,,Die Kinder haben Lernpakete bekommen, die dann von den Lehrern korrigiert wurden.“ Gäbe es einen erneuten Lockdown, wäre der Plan derselbe. ,,Ich bin optimistisch, dass alles gut klappen wird“, sagt Müller, „unser Landkreis hat ja zum Glück nicht so viele Fälle wie andere.“

Auch Anja Selzer, Leiterin der Grundschule in Nesselwang, ist überzeugt von dem Konzept. „Wir werden versuchen, dass die Kinder weitestgehend bei ihren Klassenkameraden bleiben, um eine mögliche Infektionskette klein zu halten“, erklärt Selzer. Unter anderem werden auch die Pausen gestaffelt, um Kontakte so gut es geht zu vermeiden.

Eine Herausforderung sei dabei auch die Begrüßung der Erstklässler. „Eine Willkommensfeier wie in den vergangenen Jahren, kann es leider natürlich nicht geben“, sagt Selzer. Und auch die Eltern sind von den Hygienevorschriften betroffen. ,,Die Elternabende werden anders aussehen, als normalerweise“. Auf mögliche Corona-Infektionen haben sich die Schulen vorbereitet. „Wir mussten vier Alternativ-Szenarien für verschieden Situationen ausarbeiten. Beispielsweise, wenn nur ein Kind oder einzelne Klassen betroffen sind“, erklärt Selzer. Home-Schooling hingegen sei an Grundschulen schwieriger als an den weiterführenden Schulen, da die Kinder teils noch nicht so vertraut mit der benötigten Technik seien. „Wir haben nun ein eigenes Online-Portal eingerichtet, über das sich Eltern und Schüler informieren können“, sagt Selzer. Auch sie ist froh, dass die Maskenpflicht nicht für Grundschüler gilt: „Mit der Maske zu lernen, ist für kleinere Kinder einfach zu anstrengend.“

Vorerst für neun Tage

Am Gymnasium Füssen werden die Schüler zumindest in den ersten neun Tagen mit der Vorgabe leben müssen. „Danach werden wir warten, ob es weitere Empfehlungen vom Gesundheitsministerium gibt“, sagt Direktor Michael Gschnaidner. Sonst werde die Schule die Pflicht vermutlich wieder erlassen. Im Gebäude hat sich über die Sommerferien einiges getan: „Wir haben überall Linien gezogen, damit die Kinder und Jugendlichen auf den Wegen die Abstände einhalten“, erklärt Gschnaidner. Auch dort sollen die einzelnen Klassen möglichst untereinander bleiben. „In Fächern wie Religion ist das nicht immer möglich, dort werden die Klassenkameraden aber zumindest beieinander sitzen“, sagt Gschnaidner.

Am Pausenhof wurden Areale eingeteilt, in denen sich die verschiedenen Jahrgangsstufen aufhalten dürfen. Die Brotzeit müssen die Schüler allerdings erst einmal von zuhause mitnehmen. „Unsere Mensa wird zumindest vormittags keinen Verkauf anbieten. Für die Mittagspause suchen wir noch eine Lösung“, sagt Gschnaidner. Auch versuche die Schule derzeit, noch einen Händler zu finden, der den Jugendlichen kostenlos Masken stellt. „Unsere SMV hatte zudem die Idee, dass wir einen Masken-Verkauf anbieten, dessen Erlös für unser Benefizprojekt in Bangladesch gespendet wird.“

Alle Lehrer zum Test

Zum Schutz für alle Beteiligten, musste sich die komplette Lehrerschaft einem Corona-Test unterziehen. Zudem hat das Gymnasium das Online-Angebot in den Ferien ausgeweitet. „Wir haben nun auch ein digitales Info-Portal für die Eltern und Schüler“, sagt Gschnaidner. Im Falle eines erneuten Lockdowns sei die Schule nun besser vorbereitet. „Auch wenn das beim ersten Fall schon gut funktioniert hat“, ergänzt der Direktor der Schule.

Peter Fahrnholz, Vorsitzender des Elternbeirats des Gymnasiums, ist zufrieden damit, wie die Schule die Eltern benachrichtigt. „Durch das Online-Portal bekommen wir schnell und regelmäßig Informationen“, sagt Fahrnholz. Bei den restlichen Maßnahmen seien dem Gymnasium oft die Hände gebunden. ,,Die Verantwortlichen müssen sich da einfach an die Vorgaben der Regierung halten“, meint er. Von anderen Eltern habe er dem bezüglich noch keine Beschwerden erhalten. „Letztlich ist das für alle neu. Wir müssen jetzt einfach abwarten, wie das in den nächsten Wochen funktioniert“.