Schladming

Im Anflug auf die Kandahar

Bild: HANS PUNZ

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Ski alpin Abfahrer Manuel Schmid ist trotz seines Sturzes in Kitzbühl vor dem Heimweltcup in Garmisch-Partenkirchen positiv gestimmt. Auch Andreas Sander fühlt sich dort wohl
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Von Andreas Kornes
29.01.2020 | Stand: 16:50 Uhr

Erst einmal entspannen, ausruhen. „Jetzt wäre es falsch, neue Reize zu setzen“, sagt Manuel Schmid. Der Körper des 26-jährigen Speedspezialisten vom SC Fischen muss die Belastungen des vergangenen Wochenende verarbeiten. In Kitzbühel startete Schmid beim legendären Hahnenkammrennen – und stürzte in der Einfahrt zum Lärchenschuss. In voller Fahrt hatte ihm eine Bodenwelle den rechten Ski nach oben katapultiert. Die Bindung ging auf, Schmid rauschte ungebremst in die Fangzäune. „Zum Glück ist nichts passiert“, sagte Schmid noch im Zielbereich der Streif. Nur das Fußgelenk schmerzte, dazu kamen ein paar Kratzer am Hals. „Ich hab’ einen Schlag bekommen, der Außenski ist aufgegangen und dann hatte ich keine Chance mehr“, erzählt Schmid. „Dann ging es ab in Richtung Netz.“

Abfahrer sind hart im Nehmen. Gerade erst war Schmid aus einer Verletzung zurückgekommen. Ein Bruch der rechten Hand hatte operiert werden müssen, in Kitzbühel fuhr er mit einem speziellen Schutz. Das Comeback-Rennen in Wengen eine Woche zuvor hatte dem Allgäuer das beste Resultat seiner Karriere beschert. Als 13. kam er beim Traditionsrennen in der Schweiz ins Ziel. „Ich wollte das in Kitzbühel natürlich bestätigen.“

Das hat Schmid nicht geschafft. Aus dem Konzept lässt er sich davon aber nicht bringen. Stürze gehören im alpinen Skirennsport dazu. Vor allem in Kitzbühel. In diesem Jahr gab es immerhin keine schweren Verletzungen auf einer der anspruchsvollsten Strecken des Weltcups. „Ich weiß durch Wengen und auch durch die Teilzeiten in Kitzbühel, dass ich gut mithalten kann und Top 15 möglich sind. Deswegen bin ich trotz des Sturzes ganz positiv gestimmt für die nächsten Rennen.“

Am kommenden Samstag steht mit der Abfahrt auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen gleich das nächste schwere und traditionsreiche Rennen der Saison an. Der „Freie Fall“ ist mit einem Gefälle von 92 Prozent das steilste Teilstück im gesamten Weltcup.

Schmid verbringt die Tage vor dem Rennen im Allgäu mit Spazierengehen und Ausradeln. „Das sind regenerative Maßnahmen. Also schon Bewegen und nicht nur herumliegen.“

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Andreas Sander kam zwar bei der Abfahrt ins Ziel, hatte seinen besseren Auftritt schon am Freitag im Super-G. Als bester Deutscher wurde er Achter. Zufrieden war Sander – der zwar für den SC Ennepetal startet, aber längst schon in Burgberg im Oberallgäu heimisch geworden ist – damit nicht. „Ich hätte ein bisschen mehr drauf gehabt und konnte es nicht ganz zeigen.“ Deswegen ärgere er sich trotz des guten Ergebnisses. In der Abfahrt überzeugte Sander ebenfalls und wurde guter Elfter. Genau das gleiche Ergebnis hatte er vor zwei Jahren auch schon in Garmisch-Partenkirchen erreicht. Die schwere Strecke scheint Sander zu liegen, denn 2016 hatte er mit Platz acht eines seiner besten Ergebnisse überhaupt im Weltcup erreicht.

Beim Nachtslalom am Dienstag in der Steiermark hat vor allem eine Flitzerin für Aufsehen gesorgt (sieheüberregionaler Sport). Deren Auftritt haben die Allgäuer Stangen-Artisten allerdings verpasst: Für Sebastian Holzmann (SC Oberstdorf), Dominik Stehle (SC Obermaiselstein) und Fabian Himmelsbach (SC Sonthofen) war das Rennen nach dem ersten Durchgang vorbei.