Richtfest für das Millionen-Projekt

"Dieses Gebäude erhöht unsere Strahlkraft" - Berufsschule Immenstadt errichtet neue Werkshalle

Die Zimmerer der Firma Holzbau Buhmann in der zehn Meter hohen Halle unter dem Dach, das sie bauten. Einer der Zimmerleute sprach traditionell den Richtspruch für die neue Werkshalle der Berufsschule Immenstadt.

Die Zimmerer der Firma Holzbau Buhmann in der zehn Meter hohen Halle unter dem Dach, das sie bauten. Einer der Zimmerleute sprach traditionell den Richtspruch für die neue Werkshalle der Berufsschule Immenstadt.

Bild: Joachim Zinggl

Die Zimmerer der Firma Holzbau Buhmann in der zehn Meter hohen Halle unter dem Dach, das sie bauten. Einer der Zimmerleute sprach traditionell den Richtspruch für die neue Werkshalle der Berufsschule Immenstadt.

Bild: Joachim Zinggl

Über 50 Prozent der Schüler absolvieren eine Ausbildung in der Holz- und Bautechnik. Jetzt errichtet die Berufsschule Immenstadt eine neue Werkshalle.
10.06.2022 | Stand: 18:30 Uhr

„Holz auf“ hieß es jetzt an der Berufsschule Immenstadt. Dort wurde das Richtfest für die neue Werkshalle gefeiert. Das Gebäude ist für die Ausbildung im Bereich Holz- und Bautechnik gedacht. Vor allem die neu eingerichtete Technikerschule werde davon profitieren, erklärte Schulleiter Peter Eisenlauer: „Der Schwerpunkt der Technikerschule ist der Holzbau, der mit den Möglichkeiten in dieser Halle in allen Facetten ausgebildet werden kann.“

Wie die Berufsschule mitteilt, absolvieren über 50 Prozent der Schüler eine Ausbildung in der Holz- und Bautechnik. Das Berufsfeld stelle den „Markenkern der Berufsschule“ dar, sagte Eisenlauer. Deshalb sei das Vier-Millionen-Euro-Projekt besonders wichtig: „Dieses Gebäude erhöht unsere Strahlkraft und zeichnet die Schule stärker aus.“

Neue Werkshalle für die Berufsschule Immenstadt soll Ende 2022 fertig sein

Nach der Fertigstellung, die für das Jahresende 2022 geplant ist, soll sie unter anderem von der Zimmererabteilung für Sicherheitsschulungen genutzt werden. Außerdem bietet sie Platz für größere Projektarbeiten und werde eine wichtige Rolle in der Ausbildung bei der CNC-Technik in der Abbundtechnik einnehmen. Das sei insbesondere für die Technikerschule von Bedeutung. Dort unterrichten erfahrene Holzbauspezialisten, sagte der Schulleiter. Außerdem legte Eisenlauer einen Schwerpunkt auf den ökologischen Aspekt, der bei der Planung der Werkshalle eine herausragende Bedeutung hatte: „Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig, und der Landkreis als Sachaufwandsträger hat bewiesen, dass mit Holzbau alles möglich ist.“

Sie wollen immer über die neuesten Nachrichten aus dem Oberallgäu informiert sein? Abonnieren Sie hier unseren kostenlosen, täglichen Newsletter "Der Tag im Oberallgäu".

Dem stimmte Indra Baier-Müller, Landrätin und damit Bauherrin, zu. „Holz ist ein tolles Material“, schwärmte sie. Deswegen spiele der Holzbau im Oberallgäu eine immer größere Rolle. Dazu zähle künftig auch die Werkshalle der Berufsschule. Die Halle hat eine Grundfläche von 21 auf 23 Meter und eine Höhe von maximal zehn Metern. Wie die Landrätin erläuterte, ist das Projekt auf knapp über vier Millionen Euro veranschlagt. An staatlicher Förderung werden rund zwei Millionen Euro erwartet. Allerdings sei derzeit nicht abzuschätzen, ob dieser Kostenrahmen bei der Lage auf dem Baustoffmarkt eingehalten werden kann. (Lesen Sie auch: Trotz internationaler Konkurrenz: Immenstädter Schwimmer bestehen in Rosenheim)

Richtfest für die neue Werkshalle: "Lehrling bleibt man sein Leben lang"

Baier-Müller wies darauf hin, dass für den Holzbau hochqualifizierte Fachkräfte benötigt werden: „Wir wollen deren Ausbildung vor Ort anbieten, damit der Baustoff Holz verstärkt genutzt wird.“ Das unterstrich auch Architekt Peter Fischer: „Gute Handwerker sind notwendig, vor allem im Allgäu.“

Zum Richtfest zogen die Zimmerleute der Firma Holzbau Buhmann einen geschmückten Tannenbaum aufs Dach der Halle. Zimmerergeselle Thorben Remberg, der vergangenes Jahr an der Berufsschule Immenstadt seine Gesellenprüfung abgelegt hatte, verlas den Zimmererspruch und lobte Meister, Polier und Kollegen für ihre Arbeit. Gemeinsam tranken die Zimmerleute ein Glas Wein, dann warf Remberg das Glas von der Höhe auf den Boden vor die Halle und weihte sie damit ein. Den Gästen gab er mit: „Meister ist, wer etwas ersann. Geselle ist, wer etwas kann. Aber Lehrling bleibt man sein Leben lang.“ Begleitet wurde der Festakt vom Trio „Holzschuabüaba“.

Lesen Sie auch: Oberallgäu: Facharbeiter waren noch nie so gefragt wie heute