Burgberg

Ein Container für die Kleinen

Kita-Container

Kita-Container

Bild: Matthias Wörz

Kita-Container

Bild: Matthias Wörz

Neubau Um fehlende Kindergarten-Plätze auszugleichen, hat die Gemeinde Burgberg Container als Übergangslösung aufgestellt. Anfangs war nicht jeder begeistert, jetzt hat sich die Aufregung gelegt. Allerdings sind die Kosten gestiegen
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Von Matthias Wörz
10.12.2019 | Stand: 17:02 Uhr

Viele Familien mit jungen Kindern werden das Problem kennen. Wenn beide Eltern berufstätig sind, muss ein Platz in einer Kindertagesstätte für den Nachwuchs gefunden werden. Doch in manchen Gemeinden sind die Plätze knapp. So durfte Burgberg im Sommer laut Bürgermeister Dieter Fischer keine weiteren Kinder in der Kindertagesstätte St. Ulrich mehr aufnehmen, da dies die Betriebserlaubnis nicht zuließ. Als Übergangslösung wurde im Mai die Anschaffung von Containern beschlossen, die zur Kita umgestaltet wurden. Das Wort Container löste zu Beginn bei vielen Eltern Unbehagen aus. Will man seine Kinder wirklich in so einer Einrichtung anmelden? Jetzt hatten der Gemeinderat und der Elternbeirat von St. Ulrich die Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, dass das Gebäude wenig mit der klassischen Vorstellung eines Containers zu tun hat.

Seit Oktober werden die Kinder in der neuen Kita „St. Uli“ betreut. Die Einrichtung bietet alles, was eine Kita benötigt: drei Gruppenräume, Toiletten, Wickelraum, kleine Küche und Büro. Noch funktioniere zwar nicht alles perfekt, aber man sei bislang sehr zufrieden mit dem Ablauf, sagt Fischer.

Als das Projekt im Mai beschlossen wurde, war dagegen nicht jeder überzeugt davon. „Viele Eltern waren überhaupt nicht begeistert von der Idee, ihre Kinder in einen Container zu stecken“, sagt Alice Stemer-Alt, Leiterin des Kindergartens St. Ulrich. Mittlerweile seien jedoch alle Beteiligten zufrieden mit der Lösung. „Letztlich ist es ja immer noch besser als gar keinen Platz zu bekommen“, meint Stemer-Alt.

Doch auch im Gemeinderat hatte das Vorhaben zunächst für eine Menge Gesprächsstoff gesorgt. Laut dem Rathauschef ging die Abstimmung für das Projekt acht zu acht aus. Letztendlich entschied man sich trotzdem für diese Idee und nicht für einen Standort nahe des Rathauses, der auch zur Debatte stand. Der ausschlaggebende Punkt sei die Größe des Containers gewesen, erläutert Fischer. Denn dieser biete fast doppelt so viel Platz wie das bestehende Gebäude am Rathaus. Daneben waren weitere Pluspunkte die Nähe zum Hauptgebäude St. Ulrich und eine deutlich bessere Parkplatzsituation.

Allerdings stiegen die Kosten im Laufe der Zeit kräftig an: Während zu Beginn noch von insgesamt 250 000 Euro gesprochen wurde, fallen nun schon allein für die Container Ausgaben von 225 000 Euro an. Hinzu kommen Baukosten für das Fundament und Leitungen für Strom und Wasser sowie Geld für die Möblierung. Somit schlägt das Projekt am Ende laut Fischer mit knapp 400 000 Euro zu Buche.

Aber was halten die Kinder überhaupt davon? 15 Knirpse zwischen zwei und drei Jahren sind dort momentan angemeldet. „Die Eingewöhnung hat super geklappt“, sagt Stemer-Alt. Tränen würden meist nur zu einem Zeitpunkt fließen: Und zwar wenn die Zeit um ist, und die Kleinkinder wieder nach Hause gehen müssen.