Füssen/Ostallgäu

Usutu-Virus bedroht Amseln auch im Füssener Land

Amseln reagieren besonders empfindlich auf eine Infektion mit dem Usutu-Virus. Bei ihnen verläuft sie meist tödlich. Vogelschützer befürchten, dass sich dieser Virus auch im Füssener Land ausbreiten wird.

Amseln reagieren besonders empfindlich auf eine Infektion mit dem Usutu-Virus. Bei ihnen verläuft sie meist tödlich. Vogelschützer befürchten, dass sich dieser Virus auch im Füssener Land ausbreiten wird.

Bild: Picasa

Amseln reagieren besonders empfindlich auf eine Infektion mit dem Usutu-Virus. Bei ihnen verläuft sie meist tödlich. Vogelschützer befürchten, dass sich dieser Virus auch im Füssener Land ausbreiten wird.

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Die Infektion verläuft für die Vögel meist tödlich. Was der einzelne Tierfreund dagegen tun kann.

Amseln reagieren besonders empfindlich auf eine Infektion mit dem Usutu-Virus. Bei ihnen verläuft sie meist tödlich. Vogelschützer befürchten, dass sich dieser Virus auch im Füssener Land ausbreiten wird.
Von Redaktion Allgäuer Zeitung
24.08.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Während die Menschen vieler Orts eine zweite Corona-Welle fürchten, werden auch die Amseln von Viren bedroht. Laut dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) sind das Usutu- und das West-Nil-Virus derzeit in Bayern auf dem Vormarsch. In und um Füssen sind Peter Griegel vom LBV zwar noch keine Fälle bekanntgeworden. „Aber die Meldungen kommen leider näher“, sagt er.

Das Usutu-Virus stammt aus Afrika und eine Infektion damit verläuft für Amseln fast immer tödlich. Das Virus wird laut LBV von Mücken übertragen und tritt deshalb vor allem im Sommer verstärkt auf. Das derzeitige Seuchengeschehen sei daher nicht ungewöhnlich, aber jedes Vogelsterben beunruhige die Menschen und führe zu Diskussionen etwa in den sozialen Medien sowie zu Rückfragen beim LBV.

Das Vorkommen des Usutu-Virus wird durch warmes Klima gefördert. Bayern war bisher weitgehend davon verschont. 2020 sieht es laut LBV nicht so aus, als würde sich das gravierend ändern.

Die meisten infizierten Vögel zeigen keine Symptome. Nur einzelne Arten – besonders Amseln und Eulen – reagieren empfindlich. Bei ihnen verläuft eine Infektion meist tödlich. Zuvor haben die Tiere oft struppiges Gefieder an Hals und Kopf mit hellen Verfärbungen und Federverlust bis hin zu vollständiger Kahlheit. Erkrankte Tiere sind außerdem apathisch oder zeigen zentralnervöse Störungen wie Taumeln oder Verdrehen des Kopfes.

Eine Therapie gegen die Krankheit gibt es nicht. Auch ist die Ausbreitung unter Wildvögeln nur schwer zu stoppen. Allerdings sorgt das Virus laut LBV auch nicht für bedrohliche Bestandsveränderungen.

Lebensbedingungen verbessern

Der einzelne Bürger kann die Vögel unterstützen, indem er mit einem naturnahen Garten ihre Lebensbedingungen insgesamt verbessert. Dadurch hätten sie höhere Bruterfolge und die gesamte Population könne tote Tiere durch Seuchen besser kompensieren.

Das Füttern von Vögeln ist laut LBV zwar bei manchen Krankheiten nicht sinnvoll, weil dabei viele Tiere auf engem Raum zusammenkommen. Bei Usutu spiele es aber keine Rolle, da das Virus nicht direkt von Vogel zu Vogel, sondern durch Mücken übertragen wird.

Für den Menschen ist das Risiko einer Erkrankung sehr gering. Bislang sind laut LBV weltweit erst ein Dutzend Fälle bekannt, in denen Menschen durch das Usutu-Virus erkrankt sind.

Das West-Nil-Virus wurde 2018 erstmals in Bayern bei einem Bartkauz nachgewiesen. Es wird ebenfalls durch Mücken übertragen. Ob es die Vogelwelt ebenfalls so dezimieren wird, wie das Usutu-Virus, ist aber bislang noch nicht bekannt.

Wer eine tote Amsel oder einen anderen Vogel findet, den bittet das bei der Beobachtung von Seuchengeschehen federführende deutsche Berhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg, sich zu melden und den toten Vogel einzuschicken. Hinweise dazu im Internet unterwww.bnitm.de/aktuelles/fragen-antworten/faq-zum-usutu-virus/. Auch die örtlichen Veterinärämter leiten Todfunde weiter.