Zahlreiche Verstöße

Großkontrolle: Polizei nimmt Tuning-Szene in Memmingen ins Visier

ARCHIV - 19.04.2019, Nordrhein-Westfalen, Bochum: Eine Polizistin kontrolliert am «Car-Freitag» die Reifen bei einem getunten Auto. Trotz aller Einschränkungen im Kampf gegen die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie bereitet sich die Polizei in Niedersachsen auf den sogenannten Car-Freitag der Tuning-Szene vor. Foto: Caroline Seidel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Verwendung weltweit

Bei einer Großkontrolle wurden in Memmingen zahlreiche Tuning-Fahrzeuge beanstandet.

Bild: picture alliance/Caroline Seidel/dpa, Symbolfoto

Bei einer Großkontrolle wurden in Memmingen zahlreiche Tuning-Fahrzeuge beanstandet.

Bild: picture alliance/Caroline Seidel/dpa, Symbolfoto

Bei einer Großkontrolle gegen die Tuning-Szene in Memmingen verhängte die Polizei mehrere Bußgeld-Bescheide.

01.08.2020 | Stand: 10:15 Uhr

Die Tuning-Szene sorgt in Memmingen immer wieder für Ärger. So gab es zuletzt eine Vielzahl von Beschwerden von Anwohnern über Autofahrer, die ihre Motoren insbesondere in Memminger Tunnels laut aufheulen lassen und ein Knallen ihrer Auspuffanlagen provozierten.

Vergangenes Wochenende dann der nächste Streitpunkt: Die Tuning-Szene wollte im Bereich einer Tankstelle im Memminger Stadtgebiet eine Auto-Show mit mehreren Show-Fahrzeugen durchführen. Laut der Polizei lag für die nicht angemeldete Veranstaltung am Samstagabend weder eine Genehmigung noch ein tragfähiges Hygienekonzept vor.

Zu Beginn dieses Wochenendes zeigte die Polzei nun erhöhte Präsenz. In der Nacht auf Samstag überwachten Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Memmingen, Autobahnpolizei Memmingen und Günzburg, Verkehrspolizei Kempten, sowie Bereitschaftspolizisten aus Köngisbrunn im Stadtgebiet Memmingen die Einhaltung der derzeit bestehenden Infektionsschutzrichtlinien.

Zudem wurden im Umfeld eine Vielzahl an Tuning-Fahrzeugen kontrolliert. Dabei wurden beispielsweise Fahrwerk, Auspuffanlage und Felgen unter die Lupe genommen.

  • Bei drei Fahrzeugen wurden Verstöße festgestellt, die zur Erlöschung der Betriebserlaubnis führten. Die Fahrer erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von 90 Euro und ein Punkt in Flensburg. Darunter befand sich beispielsweise ein Fahrzeug, bei dem ordnungswidrige Xenon-Scheinwerfer eingebaut waren, die zur massiven Blendung des Gegenverkehrs führen. Die Scheinwerfer mussten im Beisein der Polizei zurückgebaut werden.
  • Ein Fahrer überholte verbotswidrig rechts auf der Autobahn um Memmingen. Ihn erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro und ein Punkt in Flensburg.
  • Bei einem weiteren Pkw-Fahrer wurden laut Polizei "drogentypische Auffälligkeiten" festgestellt. Ein durchgeführter Drogentest war positiv. Sollte das Blutergebnis den Drogenkonsum bestätigen, droht dem Mann ein empfindliches Bußgeld sowie ein Fahrverbot.
  • Bei fünf Fahrzeuge wurde übermäßige Lärmentwicklung beanstandet. Ein Fahrer wurde mit seinem lärmenden Gefährt sogar zweimal von der Polizei aus dem Verkehr gezogen. Das übliche Bußgeld in Höhe von 60 Euro verdoppelte sich wegen der vorherigen Belehrung auf 120 Euro. Der Fahrer hat einschließlich Gebühren und Auslagen nun mit einem Gesamtbetrag von etwa 240 Euro zu rechnen.

Positiv vermerkte die Polizei, dass sich viele der Kontrollierten "einsichtig und kooperativ" zeigten. In Bezug auf die Corona-Richtlinien hätten sich die "meisten Personen an die Vorgaben" gehalten.

Die Polizei im Allgäu hat fürs Wochenende zahlreiche weitere Kontrolle angekündigt. So geht die Bereitschaftspolizei  gegen Wildparker in der Region vor