Kampfhund attackiert Mädchen in Hinterstein

Nach Kampfhund-Attacke in Hinterstein: Hundetrainer gibt Tipps zum Verhalten in gefährlichen Situationen

Hundetrainer Bernd Seyberth erklärt, wie sich Menschen bei Attacken von Hunden am besten verhalten sollten. In Hinterstein hat am Sonntag ein Kampfhund ein siebenjähriges Mädchen gebissen.

Hundetrainer Bernd Seyberth erklärt, wie sich Menschen bei Attacken von Hunden am besten verhalten sollten. In Hinterstein hat am Sonntag ein Kampfhund ein siebenjähriges Mädchen gebissen.

Bild: Peter Förster, dpa (Symbolbild)

Hundetrainer Bernd Seyberth erklärt, wie sich Menschen bei Attacken von Hunden am besten verhalten sollten. In Hinterstein hat am Sonntag ein Kampfhund ein siebenjähriges Mädchen gebissen.

Bild: Peter Förster, dpa (Symbolbild)

Der Hundetrainer Bernd Seyberth plädiert für die Einführung eines verbindlichen Hunde-Führerscheins. Wie man sich in gefährlichen Situationen verhalten sollte.
20.10.2021 | Stand: 17:29 Uhr

Die Nachricht hat viele Leserinnen und Leser schockiert: Ein Hund hat am Sonntagnachmittag in Hinterstein ein siebenjähriges Mädchen attackiert und verletzt. " Hundetrainer Bernd Seyberth von der Hundeschule "4 Dog and You" in Haldenwang gibt Tipps, wie sich Menschen verhalten sollten, wenn sie ein aggressiver Hund bedroht. Außerdem plädiert er für eine Abschaffung der Rassenlisten und die Einführung eines verbindlichen und einheitlichen Hundeführerscheins.

Diese Tipps gibt der Hundetrainer aus Haldenwang

"Der Hund könnte das Mädchen für Wild gehalten haben", sagt Seyberth. Laut Polizeimitteilung pflückte es in einer Wiese Blumen, als es von dem Hund in die Schulter gebissen wurde. Dadurch sei es in der Gestalt für den Hund sehr klein gewesen. "Am besten ist es, sich möglichst groß zu machen und den Hund anzuschreien", rät der 55-jährige Hundetrainer. Das funktioniere bei Erwachsenen ganz gut. Aber: "Das siebenjährige Mädchen hat in der Situation überhaupt nicht anders handeln können." Vom Weglaufen rät Seyberth hingegen ab. "Das verstärkt nur den Jagdimpuls des Hundes." Außerdem sollte der Hund nicht fixiert werden. Besser sei es, leicht über ihn oder auf den Rücken des Tieres zu schauen. Den Augenkontakt verbänden die Vierbeiner mit dem Beginn der Jagd. Diese Tipps gelten laut Seyberth für ähnliche Situationen wie die des Falls in Hinterstein. Wenn der Hund sich aus Verunsicherung aggressiv verhalten, erfordere das wiederum anderes Verhalten.

Bei dem Hund in Hinterstein handelte es sich laut Polizeimeldung um einen American Staffordshire. Dieser gehört in Bayern zu den sogenannten Listenhunden, die gemeinhin auch als Kampfhunde bezeichnet werden. Zur Kategorie eins zählen neben dem American Staffordshire ebenso Pitbull, American Pitbullterrier, Bandog, Staffordshire Bullterrier und Tosa-Inu. Bei diesen Tieren wird von besonders aggressivem Verhalten ausgegangen. Halter benötigen für Hunde dieser Rasse eine Genehmigung. In der Kategorie zwei finden sich Hunderassen wie beispielsweise American Bulldog, Mastiff und Rottweiler. Deren Gefährlichkeit kann durch ein Gutachten widerlegt werden.

Hundetrainer plädiert für Einführung eines verbindlichen Hunde-Führerscheins

"Per se eine Rasse zu verdammen, ist Quatsch", kritisiert Seyberth die Einteilung der Hunde in den Listen. Dadurch leide das Image der Tiere. Ein Pitbull könne ein "ganz toller, lieber Hund sein", wenn er entsprechend sozialisiert sei. "Die Erziehung des Hundes ist das A und O", sagt Seyberth. Statt der Rasselisten plädiert der 55-Jährige für die Einführung eines verbindlichen und einheitlichen Hunde-Führerscheins. Auf diese Weise werde überprüft, ob der Halter in der Lage sei, den Hund zu führen. "Ein Hund muss locker nebenher laufen können, auch wenn zum Beispiel direkt daneben ein Martinshorn los geht."

Wichtig ist laut Seyberth zudem, Beiß-Vorfälle zur Anzeige zu bringen. "Zu oft wird nur das Finanzielle geregelt, aber die Behörden werden nicht informiert", sagt der Hundetrainer. Zuständig für eventuelle Auflagen oder Gutachten sei die jeweilige Kommune. Nur so könne verhindert werden, dass derselbe Hund mehrmals auffällig wird. So könne zum Beispiel das Tragen eines Maulkorbs für den Hund verpflichtend werden.

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