Grüntenprojekt

Oberallgäuer SPD fordert Konzept für Nahverkehr statt Parkhaus am Grünten

Überarbeitete Pläne für das Grünten-Projekt haben die Investoren präsentiert. Nun gibt es erste Reaktionen darauf von der Oberallgäuer SPD und dem Grünen-Kreisverband.

Überarbeitete Pläne für das Grünten-Projekt haben die Investoren präsentiert. Nun gibt es erste Reaktionen darauf von der Oberallgäuer SPD und dem Grünen-Kreisverband.

Bild: Alpstein Architekten

Überarbeitete Pläne für das Grünten-Projekt haben die Investoren präsentiert. Nun gibt es erste Reaktionen darauf von der Oberallgäuer SPD und dem Grünen-Kreisverband.

Bild: Alpstein Architekten

Die Oberallgäuer SPD kritisiert die vorgestellten Pläne für das Grüntenprojekt. Der Grünen-Kreisverband hat indes eine Forderung.
26.05.2021 | Stand: 06:18 Uhr

Nachdem die überarbeiteten Pläne für das Grüntenprojekt vorgestellt wurden, gibt es erste Reaktionen darauf. So kritisiert die Oberallgäuer SPD das vorgesehene Parkhaus. Die Grünen fordern, keine Steuergelder für Beschneiungsanlagen auszugeben.

Statt eines Parkhauses sei es viel sinnvoller, „durch eine intelligente Anbindung des Ski- und Wandergebietes durch Busse oder andere Verkehrsmittel des ÖPNV an einen nahe gelegenen Bahnhof die Belastung durch den Individualverkehr gering zu halten“, teilt Fraktionsvorsitzender Markus Kubatschka mit.

Ein Parkhaus oder allgemein mehr Stellplätze seien das falsche Signal, ergänzte der Oberallgäuer SPD-Vorsitzende Jörg Hilbert. Kreisrat fordert: „Das ganze Projekt muss auch in die Landschaft passen und das Gebiet sollte nach wie vor auf nachhaltigen Tourismus mit regionalen Produkten wert legen.“ (Lesen Sie auch: Das ist der Plan: Wird so die neue Talstation am Grünten aussehen?)

Zu Beschneiungsanlage am Grünten: "Vergangene Winter haben klar gezeigt, dass eine Beschneiung der Pisten aufgrund der niedrigen Außentemperatur gar nicht oder nur schwer möglich ist"

Ebenfalls für unpassend hält die SPD die Erweiterung der Beschneiungsanlagen. „Die vergangenen Winter haben klar gezeigt, dass eine Beschneiung der Pisten aufgrund der niedrigen Außentemperaturen gar nicht oder nur schwer möglich war“, sagt Kreisrätin Vera Huschka.

Kritik kommt auch vom neuen SPD-Landesvorsitzenden Florian von Brunn, der das Projekt seit Anbeginn verfolgt: „Bauvorhaben wie dieses sollten endgültig der Vergangenheit angehören. Die Alpen brauchen nicht noch mehr Abstellplätze für Autos, sondern ein nachhaltiges Tourismus-Konzept.“ Neben einer Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr brauche es Ideen für Sport- und Ausflugserlebnisse, die die Natur schonen. (Lesen Sie auch: Naturschau, Zehner-Gondel und Parkhaus - das planen die Investoren der "Grünten Bergwelt")

Oberallgäuer Grüne: "Unverantwortlich, wenn bei der Modernisierung des Grünten neue Beschneiungsanlagen staatlich gefördert werden"

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Die Oberallgäuer Grünen halten es laut einer Pressemitteilung für „unverantwortlich, wenn bei der Modernisierung des Grünten neue Beschneiungsanlagen staatlich gefördert werden“. Steuergelder müssten nachhaltig in klimaneutrale Projekte und nicht in „Staatsschnee“ investiert werden, sagt Kreissprecherin Ulrike Hitzler.

Alte Schlepplifte durch neue, seniorengerechte Aufstiegshilfen zu ersetzen, sei in Ordnung – wenn sie tatsächlich auf der gleichen Trasse bleiben. Neuerschließungen auf neu anzulegenden Strecken oder in Jahreszeiten, in denen bislang noch keine Bahnen liefen, sind für den Grünen-Kreisverband nicht steuerlich förderfähig. „Der Grünten ist ein Ganzjahresberg und gut besucht, da sollten wir das authentische Bergerlebnis fördern – nicht eine Bahnfahrt, die nur noch mehr Besucher anzieht“, ergänzt die Fraktionssprecherin im Kreistag, Christina Mader.

Fraktionssprecherin der Grünen: Brauchen eine "dringende Besucherlenkung"

Steuerliche Mittel müssten in zukunftsfähige Tourismuskonzepte investiert werden, die den Alpengemeinden auf Dauer zeitgemäße Geschäftsmodelle im Einklang mit der Natur ermöglichten. Für die Grünen steht dabei außer Frage, dass es einer dringenden Besucherlenkung am Grünten bedarf, um die Natur künftig besser zu schützen. Mader betont: „Hier sind wir mit der Besucherlenkungsausweitung unter der Führung der Landrätin, die wir in Kreistag beschlossen haben, auf einem guten Weg, da hier dringender Handlungsbedarf besteht.“

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