Oberallgäuer erklimmt deutsche Spitze

Dominator Dürr: Hindelanger Skibergsteiger wird deutscher Meister

Einsame Klasse: Der Hindelanger Marc Dürr war mit seiner Zeit von 59:23 Minuten bei der deutschen Meisterschaft am Jenner bester Deutscher und feierte den größten Erfolg seiner Laufbahn.

Einsame Klasse: Der Hindelanger Marc Dürr war mit seiner Zeit von 59:23 Minuten bei der deutschen Meisterschaft am Jenner bester Deutscher und feierte den größten Erfolg seiner Laufbahn.

Bild: Nils Lang

Einsame Klasse: Der Hindelanger Marc Dürr war mit seiner Zeit von 59:23 Minuten bei der deutschen Meisterschaft am Jenner bester Deutscher und feierte den größten Erfolg seiner Laufbahn.

Bild: Nils Lang

Marc Dürr aus Hindelang erobert beim Jennerstier den deutschen Meistertitel. Der 25-Jährige plant im April den Start bei der „Mutter aller Rennen“.
22.02.2022 | Stand: 18:03 Uhr

Er ist am Gipfel angekommen. Marc Dürr hat beim Jennerstier im Berchtesgadener Land seinen ersten deutschen Meistertitel erobert und damit den bisher größten Erfolg seiner Laufbahn gefeiert. Der 25-jährige Skibergsteiger aus Bad Hindelang wurde auf der Königsdisziplin, dem Individual, Dritter hinter den Österreichern Armin Höfl und Paul Verbnjak. Der Oberallgäuer vom Allgäu Outlet Raceteam benötigte am Jenner 59:23 Minuten für den Kurs über 6 Kilometer und 1200 Höhenmeter.

Dürr: "Dieser Titel ist unheimlich viel wert"

Der Immenstädter David Sambale (1:01:24 Stunde) belegte Rang sechs in der Gesamtwertung. „Dieser Titel ist unheimlich viel wert und es macht mich glücklich, dass ich das am Jenner geschafft habe“, sagte Dürr. „Der Individual ist meine Lieblingsdisziplin und es ist umso höher einzuschätzen, weil der Favoritenkreis sehr groß war.“

Die Wettkämpfe im Berchtesgadener Land waren Teil des Skimo-Alpencups, der Elite-Rennserie im deutschsprachigen Alpenraum, und zudem auch Austragung der deutschen und der österreichischen Meisterschaft im Sprint und im Individual. Entsprechend hoch war die von Dürr erwähnte Dichte an Top-Athleten, die in Berchtesgaden am Start waren. Beim Sprint am Tag vor Dürrs großem Erfolg wurde der 20-jährige Sambale, der für den SC Immenstadt an den Start ging, mit 3:39 Minuten noch Gesamtfünfter und nach Sieger Finn Hösch (DAV München) zweitbester Deutscher. Für Sambale reichte es damit allerdings immerhin zu Bronze in der Klasse Senior. Dürr hatte sich auf der Kurzdistanz noch mit Rang sieben zufriedengeben müssen.

Marc Dürr: Gutes Gefühl schon morgens

Tags darauf aber schlug seine Stunde. „Ich habe nach dem Aufstehen schon gemerkt, dass soweit alles passt“, erzählt Dürr. „Aber trotzdem bin ich das Rennen lange noch sehr verhalten angegangen. Ich wusste, dass Topleute dabei sind, von denen jeder das Ding an einem guten Tag gewinnen kann.“ Und so positionierte sich der Hindelanger in der ersten Hälfte des Individuals in der Gruppe um Position zehn und folgte dieser zurückhaltenden Taktik bis zur Hälfte des Wettkampfs, als das Feld die 500 Höhenmeter erreicht hatte. „Dann habe ich gemerkt, dass was gehen kann. Dass ich es schaffen kann, auf Platz drei zu laufen“, sagt Dürr.

Starkes Finish am Jenner

Also schaltete er einen Gang hoch – und das kann Dürr als Sieger der Walser Trail-Challenge 2019 beim Widderstein Trail und beim Walser Trail und als Streckenrekordhalter des Fiderepass-Berglaufs allemal. Im folgenden technischen Teil mit vielen Spitzkehren und steilen Anstiegen spielte Dürr seine Ausdauerfähigkeiten aus, erhöhte sukzessive das Tempo und ließ nach und nach die Kontrahenten auf den Schlüsselstellen der Strecke hinter sich. „Ich habe einfach kontrolliert das Tempo erhöht, ohne mich komplett abzuschießen“, erzählt der 25-Jährige. „Ich war Dritter und wusste, dass da vorne die zwei Österreicher laufen, und dass vielleicht sogar noch etwas nach vorne geht. Aber ich wusste auch, dass ich deutscher Meister werde, wenn ich das Ding zu Ende bringe.“ Und das tat er mit Erfolg.

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„Ich bin wahnsinnig zufrieden damit, wie das Rennen gelaufen ist“, sagte Dürr. „Es war zwar knüppelhart und richtig Spaß gemacht hat es nicht. Aber es hat mich weitergebracht.“ Denn der Oberallgäuer, der seit 2018 Mitglied der deutschen Nationalmannschaft der Skibergsteiger ist, hat in dieser Saison noch Großes vor: Nach zwei anstehenden Weltcups im Martelltal und in Frankreich plant Dürr den Start bei der „Mutter aller Rennen“ für Skibergsteiger: Am 31. April steigt die „Patrouille des Glaciers“ in der Schweiz. Beim weltweit größten Rennen stehen 55,5 Kilometer und allein 4228 Höhenmeter im Aufstieg an. Dürr hat schon namhafte Verstärkung für sein Team: Ausdauer-Ass Finn Koch und APM-Sensationssieger Michael Zweigart.